Norddeutsche Zusammenarbeit
Ein Norden – viele Stärken
Die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein findet auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Gremien statt. Wesentlich sind:
Konferenz Norddeutschland
Auf der norddeutschen Ebene (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) hat sich die 1969 eingerichtete Konferenz Norddeutschland (KND) als jährliches Abstimmungsgremium der norddeutschen Regierungschefs etabliert.
Um Norddeutschland als europäische „Wachstumsregion Nord“ zu profilieren, müssen die norddeutschen Länder ihre Kooperation zukünftig intensivieren und zu einer stärkeren Funktions- und Arbeitsteilung kommen. Zur Umsetzung dieser Perspektive hat Schleswig-Holstein folgende Schwerpunkte der Zusammenarbeit vorgeschlagen:
- gemeinsame Identifizierung, Profilierung und Vermarktung norddeutscher Branchen- und Technologiecluster,
- Schaffung exzellenter regionaler und überregionaler Verkehrserschließung zur Anbindung an die Wirtschaftsräume in Europa sowie
- Ausbau der Verwaltungskooperation.
Konferenz Norddeutschland auf den Seiten der Staatskanzlei
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Gemeinsamer Wirtschaftsraum Hamburg – Schleswig-Holstein
Die Bilaterale Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein hat mit dem Regierungsabkommen von 1991 eine neue Qualität erfahren. Die Kooperation zwischen den Landesregierungen Schleswig-Holsteins und Hamburgs ist in den verschiedensten Bereichen außerordentlich eng. Dazu gehört eine erfolgreiche Verwaltungskooperation wie zum Beispiel die Fusion der Statischen Landesämter, der Datenzentralen und der Eichverwaltungen.
Aufgrund der zahlreichen und intensiven Verflechtungen stellen die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein einen gemeinsamen Wirtschaftsraum dar. Allein rund 170 000 Arbeitspendler verkehren täglich zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Tausende von Unternehmen sind mit Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern in beiden Ländern geschäftlich eng vernetzt. Etliche Organisationen und Verbände verwalten Hamburg und Schleswig-Holstein als ein Gebiet, von den Gewerkschaften über den Unternehmensverband Nord bis hin zur Arbeitsverwaltung. Viele Menschen aus Schleswig-Holstein fahren nach Hamburg, um Weltstadtflair zu genießen, einzukaufen oder kulturelle Highlights zu genießen. Viele Hamburger schätzen und nutzen die Naherholungs- ,Tourismus- und Wellness-Angebote in Schleswig-Holstein.
Die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein nehmen ihre Rolle als Motoren der norddeutschen Kooperation wahr und werden diese weiter ausbauen.
Dafür sind beide Länder gut aufgestellt:
- Hamburg ist eine starke und selbstbewusste Handelsmetropole. Sein Hafen und der Luftfahrtstandort haben hervorragende Zukunftsperspektiven.
- Schleswig-Holstein hat hervorragende Perspektiven, insbesondere in der maritimen Wirtschaft, den Life Sciences oder den „Erneuerbaren Energien“.
- Die Auszeichnung der Länder mit den Exzellenzclustern für Meeresforschung, Klima, Entzündungsforschung oder der Erfolg eines norddeutschen Bio-Pharma-Konsortiums im Biopharma-Wettbewerb des Bundes verdeutlichen, dass beide Länder erfolgreich sind, wenn sie kooperieren.
Obwohl Hamburg gut positioniert ist, ist es aber als Wirtschaftsraum und schon hinsichtlich seiner Einwohnerzahl zu klein, um sich im internationalen Wettbewerb auf Dauer alleine behaupten zu können. Angesichts rapide wachsender Wirtschaftszentren muss die Metropole die stärkere Vernetzung und arbeitsteilige Zusammenarbeit in Norddeutschland suchen. Für Schleswig-Holstein ist die Abstrahlkraft Hamburgs ein wichtiger Wettbewerbsfakfor. Im internationalen Wettbewerb der Metropolen kann der Norden auf Dauer nur mithalten, wenn es gelingt, die Synergien einer Zusammenarbeit zu nutzen und nach außen sichtbar zu machen.
