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Ausbildung - Arbeiten beim Land Schleswig-Holstein

© Holger Stöhrmann

Gute Karten

Geomatiker und Vermessungstechniker im Landesdienst haben einen abwechslungsreichen Job – und einen guten Überblick über das Land.

Miká Glüsing und Malte Wagner kennen Schleswig-Holstein so gut wie kaum ein anderer. Als Mitarbeiter des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein (LVermGeo SH) beschäftigen sie sich jeden Tag mit der Beschaffenheit, Vermessung und Kartographierung des echten Nordens. Dabei lernen sie so manchen entlegenen Winkel Schleswig-Holsteins kennen.

Ein moderner Kartograph

Malte Wagner ist seit Januar 2018 angehender Geomatiker beim Land. Zu seinen Aufgaben gehört es, Geodaten zu erfassen und Karten zu erstellen. "Ich werde sozusagen zu einem modernen Kartographen ausgebildet", sagt er.

Dazu zähle auch, bestehende Daten zu prüfen und zu vervollständigen. "Wenn zum Beispiel irgendwo eine neue Straße gebaut oder ein Haus abgerissen wird, verlieren alte Karten schnell ihren Nutzen. Diese müssen dann von Geomatikern aktualisiert werden", erklärt er.

Den Traumberuf gefunden

Der 21-Jährige wuchs in Schwansen bei Eckernförde auf und machte 2016 sein Abitur. Nach dem Schulabschluss studierte er Elektrotechnik an der Universität Kiel – zwei Semester lang. "Irgendwie war das aber nichts für mich", stand für ihn schnell fest. Erst durch ein Praktikum und die anschließende Mitarbeit bei einem Geodienstleister entdeckte er schließlich seinen Traumberuf: Geomatiker.

Ein junger Mann steht vor einer Wandkarte. Malte Wagner beim LVermGeo (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Malte Wagner hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Mit seiner Ausbildung zum Geomatiker ist er zufrieden. © Staatskanzlei

Daten können Leben retten

Zu den Vorzügen seiner Ausbildung zählt Malte vor allem deren Qualität: "Wenn man irgendwo alle wichtigen Inhalte des Berufs vermittelt bekommen kann, dann hier beim Land." Er finde es gut, dass sich das Land intensiv um die Schulung seiner Mitarbeiter kümmere, auch über die Ausbildung hinaus. In der freien Wirtschaft sei das nicht so selbstverständlich.

Wichtig für Geomatiker sei natürlich ein starkes Interesse an Karten und Geographie. Neben einem guten räumlichen Vorstellungsvermögen, das auch in einem Eignungstest nachgewiesen werden muss, sei insbesondere Gründlichkeit wichtig, sagt er. "Wenn ich Karten aktualisiere, orientiere ich mich zum Beispiel an der Frage: Kann ein Krankenwagen anhand meiner Veränderungen den Weg zur Unfallstelle finden?" Neben Behörden und Privatkunden beziehen auch Rettungsdienste Kartenmaterial vom LVermGeo SH.

Beruf mit Perspektive

Seine berufliche Zukunft sieht Malte optimistisch. Der Beruf mache ihm Spaß und das Land bereite ihn gut auf die Arbeit vor. "Mir gefällt es hier", sagt er zufrieden. Für die Zeit nach der Ausbildung könne er sich ein Studium vorstellen. "Zum Beispiel der Geodäsie oder Geoinformatik." Hierbei gewährt das Land den Studierenden Unterstützung – und garantiert im Anschluss eine fünfjährige Anstellung.

Weitere Informationen zum Beruf des Geomatikers

Von Geodäsie begeistert

Während Geomatiker wie Malte vor allem Datensätze pflegen und Karten erstellen, kümmern sich Vermessungstechniker im Gelände um die Erhebung von Daten. Sie vermessen zum Beispiel Grundstücke und Gebäude. Mika Glüsing ist einer von ihnen. Der 20-Jährige Schleswig-Holsteiner machte 2018 sein Abitur in Schönberg (Kreis Plön) und absolviert beim Land gerade sein erstes Ausbildungsjahr zum Vermessungstechniker.

