Hintergrundinformationen - Spargel

Hier finden Sie weitere Informationen zu Spargel in Schleswig-Holstein.

Ernte und Anbau von Spargel

Spargel war schon in der Antike etwas Besonderes. Das königliche Gemüse wurde bereits vor mehr als 5.000 Jahren den alt-ägyptischen Pharaonen als Delikatesse serviert. Wandmalereien und Fresken von Spargelmahlzeiten in den Königspyramiden legen Zeugnis davon ab. Die Herrscher des Altertums kannten allerdings nur den Wildspargel - grün und nicht viel dicker als ein Grashalm.

In Deutschland wird der Spargel seit dem 16. Jahrhundert kultiviert. Sein Genuss war zunächst nur den Wohlhabenden vorbehalten. Im vorigen Jahrhundert wurde Spargel im amtlichen Arzneibuch als Heilpflanze geführt und musste in Apotheken vorrätig sein. 

Spargel (Asparagus officinales L.) ist eine mehrjährige Staudenpflanze und gehört zur Familie der Liliengewächse. Zu seinen Verwandten zählen zum Beispiel Knoblauch, Schnittlauch und das Maiglöckchen. Verwendet werden nur die jungen Sprosse. Nach der Ernte hat die Pflanze noch genügend Zeit, sich nach dem Absterben der Triebe zu regenerieren, um in der nächsten Saison kräftige Spargelstangen hervorzubringen.

Spargel benötigt steinfreien und tiefgründigen Boden. Seit Ende des 18. Jahrhunderts ist die Methode, Spargel in Hügelbeeten ohne Lichteinwirkung zu ziehen, bekannt. Damit war der weiße Spargel, auch Bleichspargel genannt, erfunden. Sobald der Spargel an der Oberfläche des Dammes durch Risse zu erkennen ist, wird geerntet. Jede einzelne Stange wird von Hand freigelegt und mit einem scharfen Spargelmesser gestochen. Das Loch wird anschließend mit feuchter Erde gefüllt und mit einer Kelle geglättet, um zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ernten zu können. Bei einer Bodentemperatur von 12 Grad Celsius beginnt der Austrieb der Knospen. Geerntet wird von Ende April bis Mitte Juni - je nach Witterung. Werden die Spargeldämme mit Folien abgedeckt, so verfrüht sich die Erntezeit in der Regel um 10 Tage. Von der Ernte bis zum Verzehr von deutschem Spargel vergehen für gewöhnlich nicht mehr als 24 Stunden. Dies garantiert Frische und eine hervorragende Qualität. Grünspargel wird nicht in Erddämmen gezogen, sondern wächst oberirdisch. Durch die Sonneneinstrahlung bildet er den grünen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll und erhält so seine typische grüne Farbe.

Spargelanbau in Schleswig-Holstein

In den vergangenen Jahren hat sich der Spargelanbau in Schleswig-Holstein dank neuer Spargelsorten, verbesserter Kulturtechnik aber vor allem durch die Bedeckung der Dämme mit Folien stark entwickelt. Mit rund 400 Hektar Anbaufläche hat der Spargel sich hinter den Kohlarten und Möhren flächenmäßig schon an den fünften Platz des Gemüseanbaues in Schleswig-Holstein geschoben. Rund 90 Betriebe in Schleswig-Holstein bauen das "Elfenbein zum Essen" an. Die Spargelbetriebe in Schleswig-Holstein zeichnen sich in der Regel durch eine deutliche Diversifikation aus. Oftmals werden neben dem Spargel auf diesen Ackerbau- oder Viehzuchtbetrieben noch weitere gärtnerische Sonderkulturen wie zum Beispiel Erdbeeren, Himbeeren usw. angebaut. Spargel wird oftmals als zweites oder drittes wirtschaftliches Standbein in den Betrieb integriert.

Spargelanbauflächen in Schleswig-Holstein

2001380 ha
2002375 ha
2003385 ha
2004346 ha
2005339 ha
2006385 ha

Anbauschwerpunkte liegen im so genannten "Speckgürtel" von Hamburg, in den klimatisch begünstigten südöstlichen Landesteilen zwischen Lübeck und Lauenburg sowie im Raum Neumünster.

Inzwischen ist der Spargelanbau auch in nördlichen Regionen vorgedrungen. Der nördlichste deutsche Spargelanbauer sticht seinen Spargel in der Nähe von Flensburg, kurz vor der dänischen Grenze.

