Holzaktionstage
Wald und Holz erfahren eine neue Wertschätzung, das zeigte die große Resonanz auf die Holzaktionstage, veranstaltet vom Landesbeirat Forst- und Holzwirtschaft beim Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Kooperation mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Rund 15 000 Besucher genossen die familiäre und innovative Atmosphäre rund um den ewig jungen Rohstoff Holz am letzten Augustwochenende im Erlebniswald Trappenkamp, entsprechend herzlich war auch das Motto : "Verliebt in Holz".
"Ich freue mich, gleich mit Ihnen allen gemeinsam auf den Holzweg zu gehen
", gestand der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein und Schirmherr der Aktionstage, Peter Harry Carstensen. Nägel einschlagen, Holzhacken, die Motorsäge ausprobieren, eine Harke bauen, das machte auch dem Landesvater sichtlich Freude. Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten zeigten sich bei diesem ersten Auftritt gut aufgestellt. Direktor Tim Scherer betonte die an Kinder gewandten Aktionen, dennoch stünde die Nutzung des Waldes als Wirtschaftsraum im Mittelpunkt. Der Begriff "Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)" bekomme in der Kette Wald-Holz-Mensch einen Alltagsbezug und sei in der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen und den verschiedenen menschlichen Nutzungsansprüchen konkret erlebbar.
Bühring
"Holz- und Forstwirtschaft geben Arbeit, sind bedeutsamer Wirtschaftsfaktor, auch für Räume, wo das Wasser dominiert, also für unsere Häfen
", betonte der Ministerpräsident zur Eröffnung. Der Wald prägte die Kulturlandschaft zwischen den Meeren. Die Nutzung des Feuers, erste einfache Gerätschaften, die Pfahlbauten der Wikinger und prächtige Hanseschiffe bis zum heutigen Kinderbett, Holz hat den Menschen durch die Jahrhunderte begleitet. Die Holzwirtschaft im Lande könne dicke Bretter bohren, beteuerte er. Sie umfasse 800 Betriebe mit rund 17 000 Beschäftigten. Der Holzhandel vom Holzimport über Holzgroßhandel und Holzeinzelhandel bis hin zum Hobelwerk, sei eine feste Größe. Die Aktionstage wurden über Mittel des Holzabsatzfonds gefördert. Eine 16-seitige "Holzaktionstag"- Sonderbeilage in den regionalen Tageszeitungen informierte im Vorfeld rund eine Millionen Leserinnen und Leser.
Die ganze Breite des Wirtschaftsclusters wurde präsentiert, vom Bandreißer bis zum Sägewerk, vom Schornsteinfeger - richtig heizen mit Holz - bis zur Holzkunst. Das attraktive Mitmachprogramm und die Informationsvermittlung hatten drei Foren übernommen, die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, der Privat- und Kommunalwald und die Aktivregion Holsteiner Auenland. In der "Klüterkammer" bauten Kinder und Eltern kleine Holzschiffe und anderes Spielzeug. Kinder konnten um die Wette sägen, es entstanden einfache Holzstühle oder Stelzen. Über 100 engagierte Aussteller ergänzten das bunte Angebot. An Wipp-Drechselstühlen konnte das eigene handwerkliche Geschick weiter trainiert werden. Baumklettern und Kirschkernweitspucken waren weitere Späße. Mit Drehorgeln und Alphörnern klang das Holz im Wald. Timber Sportler zeigten den spektakulären Umgang mit Axt und Säge und Kunstsäger schufen wunderschöne Holzfiguren. Parallel zum Holzaktionstag fochten die besten Waldarbeiter des Landes ihre Meisterschaft aus.
"Holz kommt aus der besten Fabrik der Welt: den nachhaltig und naturnah bewirtschafteten Wäldern
", erklärte Landesvater Carstensen, der an den Ständen die Handwerker mit einem freundlichen "Moin, Moin" begrüßte. Die zunehmende Verwendung von Holz sei ein dreifacher Nutzen für den globalen Klimaschutz, freute er sich. Im Wachstum entziehen die Wälder der Atmosphäre CO2, in Holzbauten wird dieses über die Lebensdauer der Bäume hinaus gespeichert und der nachwachsende Rohstoff ersetzt endliche Ressourcen. Schleswig-Holstein gilt mit 10% Waldanteil immer noch als das waldärmste Bundesland.
Bühring
Der Landesbeirat Forst und Holz wurde Anfang der 1990er Jahre auf Initiative der Forstverwaltungen und auf Betreiben des damaligen Umweltministers gegründet und berufen und dient seitdem als Plattform für den Austausch der Branchen untereinander und der gegenseitige Information über aktuelle Entwicklungen. Heute gehören dem Gremium 26 Experten aus Hochschulen, Forstwirtschaft (SHLF-Mitglied), dem Sägewerksbereich, dem Handwerk, dem Handel, den Fachverbänden und weiteren Einrichtungen an. Beraten wird auch die Landesregierung, insbesondere zur regionalen Ausprägung der Holzforschung, der Forst- und Wirtschaftspolitik und der Marktentwicklung.
Viele Mitglieder aus der Forstwirtschaft haben so einen Bezug zu den Schwierigkeiten der Grundlagenforschung, zum Sägewerksprodukt und zu Konsequenzen bestimmter Rohholzmängel für Handwerk und Verarbeitung herstellen können, damit der einmalige Rohstoff unter ökologisch und sozial einwandfreien Bedingungen erzeugt und der jeweils optimalen Verwendung zugeführt werden kann- zum Wohle des Waldes und der Menschen.