Ehemalige Chemische Reinigungen
Ein großer Teil der Schadensfälle in Schleswig-Holstein ist auf den Einsatz von leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW) zurückzuführen. LCKW wurden über Jahrzehnte primär als Lösemittel zur Reinigung und Entfettung eingesetzt. Aus diesem Grund initiierte das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR) ein Modellprojekt zur Bearbeitung der altlastrelevanten Branche "Chemische Reinigung", da hier mit einem hohen Prozentsatz an Fällen zu rechnen ist, von denen Gefahren für die Umwelt, insbesondere das Grundwasser ausgehen können.
Im Rahmen der systematischen Altstandorterhebung wurden Hinweise auf 1.213 Standorte mit der Nutzung chemische Reinigung, Reinigung, chemische Waschanstalt bzw. Wäscherei sowie Färberei, für die oftmals als Nebengewerbe auch der Hinweis auf eine chemische Reinigung vorliegt, ermittelt. Obwohl diese Branche bereits seit Mitte der 1980er Jahre in einigen Gebietskörperschaften sowie im Rahmen eines Förderprojektes des damaligen Ministeriums für Umwelt, Natur und Forsten zur Erstbewertung von Altstandorten [2000 – 2003] bearbeitet wurde, stand im Jahr 2006 die Überprüfung des Altlastenverdachtes für den überwiegenden Teil dieser Flächen noch aus.
Das Modellprojekt "Chemische Reinigungen" untergliedert sich in drei Teilprojekte:
Der Schwerpunkt der Bearbeitung lag auf dem Teilprojekt A, um die ehemaligen Betriebsstandorte aus dem Gesamtdatenbestand herauszufiltern und damit die Grundlage für eine zielgerichtete weitere Bearbeitung zu schaffen. Die Erkenntnisse aus den drei Teilprojekten mündeten in eine Arbeitshilfe.
Teilprojekt A (Erstbewertung)
Ziel der Erstbewertung von Standorten ehemaliger chemischer Reinigungen ist die Überprüfung des Altlastenverdachtes, da es von entscheidender Bedeutung ist, ob ein Betriebsstandort oder nur eine altlastirrelevante Annahmestelle für chemische Reinigungen nachgewiesen werden kann.
Im Rahmen der systematischen Erhebung der Altstandorte wurden in Schleswig-Holstein Hinweise auf 1.213 Flächen festgestellt. Für den überwiegenden Teil dieser Standorte hatte bis Projektbeginn in 2006 noch keine Verifizierung der tatsächlichen Nutzung stattgefunden. Bis Ende 2005 waren 514 Standorte hinsichtlich der Altlastenproblematik bearbeitet. Während der Projektlaufzeit wurden weitere 472 Standorte hinsichtlich einer altlastrelevanten Nutzung überprüft, so dass die Erstbewertung dieser Flächen – mit zwei Ausnahmen - in den Kommunen abgeschlossen werden konnte. Mit Projektende stand die Bearbeitung von ca. 227 Standorten noch aus.
Teilprojekt B (Historische Erkundung)
Ziel der historischen Erkundung von Standorten ehemaliger chemischer Reinigungen ist die vollständige Rekonstruktion der Nutzungsgeschichte und des Produktionsablaufes, um Bereiche höherer Kontaminationsvermutung zu lokalisieren und darauf aufbauend unter Berücksichtigung der Standortgegebenheiten ein Untersuchungskonzept zu erstellen.
Im Rahmen des Teilprojektes wurden insgesamt 28 Standorte unterschiedlicher Nutzungsgeschichte einer Historischen Erkundung unterzogen.
Teilprojekt C (Orientierende Untersuchung)
Ziel der orientierenden Untersuchung von Standorten ehemaliger chemischer Reinigungen nach § 9 (1) BBodSchG ist, den Altlastenverdacht durch örtliche Untersuchungen zu entkräften oder zu erhärten.
Es wurden insgesamt 19 Standorte mit unterschiedlicher Nutzungsgeschichte und Bebauung sowie unterschiedlichen Untergrundverhältnissen untersucht.
Arbeitshilfe "Hinweise zur Bearbeitung von Standorten ehemaliger Chemischer Reinigungen"
Die Erkenntnisse aus dem Modellprojekt "Chemische Reinigungen" sind als Hilfestellung für die zukünftige Bearbeitung in einer Arbeitshilfe zusammengefasst. Die Arbeitshilfe wendet sich insbesondere an Behörden und Gutachter/Büros. Sie umfasst Informationen zu Chemischen Reinigungen, insbesondere zum Stoffeinsatz, sowie Hinweise zur Durchführung der Erstbewertung, der Historischen Erkundung und der Vorbereitung und Durchführung der orientierenden Untersuchung. Bestandteil der Arbeitshilfe sind weiterhin Muster-Leistungsverzeichnisse und Gliederungsvorgaben für Abschlussberichte, die als "Werkzeugkasten" genutzt werden können.
Hinweise zur Bearbeitung von Standorten ehemaliger Chemischer Reinigungen (PDF, 1 MB, Datei ist nicht barrierefrei)
Deckblätter, Anhänge (PDF, 15 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Anhang 1 Stoffinformation (PDF, 90 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Anhang 2a Erstbewertung (RTF, 145 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Anhang 2b Gliederung Erstbewertung (RTF, 96 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Anhang 3a Historische Erkundung (RTF, 141 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Anhang 3a Gliederung Historische Erkundung (RTF, 34 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Anhang 4a Leistungsbeschreibung Orientierende Untersuchungen (PDF, 45 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Anhang 4b Leistungsbeschreibung und - Leistungsverzeichnis Orientierende Untersuchungen (RTF, 794 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Anhang 4c Anlagen zur Muster - Leistungsbeschreibung (RTF, 107 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Anhang 4d Muster - Gliederung eines Berichtes zur orientierenden Untersuchung von Standorten ehemaliger Chemischer Reinigungen (RTF, 75 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Anhang 5 Fallbeispiele zur Abschätzung des Stoffeintrages in das Grundwasser (PDF, 5 MB, Datei ist nicht barrierefrei)
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