Forschung und Entwicklung werden zum entscheidenden Faktor
Forschung und Entwicklung als Grundlage für Innovationen werden immer mehr zum entscheidenden Standortfaktor. Nur größere Regionen verfügen über kritische Massen an Forschung und Entwicklung, leistungsfähigen und vernetzen Unternehmen und spezialisierten Qualifikationen. Eine enge Zusammenarbeit mit Hamburg ist insbesondere von großer Bedeutung, um in einem gemeinsamen Netzwerk von Aktivitäten im internationalen Wettbewerb bestehen können und die Wachstumsregion Norddeutschland als Technologiestandort sichtbar zu machen.
Ein wichtiges Element im Wissens- und Technologietransfer sind die Hochschulen der Länder. Sie haben als Wissens- und Erkenntnisquellen für die Unternehmen in der Region eine besondere Bedeutung. In den Hochschulen entsteht neues, auch patentrelevantes Wissen, das für die Unternehmen von Interesse sein kann.
2005 haben die CAU und die Universität Hamburg einen Kooperationsvertrag geschlossen, der grundlegende Vereinbarungen zur Anerkennbarkeit von Studienleistungen,zur Forschungs- und Lehrkooperationen sowie Grundlagen für gemeinsamen Technologie- und Wissenstransfer umfasst. In der Meeresforschung, in den Life Sciences und Biowissenschaften, aber auch in den Nanowissenschaften oder der Umweltforschung gibt es zahlreiche gemeinsame Forschungsansätze.
Wissenschaftsportal Schleswig-Holstein
Wissenschaft auf den Seiten der Metropolregion Hamburg
Vorrangige Verkehrsprojekte im Norden
Zu den Standortvorteilen der nördlichen Länder gehören die Nähe zur dynamischen Ostseeregion und zu Nordosteuropa und gut ausgebaute und strategisch gut positionierte Häfen an Nord- und Ostsee. Die Schifffahrtswege über die Ostsee stellen einen vergleichsweise leistungsfähigen Verkehrsweg in das Baltikum, nach Russland und Finnland dar. Angesichts der stark wachsenden Verkehrsmengen werden die vorhandenen Verkehrsverbindungen auf Dauer nicht ausreichen. Allein für den Güterverkehr wird bis zum Jahr 2025 eine Steigerung um 70 % prognostiziert.
Vorrangige Verkehrsprojekte des Nordens müssen deshalb zügig realisiert werden. Das sind vor allem die Realisierung der A 20 mit westlicher Elbquerung, der Ausbau der A 7, der Ausbau der A 21, der Fertigstellung der A 26 sowie der Bau der Festen Fehmarn-Belt-Querung.
Verkehrsprojekte
Profil durch zukunftsträchtige Schwerpunktbranchen
Die Wachstumsregion Nord braucht ein klares Profil, um sich im internationalen Wettbewerb eindeutig positionieren zu können. Die Wirtschaftsstruktur muss sich weiter in Richtung langfristig wettbewerbsfähiger und wachstumsstarker Bereiche entwickeln. Hamburg und Schleswig-Holstein werden sich noch deutlicher und in enger Abstimmung auf die besonders starken und zukunftsfähigen Branchen und Technologien konzentrieren. Beide Länder bekennen sich zu einer Strategie, die auf die Unterstützung von zukunftsträchtigen Schwerpunktbranchen zielt. Die Entwicklung von Clustern ist jedoch vor allem eine private – und nicht primär staatliche - Angelegenheit. Es ist letztlich das Engagement der Unternehmen, das darüber entscheidet, ob ein Cluster vorliegt und wo dessen sektorale und regionale Grenzen liegen. Die Politik kann hier vor allem Impulse geben.
