Vergleichsarbeiten in Schleswig-Holstein (VERA)

Wer entwickelt die Aufgaben?

Da die Aufgabenentwicklung nach wissenschaftlichen Standards sehr aufwändig ist, haben sich die Bundesländer zu Verbünden zusammengeschlossen, um gemeinsam Aufgaben für Vergleichsarbeiten zu entwickeln. In den länderübergreifenden Entwicklungsgruppen arbeiten Fachlehrkräfte mit Expertinnen und Experten für Fachdidaktik und Aufgabenkonstruktion zusammen.

  • VERA 3
    Das Projekt VERA in der Grundschule ist eine flächendeckende Lernstandserhebung, die in allen Bundesländern in den Fächern Deutsch und Mathematik durchgeführt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der regelmäßigen Untersuchung des Leseverständnisses. Die Aufgabenentwicklung für VERA 3 liegt in der Verantwortung des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). Die Auswertung der Arbeiten sowie die Rückmeldungen der Ergebnisse an die Schulen verantwortet die Universität Koblenz-Landau im Auftrag des Landes.
  • VERA 6
    Vergleichsarbeiten in der sechsten Jahrgangstufe (VERA 6) wurden bis zum Schuljahr 2009/2010 in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik angeboten. Das Verfahren lag in der Verantwortung eines länderübergreifenden Verbundprojektes, an dem neben Schleswig-Holstein auch die Länder Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen und Hessen beteiligt waren. Die Testhefte sind weiterhin verfügbar unter http://vera-dokumente.lernnetz.de.
  • VERA 8
    An den Vergleichsarbeiten in der achten Jahrgangsstufe (VERA 8) nehmen mit Ausnahme Baden-Württembergs alle Bundesländer teil. Auch hier werden Testverfahren in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik angeboten. Die Entwicklung und Pilotierung der Aufgaben liegt in der Verantwortung des IQB.

Konstruktion

Der Konstruktion von Vergleichsarbeiten liegen bestimmte Kriterien zugrunde, die vor allem mit dem Begriff der „Testeignung“ umschrieben werden können. Sie zeigen auf, dass an die in den Vergleichsarbeiten verwendeten Testaufgaben grundsätzlich andere Ansprüche gestellt werden müssen als an Lernaufgaben, die im Unterricht Verwendung finden.

Die in den Vergleichsarbeiten verwendeten Aufgaben werden nach den allgemein geltenden Kriterien der Testgüte - Objektivität, Reliabilität, Validität, Fairness und angemessene Schwierigkeit - erarbeitet und nach einer Erprobung ausgewählt:

  • Unter Objektivität wird verstanden, dass die Bewertungen unterschiedlicher Personen für dieselbe Schülerantwort gleich ausfällt. Um dies zu gewährleisten, werden in den Vergleichsarbeiten vor allem Mehrfachwahlaufgaben, Richtig/Falsch-Aufgaben und Zuordnungsaufgaben eingesetzt. Aufgaben, die freie Antworten der Schülerinnen und Schüler erfordern, benötigen eine ausführliche Auswertungsanleitung, um eine hinreichende Übereinstimmung der Aufgabenbeurteilung zu erzielen.
  • Die Reliabilität bezeichnet die Genauigkeit des Testergebnisses. Gestützt auf die Erprobungsdaten werden nur Aufgaben, die einem Mindeststandard an Diagnosegenauigkeit genügen, für die Vergleichsarbeit zugelassen.
  • Dass der Test tatsächlich den zu prüfenden Testbereich erfasst, wird mit der Validität festgestellt. In den Vergleichsarbeiten werden dazu alle Aufgaben den einzelnen Komponenten der Bildungsstandards zugeordnet und ihre Einordnung von Expertinnen und Experten geprüft.
  • Eine hinreichende Fairness besteht dann, wenn die Aufgabenzusammenstellung die Interessen von Jungen und Mädchen gleichermaßen berücksichtigt und keine speziellen kulturellen Inhalte voraussetzt, die Jugendliche anderer Herkunft benachteiligen.

Erprobung

Um einen objektiven schulübergreifenden Bewertungsmaßstab für einzelne Aufgaben zu erhalten, müssen so genannte "Pilotierungsstudien" durchgeführt werden. Dabei wird anhand eines Vortests mit einer ausreichend großen Stichprobe der tatsächliche Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe bestimmt und mit einem Bewertungsmaßstab versehen. Pilotierungen werden in allen beteiligten Ländern durchgeführt, um einen möglichst aussagekräftigen Bewertungsmaßstab zu erhalten. Da ständig neue Aufgaben entwickelt werden müssen, werden die Pilotierungen laufend durchgeführt. Im Unterschied zu den eigentlichen Vergleichsarbeiten erhalten die Schülerinnen und Schüler in diesem Falle keine Ergebnisse zurückgemeldet. Das Ministerium für Bildung und Kultur tritt mit Schulen, die per Zufallsstichprobe für eine Pilotierung ausgewählt worden sind, in Kontakt, um das Verfahren zu organisieren.

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