12 Zukunftsfelder

Verlauf der Dialog- und Kommunikationsphase

Der weitere Prozess wurde anhand von ausgewählten exemplarischen Pilotaktivitäten, so genannten Zukunftsfeldern, im Dialog mit den Akteuren durchgeführt. Die Auswahl der Zukunftsfelder beruhte auf der Auswertung der Bestandsaufnahme, die in der ersten Phase erhoben wurde und ist nicht abschließend. Themen, die noch nicht als Zukunftsfelder definiert wurden, können jederzeit aufgenommen werden. In folgenden 12 Zukunftsfeldern wurde im Zeitraum Februar 2002 bis März 2003 der Dialog mit den gesellschaftlichen Gruppen geführt:

Arbeiten und Produzieren

Schleswig-Holstein als Standort für zukunftsfähige Technologien

  • Technologiepolitik will die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen stärken. Maßnahmen zur Realisierung dies Ziels reichen von der Gestaltung eines optimalen Innovativationsklimas über die Schaffung einer leistungsfähigen Technologie-Infrastruktur bis hin zu einer effizienten finanziellen Förderung von Forschung und Entwicklung.

Nachhaltige Gestaltung und Bewirtschaftung von Gewerbegebieten

  • In der Zukunft sollen städtebauliche, ökologische und soziale Anforderungen an neue Gewerbegebiete berücksichtigt werden. Auf der Basis von Pilotvorhaben soll gezeigt werden, wie die Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Erschließung und Bewirtschaftung von Gewerbegebieten Vorteile für alle Akteure bieten kann. Leitfaden zur Gewerbegebietsgestaltung "Gewerbegebiete für die Zukunft".

Familiengerechte Arbeitsstrukturen

  • Die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft hängt von Arbeitsstrukturen ab, die es den Menschen erlauben, ihre Begabungen, Fähigkeiten und Erfahrungen im Beruf zu entfalten und ihre Existenz zu sichern, zeitgleich aber in einer familiären Bindung partnerschaftlich zu leben und den Bedürfnissen ihrer Kinder gerecht zu werden.

Zusammen leben

Demokratiekampagne - Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

  • Die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in kommunale Entscheidungsprozesse verfolgt das Ziel, sie für die Gestaltung einer Bürgergesellschaft zu interessieren und zu gewinnen. Die Umsetzung erfolgt auf kommunaler Ebene in Form repräsentativer Gremien, offener Gremien sowie projektorientierter Beteiligung.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

  • Nachhaltigkeit als Prinzip
    In diesem Modellprojekt geht es darum, die Bildungsprinzipien für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Entwicklung in alle Bildungsbereiche einzuführen. Wesentliche Elemente sind unter anderen: Gestaltungskompetenz, Partizipation und innovative Methoden.
  • Baltic-Sea-Projekt
    Ziel dieses Projektes ist die Schaffung eines Netzwerkes zwischen den Schulen der Ostsee-Anrainer-Staaten zum Austausch von Bildungskonzepten und Erfahrungen, um die Gestaltungskompetenz der Schüler und Schülerinnen zur Bewältigung der Zukunft zu fördern.
  • Bund-Länder-Kommission, Projekt "21"
    Mit dem Förderprogramm "21" der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung wird versucht, die Ziele und Inhalte der Agenda 21 in die schulische Regelpraxis zu integrieren. Die Umweltbildung erfährt eine neue Orientierung, eine umfassendere Zielperspektive und neue didaktische Impulse. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, die Zukunft des gemeinsamen globalen Lebensraumes kompetent und wertorientiert mitgestalten zu können.

Gewaltfreiheit der Gesellschaft

  • Gewaltprävention - Häusliche Gewalt
    Häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder ist keine Privatangelegenheit. Meist liegt ihr ein Gewaltkreislauf zugrunde, der durchbrochen werden muss: Gewalttäter müssen zur Verantwortung gezogen, Opfer unterstützt werden.
  • Vorsorge gegen Kriminalität
    Durch das Zusammenwirken von Bürgerinnen und Bürgern, Handel und Gewerbe, staatlichen Instanzen sowie Wissenschaft und kriminalpräventiven Räten sollen die Ursachen von Kriminalität erforscht, zukünftige Straftaten verhindert und das Sicherheitsgefühl erhöht werden. Dafür soll die Zahl der kriminalpräventiven Räte in den Kommunen erhöht werden.

Bürgergesellschaft

  • Für die Verwirklichung der Bürgergesellschaft ist die Förderung des Engagements von Bürgerinnen und Bürgern auf allen Ebenen unabdingbar. Die Landesinitiative Bürgergesellschaft will hierfür die Rahmenbedingungen verbessern, neue Konzepte zur Engagementförderung entwickeln und mit allen Beteiligten eine engamentfreundliche Infrastruktur schaffen.

Nachhaltige Stadtentwicklung

  • Zukunftsfähige Städte sind eine notwendige Voraussetzung für eine zukunftsfähige Gesellschaft und Motoren für gesellschaftliche Entwicklungsprozesse. Das Zukunftsfeld "Nachhaltige Stadtentwicklung" verfolgt das Ziel, stabile und zukunftsfähige Strukturen in der gesamten Bau– und Wohnungswirtschaft und im Städtebau zu entwickeln und zu etablieren. Dazu gehört unter anderem ein haushälterisches Bodenmanagement, die Mobilisierung von Konversionsflächen und Brachen, ein schonender Umgang mit Ressourcen, die Eindämmung von Zersiedelungseffekten im Stadt-Umland, eine stadtverträgliche Mobilität sowie die Stärkung von partizipatorischen Planungsprozessen.

Das Land nutzen

Transparente Produktion gesunder Nahrungsmittel

  • Um eine ressourcenschonende Produktion zu ermöglichen, die dem Verbraucherschutz Vorrang einräumt und das Qualitätsbewusstsein schärft, sind Regeln bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln zu entwickeln. Ausgehend von dem "Konzept der Qualitätstore" sollen weitere Systeme für die Sicherung einer "gläsernen Produktion" entwickelt werden.

Potenziale einer multifunktionalen Landwirtschaft

Eine multifunktionale, das heißt nicht nur auf die Nahrungsmittelproduktion ausgerichtete Landwirtschaft ist das Leitbild der europäischen gemeinsamen Agrarpolitik. Ziel des Zukunftsfeldes ist es, die Potenziale dieses Konzeptes für Schleswig-Holstein zu konkretisieren.

Effiziente und ressourcenschonende Energiebedarfsdeckung

  • Unter Ausschöpfung der neuen Markt-Rahmenbedingungen und Ausnutzung der natürlichen Voraussetzungen des Landes soll am Beispiel von vier Schwerpunkten (Windenergienutzung, einer Initiative Biomasse und Energie, der kommunalen Kompetenzen beim Klimaschutz sowie der Einführung von kommunalem Energiemanagement zur weiteren Entwicklung einer nachhaltigen Energiewirtschaft beigetragen werden.

Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr

  • Ziel ist die Entwicklung von praxisorientierten Lösungen, um eine weitere qualitative Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs-Angebotes im Land zu erreichen und einen weiteren Anstieg des motorisierten Individualverkehrs zu verhindern.



Für die 12 Zukunftsfelder waren jeweils federführende Ministerien verantwortlich, die Federführung für den Dialogprozess insgesamt lag beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft (MUNL; jetzt Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, MLUR).


Stand: 16.06.2009

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