Beispiele aus der Praxis zum Umgang
Die Albert-Schweitzer-Schule in Wedel (Grundschule)
Die Schulleiterin der Albert-Schweitzer-Schule in Wedel nutzt unter anderem auch die VERA 3-Ergebnisse, um schulinterne Entwicklungsprozesse steuernd zu begleiten. Bei einer der Durchführungen von VERA erreichte die Schule im Teilbereich Lesen leicht unterdurchschnittliche Ergebnisse. Davon ausgehend stellte die Schulleiterin ihren Kolleginnen und Kollegen gegenüber die Notwendigkeit dar, in diesem Bereich aktiver zu werden. Zahlreiche Förderprojekte wurden seitens des Kollegiums ins Leben gerufen: Literaturprojekte, Lesenächte, Lesepaten und eine besonders intensive Förderung der Lesekompetenz im Unterricht. Auch Eltern und die Schulkonferenz wurden vor dem Hintergrund der VERA-Ergebnisse über die geplanten Maßnahmen informiert.
Erste Erfolge stellten sich im Teilbereich Lesen ein, die sich auch im nächsten VERA-Durchgang bereits zeigten. Ein anderer Teilbereich fiel in diesen VERA-Rückmeldungen allerdings etwas schlechter als vorher aus. Deshalb nutzte die Schule die neuen Daten und passte ihre Strategie erneut an: etwas weniger Leseförderung, aber im anderen Bereich etwas mehr Förderung. VERA ist an dieser Schule neben anderen Evaluationsverfahren also ein lebendiges Kommunikations- und Steuerungsinstrument.
Die Anne-Frank-Schule in Bargteheide (Gemeinschaftsschule)
An der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule in Bargteheide werden die Schülerinnen und Schüler integriert in einem Ganztagsbetrieb unterrichtet. Die Schulleiterin betont: "PISA hat Deutschland aus dem bildungspolitischen Tiefschlaf geweckt. Wir freuen uns, dass es endlich so weit ist." In diesem Sinne ist der erfolgreiche Umgang mit Heterogenität an der Schule auch durch eine regelmäßige interne Evaluation begründet. Die Lehrkräfte betrachten die Durchführung und Auswertung der Vergleichsarbeiten als einen Teil ihrer normalen Tätigkeit. Unterstützend bereitet die Schulleiterin die Ergebnisse transparent für alle Beteiligten an der Schule auf.
In der Fachkonferenz bespricht der Fachleiter die Ergebnisse und berät gemeinsam mit den Lehrkräften über zu ergreifende Maßnahmen. Weiterhin erfolgt ein Austausch über die Ergebnisse der Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik. Die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten werden dabei nicht isoliert betrachtet. Da eine geringe Fluktuation der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte an der Schule zu verzeichnen ist, können die Ergebnisse über die Jahre hinweg verglichen und vor allem auch mit anderen Daten der Schule abgeglichen werden. An der Schule wird neben den Vergleichsarbeiten eine Vielzahl weiterer standardisierter Tests eingesetzt und ausgewertet, eingebunden werden u.a. Ergebnisse aus zentralen Abschlüssen und Parallelarbeiten. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen nicht nur als Anhaltspunkte zur Förderung von Schülerinnen und Schülern, sondern auch als Rückmeldung für die einzelnen Lehrkräfte und die Fachkonferenzen über die Wirksamkeit des Unterrichts.
Das Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium Barmstedt
Die Englisch-Fachschaft des Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasiums hat bis 2010 unter anderem die Ergebnisse in VERA 6 als eine weitere Schülerleistung genutzt, um Lerngruppen neu zusammenzusetzen. (Das folgende Beispiel ließe sich auch auf den Umgang mit VERA 8 übertragen.)
Die Englisch-Lehrerinnen des 6. Jahrgangs berieten in der Fachkonferenz, wie die Ergebnisse interpretiert werden können. Dabei stellten sich klassenübergreifend Förderschwerpunkte heraus. Deshalb wurde der Unterricht der 6. Klassen während einer Stunde in der Woche geblockt, um dort Lernkurse nach Themen neu zusammenzusetzen, d.h. die Schülerinnen und Schüler wurden entsprechend ihrem Förderbedarf neu eingeteilt. Diese Gruppen wurden für ca. sechs bis acht Wochen unterrichtet. Der sonstige Unterricht in den Klassen blieb unberührt. In einer ersten Evaluation gaben die Schülerinnen und Schüler an, dass sie sich über diese auf ihre Ergebnisse zugeschnittene Förderung und die neuen Kurse freuten, dass jedoch der größte Wunsch der Schülerinnen und Schüler die Teilnahme an der kreativ-produktiven Lerngruppe war. Gegenseitig schätzten die Kolleginnen den Materialaustausch. Zugleich bescheinigte man sich "kleine Effekte", die im "normalen" Fachunterricht der Klasse zu beobachten waren.
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