Getreide
Getreide
Getreide bilden die Nahrungsgrundlage eines Großteils der Menschheit. Sie sind zum einen Grundnahrungsmittel und werden zum anderen als Viehfutter genutzt.
Weizen
Der Weizen hat ein gelbliches bis rotbraunes, eiförmiges Korn und ist längs gefurcht mit Bärtchen. Eine Weizenähre besteht aus 20 bis 32 Ährchen, auf denen je nach Sorte zwei bis fünf Körner sitzen. Der heutige Saatweizen ging aus einer Kreuzung mehrerer Getreide- und Wildgrasarten hervor. Die ersten von Menschen angebauten Weizenarten waren Einkorn und Emmer. Ihr Herkunftsgebiet ist der Vordere Orient. Die ältesten Nackt-Weizenfunde stammen aus der Zeit zwischen 7800 bis 5200 vor Chr. Damit ist Weizen nach Gerste die zweitälteste Getreideart. Die Bedeutung des Weizenanbaus in Europa nahm erst durch das Weißbrot, das ab dem 11. Jahrhundert in Mode kam, zu. Weizen ist in Deutschland das am meisten angebaute Getreide und das wichtigste Brotgetreide der Welt.
Roggen
Roggen hat ein graubraunes bis grünliches, schmales Korn und ist längs gefurcht. 30 bis 40 Ährchen bilden die Roggenähre. Jedes Ährchen besitzt in der Regel zwei Körner. Roggen ist keines der klassischen Getreide der Antike. Man vermutet seinen Ursprung vor 2000 bis 3000 Jahren als „Unkraut“ in Weizenfeldern Kleinasiens, wo es im Mischbau verbreitet wurde. In Mitteleuropa ist Roggen nach Weizen das zweitwichtigste Getreide. Er wird besonders in Mittel- und Osteuropa als Brotgetreide verwendet. Der Anteil von Roggen an der Weltgetreideerzeugung liegt bei nur einem Prozent.
Hafer
Hafer hat ein hellgelbes, lang gestrecktes, spindelförmiges Korn, das von glatten glänzenden Spelzen umschlossen ist. Hafer hat keine Ähren, sondern Rispen. Diese Rispen enthalten 20 Ährchen mit je zwei Körnern. Im Mittelalter wurde Hafer zum Bierbrauen genutzt. In Schottland war Hafer früher ein Grundnahrungsmittel. Heute wird Hafer zu Haferflocken (Müsli, Brei, Suppe) und diätetischen Lebensmitteln verarbeitet.
Gerste
Gerste ist strohgelbes, rundliches Korn; die rauen Spelzen sind mit der Fruchtsamenschale verwachsen. Jede Ähre trägt 25 bis 30 Ährchen mit ein bis drei Körnern. Ursprungsgebiete der Gerste sind der Vordere Orient und die östliche Balkanregion. Die ältesten Nachweise der Gerste lassen sich bis 10500 v. Chr. zurückdatieren. Sie wird hauptsächlich als Tierfutter genutzt. Als Nahrungsmittel wird Gerste zu Nährmitteln, Müsli, Brei, Bier, Kaffeeersatz und Brandwein verarbeitet.
Dinkel
Dinkel ist eine Getreideart und ein Vorläufer bzw. die Urform des heutigen Weizens. Schon vor 15000 Jahren war Dinkel als Kulturpflanze im südwestlichen Teil Asiens bekannt. Im Unterschied zum Weizen ist das Dinkelkorn fest mit den Spelzen verwachsen, dadurch ist es zwar besser geschützt, die Verarbeitung erfordert aber einen zusätzlichen Verarbeitungsschritt - er muss entspelzt werden.
Die Erzeugung von Brotgetreide
Als backfähigste Brotgetreidearten haben sich bei uns Roggen und Weizen durchgesetzt. Mit ihrer Nutzung lassen sich lockere, gut verdauliche und schmackhafte Gebäcke herstellen. Getreide ist, wie jedes andere Naturprodukt auch, von den „Launen der Natur“ abhängig. Hier spielt unter anderem das großräumig wirkende Klima eine Rolle. Roggen stellt die geringsten Klima- und Bodenansprüche. Der Weizen dagegen braucht mehr Wärme als der Roggen. Dafür kann er aber auch Trockenheit und Hitze besser ertragen. Zum anderen ist auch der jahreszeitliche Einfluss der Witterung im regionalen und lokalen Bereich von großem Einfluss. Der Witterungsverlauf beeinflusst die Qualität und Menge des Korns. Je gleichmäßiger der Feuchtigkeitsgehalt der Luft und die Temperatur sind, umso voller und besser kann sich das einzelne Korn entwickeln. Durch die Verwendung teilweiser unterschiedlicher Weizen- und Roggensorten können die normalen, klimatisch bedingten Schwankungen im Getreideanbau ausgeglichen werden.
Brotgetreideanbau in Schleswig-Holstein
Statistische Informationen zu Anbauflächen, Erträgen und vieles mehr finden Sie hier.
Stand: 16. Juli 2008