Ostseezusammenarbeit
Die Ostseeregion bleibt das vorrangige regionale Bezugsfeld des internationalen Engagements der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung. Mit ihrem regelmäßigen Ostseebericht (jüngste Ausgabe ist der Ostseebericht 2006) und zukünftig mit den Ostseeprogrammen legt die Landesregierung Schwerpunkte, Perspektiven und konkrete Maßnahmen der Ostseezusammenarbeit fest.
Eines der für die Arbeit des Agrar- und Umweltministeriums besonders relevanten Leitbilder für den Ostseeraum ist die nachhaltige Entwicklung. Darin liegen erhebliche Zukunftspotentiale und große Chancen für die wirtschaftliche, soziale und gleichzeitig umweltverträgliche Entwicklung. Innerhalb der EU kommt der Ostseeregion dabei sogar Modellcharakter bei der großräumigen und international abgestimmten Umsetzung dieses Leitbildes zu.
Agenda 21 für den Ostseeraum
Die Schleswig-Holsteinische Landesregierung hat engagierte Beiträge zur Umsetzung der regionalen Agenda 21 für den Ostseeraum (Baltic 21) geleistet, die im Juni 1998 vom Ostseerat (CBSS) verabschiedet wurde und das Programm für die Förderung einer nachhaltigen, umweltverträglichen Entwicklung im Ostseeraum darstellt. Das besondere Engagement Schleswig-Holsteins wird unter anderen dadurch belegt, dass der Vertreter der Baltic Sea States Subregional Cooperation (BSSSC = Konferenz der Subregionen des Ostseeraumes) im Lenkungsausschuss der Baltic 21 vom schleswig-holsteinischen Agrar- und Umweltministerium gestellt wird. Diese Mitwirkung hat auch zu einem steigenden Bewusstsein für die Bedeutung der nachhaltigen Entwicklung bei den in der BSSSC organisierten "Subregionen" des Ostseeraums geführt. Auch vor diesem Hintergrund hat Schleswig-Holstein im Januar 2002 einen BSSSC-Workshop zur Umsetzung der Ziele von Baltic 21 auf regionaler Ebene durchgeführt. Die dort erarbeitete Maßnahmenliste ist auf der Homepage der BSSSC veröffentlicht und dient als Vernetzungsebene für verschiedene Akteure in den Subregionen des Ostseeraumes im Bereich der Nachhaltigkeit.
Gemäß den neuen Strategischen Leitlinien der Baltic 21 aus dem Jahre 2004 soll sogenannten Leuchtturmprojekten mit hoher Ausstrahlungskraft zukünftig eine besondere Rolle zukommen. Mit Unterstützung von BSSSC wurde das Projekt A.S.A.P. zu "Effizienten Verwaltungsstrukturen als Voraussetzung für Nachhaltige Entwicklung von ländlichen Räumen mit Demographischen Veränderungen" als Leuchtturmprojekt der Baltic 21 anerkannt. An dem Projekt sind auch schleswig-holsteinische Partner betteiligt (Innenministerium Schleswig-Holstein, K.E.R.N.-Region, Kreise Nordfriesland und Ostholstein). Das Projekt erhält Fördermittel aus INTERREG III B.
Darüber hinaus hat die Landesregierung einen eigenen Katalog von Beiträgen zur Umsetzung der Baltic 21 entwickelt. Eine aktuelle Bilanz ergibt, dass mit mehreren Einzelprojekten (z. B. Touristische Umweltbilanz, Baltic CHAIN) viel beachtete Beiträge mit maßgeblicher schleswig-holsteinischer Unterstützung geleistet werden konnten. Die genannten Unterstützungsbeiträge für eine nachhaltige, umweltverträgliche Entwicklung im Ostseeraum werden fortgesetzt.
Aktuelle Projekte
Weiterhin stellt die Ostseezusammenarbeit einen Querschnittsaspekt der Aktivitäten aller Fachdienststellen des Ressorts dar. Vor diesem Hintergrund gibt es verschiedene fachliche Einzelprojekte und Kooperationszusammenhänge mit Partnern im Ostseeraum, über die der erwähnte Ostseebericht der Landesregierung Auskunft gibt. Zu den derzeit aktuellen Aktivitäten des Agrar- und Umweltministeriums zählen:
- BERNET CATCH-Projekt zur Bekämpfung der Nährstoffanreicherung in der Ostsee
- Kooperation mit Dänemark zum Grundwasserdargebot
- Beiträge zum INTERREG-Projekt STRING im Bereich des Integrierten Küstenzonenmanagements und aus den Bereichen Life Science, maritime Sicherkeit, Umwelt, Energie und Kultur
- Mitarbeit in Arbeitsgruppen der Helsinki-Kommision zum Schutz der Ostsee
- Fachexkursionen in den Ostseeraum durch die Umweltakademie
- Auslands-Einsatzstellen im Ostseeraum für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ)
Kooperation mit Süddänemark
Im Umweltbereich hat sich über viele Jahre eine vielfältige und intensive Kooperation zwischen Süddänemark und Schleswig-Holstein entwickelt. Seit 2003 sorgt ein Koordinierungskreis mit der Regionalverwaltung Süddänemark für eine übergreifende Abstimmung der Zusammenarbeit. Der Koordinierungskreis tagt etwa halbjährlich. Mit den dänischen Partnern werden Ideen entwickelt mit dem Ziel, die Kooperation auf einige wenige inhaltliche Cluster zu konzentrieren, die beispielhaft die Potenziale von Umwelt und Landwirtschaft für Arbeitsmarkt und Wachstum verdeutlichen, sich gut mit anderen Clusterstrategien insbesondere im Bereich Wirtschaftspolitik verknüpfen lassen und hohe Außenwirkung und Ausstrahlungskraft entfalten können. Die Zusammenarbeit im Umweltbereich ist Ausdruck der generellen Kooperation zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Region Süddänemark und sucht Anknüpfungspunkte für den jährlichen Arbeitsplan dieser regionalen Kooperation.