Schon sehr früh entdeckte er seine Begeisterung für Geodäsie – und machte sie zum Beruf. "Vom Job des Vermessungstechnikers habe ich zum ersten Mal auf der Nordjob 2015 in Kiel gehört. Besonders angesprochen haben mich damals die abwechslungsreichen Tätigkeiten des Berufs, insbesondere im Außendienst", sagt er. Den ganzen Tag im Büro zu sitzen, das wäre für ihn nicht in Frage gekommen.

Tachymeter

info Ein Tachymeter ist ein Entfernungs- und Winkelmesser mit einer Art Zielfernrohr, durch das sich Messpunkte (zum Beispiel Gebäudeecken) anpeilen lassen. Die Entfernung wird mit Hilfe eines eingebauten Lasers bestimmt. Häufig steckt ein zweiter Mitarbeiter Messpunkte mit einem Messstab ab.

"Schon im ersten halben Jahr meiner Ausbildung habe ich viel mit anderen Menschen gearbeitet, zum Beispiel im Kundenservice des Katasteramtes", sagt Miká. Im Außendienst, wo es um das Vermessen beispielsweise von Straßen gehe, stehe Teamarbeit an erster Stelle. "Auch Kollegialität ist für die Arbeit wichtig. Unsere Außendiensttrupps bestehen in der Regel aus zwei Personen", erklärt er.

Das Land neu entdecken

Neben der Zusammenarbeit mit Menschen zählt Miká auch die variierenden Einsatzorte zu den Stärken seines Berufs. "Genau genommen arbeite ich ja überall in der Region", sagt er. Ob beim Vermessen eines neuen Autobahnabschnitts oder dem Abstecken neuer Grundstücke: Wo immer sich Landschaften im echten Norden wandelten, könne er vor Ort arbeiten – und nebenbei viele neue Gegenden in Schleswig-Holstein entdecken.

In seinem Bekanntenkreis stößt das auf positive Reaktionen. Natürlich ärgerten ihn Freunde manchmal mit dem Klischee eines Mannes in Warnweste, der mit einem Messstab im Regen am Straßenrand steht. Das nehme er allerdings mit Humor. "Tatsächlich freuen sich meine Familie und Freunde über meinen tollen Job", sagt er. So viel Abwechslung bei den Tätigkeiten und Arbeitsorten gebe es schließlich nicht überall.

Ein Mann schaut am Straßenrand durch ein Messgerät. Miká Glüsing mit Tachymeter (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)An den Straßenrändern des Landes sind Vermessungstechniker wie Miká Glüsing mit ihren Tachymetern regelmäßig anzutreffen. © Staatskanzlei

Ausbildung zum Vermessungstechniker

Im ersten Ausbildungsjahr verbringen Vermessungstechnikerinnen und Vermessungstechniker die Zeit an der Berufsschule zusammen mit Geomatikerinnen und Geomatikern. "Es gibt durchaus Überschneidungen zwischen beiden Berufen", sagt Miká. Die Grundlagen der Vermessungstechnik beispielsweise seien auch für Geomatiker wichtig. Insgesamt sind an der Berufsschule drei Monate pro Jahr eingeplant, der Großteil der Ausbildung erfolgt in der jeweiligen Abteilung des LVermGeo SH.

Die Ausbildung zum Vermessungstechniker dauert drei Jahre. Bewerber müssen einen Eignungstest absolvieren, in dem unter anderem ihre Mathe-Kenntnisse abgefragt werden. "Zusätzlich zum Lösen der Rechenaufgaben musste ich aber auch Geländeverläufe zeichnen", sagt Miká. Zeichnerisches Geschick sei deshalb eine weitere nützliche Fertigkeit für den Beruf. Bewerber sollte dies aber nicht abschrecken: "Den Test kann man auf jeden Fall bestehen", versichert er.

Weitere Informationen zum Beruf des Vermessungstechnikers

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