Schwerpunktbereiche in Schleswig-Holstein
Schwerpunktbranchen in der Metropolregion Hamburg
Wichtige Standortfaktoren für Unternehmensansiedlungen und Wachstum sind neben den „harten“ Fakten wie einer leistungsfähigen wirtschaftsnahen Infrastruktur, die nationale und internationale Erreichbarkeit, die Verfügbarkeit von Flächen oder der Abgabenlast auch weiche Faktoren wie das kulturelle Umfeld, das Angebot von Fachkräften, der Freizweitwert der Region, Schulen und Bildungsangebote sowie ein günstiges Angebot an Wohnraum. Gemeinsam können Hamburg und Schleswig- Holstein einiges in die Waagschale werfen. Schleswig-Holstein weist im Bundesvergleich niedrige Lebenshaltungs-, Lohn-, Bodenpreise und Gewerbesteuersätze sowie reichliches Angebot an Gewerbeflächen auf. Daneben zeichnen sich sowohl Hamburg als auch Schleswig-Holstein durch eine hohe Lebens- und Umweltqualität sowie touristische Attraktivität aus.
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Metropolregion Hamburg
Die Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg, dem institutionalisierten Zusammenschluss der Metropole Hamburg mit den sechs schleswig-holsteinischen Randkreisen und acht niedersächsischen Landkreisen, wurde 1991 von den drei Landesregierungen Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen initiiert.
Die Metropolregion Hamburg gehört zu den wettbewerbsfähigsten Regionen Deutschlands und Europas. Hier leben und arbeiten 4,3 Millionen Menschen im Schnittpunkt der wichtigsten europäischen Verkehrsachsen zwischen Skandinavien, West-, Ost- und Südeuropa.
In der Metropolregion Hamburg ist in der Vergangenheit vieles erreicht worden. Dazu gehören unter anderem:
- die Zusammenarbeit in der Wirtschaftsförderung durch die Gründung eines gemeinsamen Wirtschaftsförderungsrat,
- die Kooperation bei der Gewerbeflächenentwicklung durch die Einrichtung eines gemeinsamen Gewerbeflächeninformationssystem,
- die Entwicklung eines gemeinsamen Gewerbeflächenentwicklungskonzepts, das unter anderem die kurz-, mittel- und langfristigen Bedarfe an gewerblichen Entwicklungsflächen branchenspezifisch erfasst und daraus Handlungserfordernisse ableitet,
- ein gemeinsames Regionalmarketing der Metropolregion,
- die Integration der schleswig-holsteinischen Randkreise in den Hamburger Verkehrsverbund in den vergangenen Jahren.
www.metropolregion.hamburg.de
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MORO-Nord: Großräumige Partnerschaft Norddeutschland / Metropolregion Hamburg
Die Großräumige Partnerschaft Norddeutschland / Metropolregion Hamburg (MORO Nord) ist ein gemeinsames Projekt der Länder Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein sowie der Metropolregion Hamburg. Mit dem Modellvorhaben werden Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen der Metropolregion und ihrem weiteren Verflechtungsbereich aufgezeigt und erprobt. Gemeinsam sollen Metropolregion, städtische und ländliche Teilräume zu einem nachhaltigem Wachstum und einer zukunftsfähigen Entwicklung in Norddeutschland beitragen. In Projekten aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung vernetzen sich Akteure aus den verschiedenen Teilräumen. Ziel der Projekte ist mittelfristig die Schaffung von Mehrwert durch großräumige Kooperation und langfristig die Stärkung des Gedankens der überregionalen Partnerschaft. Die Laufzeit des Modellvorhabens ist auf zwei Jahre (2008 bis 2010) angelegt, wobei MORO Nord ausdrücklich Kooperationen über diesen Zeitraum hinaus anstoßen will. Ausgelobt wurde das Modellvorhaben vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) unter der Begleitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Aus bundesweit 60 Bewerbern setzten sich insgesamt 7 Antragsteller durch, darunter MORO Nord. Finanziert wird das Projekt MORO Nord durch das BMVBS und die Länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, die Hansestadt Hamburg, die Metropolregion Hamburg sowie die IHK Lübeck. Die Federführung des Projektes hat das Innenministerium Schleswig-Holstein (Abteilung Landesplanung) inne.
www.moro-nord.hcu-hamburg.de
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