Spargelanbauflächen in Deutschland

200112.904 ha
200214.222 ha
200315.106 ha
200416.744 ha
200518.117 ha

Anbaustärkste Bundesländer: Niedersachsen, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern

Durchschnittserträge

20052004
Schleswig-Holstein 40 dt/ha38 dt/ha
Bundesweit46 dt/ha43 dt/ha

Bei Grünspargel liegt der Ertrag ca. 30 % niedriger.

Aussicht für das Ernteergebnis 2007

Durch den frühen Erntebeginn wird mit guten Gesamterträgen gerechnet, wobei natürlich der weitere Witterungsverlauf eine Rolle spielen wird.

Arbeitskreis "Spargel Schleswig-Holstein"

Der Arbeitskreis Spargel ist 1990 durch Initiative einiger schleswig-holsteinischer Spargelbetriebe in Zusammenarbeit mit der Beratung der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein gegründet worden. In dem Arbeitskreis werden Fragen rund um die Sonderkultur Spargel diskutiert. Die Mitglieder führen Feldbegehungen und Betriebsbesichtigungen durch. Während der Stechsaison setzt sich der Arbeitskreis Spargel offensiv für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ein. Derzeit gehören 58 schleswig-holsteinische Betriebe dem Arbeitskreis an. Das Motto des Arbeitskreises "Schleswig-Holstein Spargel - schmeckt nach Land und mehr" findet sich als Logo auf Fahnen, T-Shirts und Faltblättern wieder. Das Faltblatt "Spargelstraße Schleswig-Holstein" zeigt dem Verbraucher, wo er in der Spargelsaison frischen Spargel bekommt. Auf öffentlichen Veranstaltungen wird das königliche Gemüse vertreten durch eine Spargelkönigin.

Vermarktung in Schleswig-Holstein

Der Spargel aus Schleswig-Holstein wird zu über 90 % direkt vermarktet, das heißt ab Hof, über Marktstände verkauft oder direkt an Restaurants und Großküchen abgegeben.

Aussicht: Die derzeitige Vermarktungssituation sieht noch gut aus, obwohl durch die stark steigenden Anbauflächen in Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und den zunehmenden Verkauf dieser Ware auch in Schleswig-Holstein der Preis unter Druck gerät.

Europäische Handelsklassen

Handelsklassen sollen das Angebot übersichtlicher gestalten und Verbraucherinnen und Verbraucher vor minderwertiger Ware schützen. 

Der weiße Spargel wird in folgenden Handelsklassen / Sortierungen angeboten:

Klasse I Extra: Ø 16 bis 26 mm, gradlinig gewachsene Stangen, ca. 22 cm lang, rein weiß, fest geschlossene Köpfe

Klasse I: Ø 12 bis 26 mm, gerade Stangen, ca. 17 bis 22 cm lang, geschlossene Köpfe 

Klasse II: Ø > 12 mm, leichte Krümmung der Stangen und nicht ganz geschlossene Köpfe tolerierbar, ca. 12 bis 22 cm lang

Verzehrgewohnheiten

Der durchschnittliche pro-Kopf-Verbrauch von Spargel in Deutschland liegt bei 1,4 kg. Im Vergleich zum europäischen Ausland ist dies ziemlich hoch. Das bedeutet beim frischen Spargel (Inlands- und Importware) 86.000 Tonnen jährlich.

Bedeutung für die Ernährung

Durch seinen hohen Wassergehalt, damit geringen Kaloriengehalt (1 kg Spargel enthält nur 180 kcal oder 750 kJ) und seine Bekömmlichkeit eignet er sich hervorragend für jede Art von Frühlingskur. Wie kein anderes Gemüse fördert Spargel durch seinen hohen Gehalt an Kalium und Asparaginsäure die Entwässerung des Körpers. Spargel enthält einen hohen Anteil an den Vitaminen A, C und E. Schon 500 g Spargel decken den Tagesbedarf an Vitamin C zu 80 Prozent und an Vitamin E zu 90 Prozent ab. Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff ist die Folsäure. Hundert Gramm des Gemüses decken bereits den Tagesbedarf dieses Vitamins ab. Folsäure ist das am weitesten verbreitete Mangelvitamin und Sündenbock für Müdigkeit, nervöse Unruhe, Konzentrationsmangel und früh ergrautes Haar. Zusätzlich enthält der Spargel noch Saponine (sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe), die cholesterinsenkend wirken und vor Krebs schützen.


Stand: 1. August 2007

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