SPIN: Spatial Indicators for European Nature Conservation
Naturschutzrelevante Flächen werden je nach Bedeutung beispielsweise als Schutzgebiete ausgewiesen oder in Förderprogramme zur Nutzungsextensivierung aufgenommen. Aufgrund von nationalen und internationalen (europäischen) Rechtsvorschriften ist ein Flächenmonitoring durchzuführen, um in vorgeschriebenen Zeitabständen über Erhaltungszustand und Erhaltungsmaßnahmen an die zuständigen Stellen zu berichten. Um diesen Anforderungen nachkommen zu können, galt es, ein intelligentes System zu entwickeln, zu erproben und bei den entsprechenden Verwaltungseinheiten zu implementieren.
Um die Anforderungen zu erfüllen, reichen Fernerkundungsdaten von Satelliten, insbesondere die derzeitig operationell eingesetzten, nicht oder zum unmittelbaren Monitoren nur bedingt aus. Sie können wohl aber zu deren Unterstützung erheblich beitragen.
In dem EU-Verbundprojekt "SPIN" (Spatial Indicators for European Nature Conservation) soll ein durch Fernerkundung unterstütztes, GIS-gestütztes Monitoring-Konzept für naturschutzrelevante Flächen entwickelt und erprobt werden.
Unter der Projektleitung des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt haben sich mehrere europäische Forschungseinrichtungen zusammengefunden, die sich mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen an diesem Projekt beteiligen. Eine Auflistung der Projektteilnehmer und ihrer Aufgaben sehen Sie in der folgenden Übersicht:
- P 1: DLR - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DFD-UG, Köln: Koordination, Projektmanagement, Indikatorenentwicklung, Fallstudie Schleswig-Holstein
- P 2: National Observatory of Athens: Zentraler Datenpool, EO-Daten pre-processing, Metadatenbank, Landbedeckungsklassifikation
- P 3: Universität Tartu: Landschaftsökologische Indikatoren, Fallstudie Saarema
- P 4: École Supérieure d' Agriculture Purpan: Erarbeitung von neuen erweiterten Klassifikationsmethoden für Habitattypenkartierung 2 Fallstudien SW Frankreich
- P 5: Universität Salzburg – ZGIS: Entwicklung von GIS-Tools, Fallstudie Nationalpark Berchtesgaden
- P 6: Imperial College / Wye: Nutzereinbindung und Umweltpolitik, Fallstudie Kent
- P 7: Goulandris Museum of Natural History – Greek Wetland Centre: Indikatoren für mediterrane Feuchtgebiete, Fallstudie Kerkini See, Nord-Griechenland
- P 8: Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume – Schleswig-Holstein: Beratung in Bezug auf Nutzeranforderungen, Fallstudie Schleswig-Holstein
- P 9: Center for Soil and Environmental Science, Universität Ljubljana: GIS–Entwicklung, Habitatmodellierung, Wirkungsanalyse Flächenstillegung, Fallstudie Postoijna
- P 10: Slovenia Academy of Science and Arts, Institute of Biology, Universität Ljubljana: floristisch / faunistische Erhebung Postoijna, Biodiversität
- P 11: Slovenian Forestry Instiute, Universität Ljubljana: Waldhabitate, Wirkungsanalyse Aufforstung, Klassifikation von Fernerkundungsdaten
Zentrale Aufgabenbereiche im Rahmen des Projektes sind
- Entwicklung von Indikatoren zu Strukturen, Funktionen, Veränderungen, Biodiversität und Bedrohung für die verschiedenen Maßstabsebenen im Kontext der FFH-Richtlinie unter Berücksichtigung entsprechender Erfassungsmethoden für die verschiedenen Erfassungsebenen (siehe nachfolgende Abbildung).
Hierachiesystem der SPIN-Indikatoren [Anklicken zum Vergrößern - öffnet in einem neuen Fenster]
- Entwicklung von GIS-Erweiterungen, Habitatmodellierungen,
- Erarbeitung von neuen erweiterten Klassifikationsmethoden für Habitattypenkartierung
- Verknüpfung dieser Indikatoren mit den Aufgabenfeldern gemäß Art. 6 der FFH-Richtlinie,
- Integration von Nutzeranforderungen unter Berücksichtigung der Umweltpolitik der einzelnen Länder
- Integration von Wirkungsanalysen.
Die in diesem Projekt entwickelten Methoden werden anhand von Fallstudien erprobt.
Besonderen Wert legt die Europäische Kommision auf die Implementierung des im SPIN-Projekt entwickelten Monitoring-Systems durch die eingebundenen Verwaltungen und seine dortige Erprobung. Die SPIN-Konzeption wurde so angelegt, dass sie gegebenenfalls auch in anderen Politikbereichen Anwendung finden könnte.
Weitere Informationen:
http://www.spin-project.org