Erfassung und Erstbewertung von Altstandorten in Schleswig-Holstein

Altstandorte werden in Schleswig-Holstein seit 1986 von den Kreisen und kreisfreien Städten erfasst. Da die Kommunen jedoch nicht über ausreichende personelle und finanzielle Kapazitäten verfügten, konnte bis 1997 keine systematische flächendeckende Erfassung erfolgen; die vorliegenden Ergebnisse waren bis zu diesem Zeitpunkt sehr unvollständig.

Dies hat das Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten zum Anlass genommen, zum Einen ein Projekt zur systematischen Erfassung von Altstandorten (1997 - 2001), zum Anderen ein Projekt zur Erstbewertung von Altstandorten (2000 - 2003) zu initiieren. Bis zu 32 MitarbeiterInnen wurden zumeist dezentral in den jeweiligen Gebietskörperschaften eingesetzt.

Die Arbeiten konzentrierten sich zunächst auf die Aufnahme von altlastrelevanten ehemaligen Gewerbestandorten in den Städten, weil hier die Altlastenproblematik eine größere Bedeutung hat. Grundlage für die Ermittlung von Altstandorten ist die systematische Auswertung historischer Adressbücher und Gewerbemeldedaten hinsichtlich altlastrelevanter Branchen. Diese Daten werden zur sogenannten Urliste zusammengeführt, die die maximale Anzahl potentiell altlastverdächtiger Flächen für den derzeitigen Bearbeitungsstand enthält.

Bei der anschließenden Erstbewertung werden über definierte Arbeitsschritte altlastirrelevante Nutzungen herausgefiltert, sofern entsprechende, fachlich abgesicherte Erkenntnisse vorliegen, so dass sich die weitere Bearbeitung nur noch auf relevante Standorte konzentriert.

Nach Abschluss der formalen Erstbewertung an Hand von festgelegten Bewertungskriterien (Klassifizierung) sind zwei Einstufungen möglich. Bei der Kategorie A besteht unter den gegebenen Umständen kein Verdacht einer Gefährdung, während bei einer Einstufung in die Kategorie K eine Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit nicht mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Die Standorte der Kategorie K sind deshalb gemäß § 5 LBodSchG in die kommunalen Altlastenkataster bzw. in das Altlasteninformationssystem des Landes zu überstellen. Erfahrungsgemäß sind dies nur etwa 20 - 25 Prozent der erfassten Standorte der Urliste.

Während der Projektlaufzeiten konnte bzw. kann der Kenntnisstand bezüglich altlastverdächtiger Flächen bzw. potentieller Altstandorte in den Städten der Landkreise und den kreisfreien Städten grundlegend verbessert werden, da zu Beginn kaum Altstandorte bekannt waren, deren Datengrundlage durch eine vertiefende Bearbeitung im Sinne des Bundes-Bodenschutzgesetzes abgesichert war. Des Weiteren ist eine landesweit einheitliche Vorgehensweise bei der Erfassung und Erstbewertung von Altstandorten gewährleistet.

Ansprechpartnerin: Dr. Ulrike Ströh-Neben
Landesamt für Natur und Umwelt Schleswig-Holstein
Tel. 04347 / 704 - 586

Projektbericht

Um den Erfassungsstand im Land zu verbessern, hat das Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten (MUNF) von September 1997 bis Oktober 2001 ein Projekt zur systematischen Altstandorterfassung initiiert. Zusätzlich zu dem Erfassungsprojekt wird seit Oktober 2000, befristet bis Oktober 2003, ein ebenfalls von der Arbeitsverwaltung und dem MUNF gefördertes Projekt zur Erstbewertung (Klassifizierung) von Altstandorten durchgeführt.

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