Stand der Erfassung und der Bearbeitung von Altlasten und altlastverdächtigen Flächen

Jahr 2002 einigten sich die Bundesländer auf die Veröffentlichung von einheitlichen statistischen Angaben zum Stand der Erfassung und Bearbeitung von altlastverdächtigen Flächen und Altlasten. Von den im jeweiligen Bundesland erfassten Altablagerungen (AA) und Altstandorten (AS) werden jährlich die Anzahl der altlastverdächtigen Flächen und Altlasten angegeben, die Anzahl von Flächen mit den durchgeführten Bearbeitungsschritten Gefährdungsabschätzung bzw. Sanierung sowie Altlasten in der Überwachung. Zusätzlich werden in Schleswig-Holstein die Verdachtsentkräftungen nach historischer Erkundung, Gefährdungsabschätzung und Sanierung ermittelt. Da die Anzahl der Altlasten von dem jeweiligen Ergebnis der insgesamt durchgeführten Gefährdungsabschätzungen sowie der Zahl der abgeschlossenen Sanierungen abhängig ist, kann die Summe der Altlasten gegenüber dem Vorjahr sowohl sinken als auch steigen.

Konsequent und landesweit einheitlich werden die Vorgaben zur Erstellung der Altlastenstatistik mit dem Softwareprogramm K3 Modul Boden- und Altlastenkataster umgesetzt und die entsprechenden Daten an die obere Bodenschutzbehörde exportiert. Dieses Verfahren wird von allen unteren Bodenschutzbehörden genutzt. Zurzeit werden bei der oberen Bodenschutzbehörde neben den digital vorliegenden Statistiken noch analoge Angaben ausgewertet, da zwar die Altdatenübernahme in das K3 Programm bereits stattgefunden hat, die entsprechenden Statistikangaben für die Altfälle z.T. aber noch nachgepflegt werden müssen.

Die vorgenannten Bearbeitungsschritte und Kennzahlen werden für Schleswig-Holstein in den Folien 1 – 16 der anliegenden Grafikpräsentation dargestellt und beschrieben. Außerdem können die Altlastendaten über den Umweltatlas kreisbezogen abgerufen werden. Die dargestellten Ergebnisse geben gegenwärtig nur einen Ausschnitt der bereits durchgeführten Erfassung und Bearbeitung von altlastverdächtigen Flächen und Altlasten wieder, da noch nicht in allen Gebietskörperschaften eine Zusammenführung der analog an die obere Bodenschutzbehörde gemeldeten statistischen Angaben mit den über das K3 Programm erfassten Statistikangaben stattgefunden hat.

Altablagerungen

Die Bearbeitung der Altablagerungen erfolgt in einem einstufigen Verfahren, bei dem die einzelnen Arbeitsschritte der Erfassung und Erstbewertung miteinander gekoppelt sind. In Abhängigkeit von dem Bewertungsergebnis werden den erfassten Altablagerungen drei Prioritäten zugeordnet:

  • Priorität 1: Altablagerungen, die wegen ihrer Größe oder sonstiger besonderer Eigenarten vordringlich zu untersuchen sind (61 - 120 Punkte).
  • Priorität 2: Altablagerungen, bei denen die Risikoparameter auf eine mögliche Gefahr hinweisen (31 - 60 Punkte).
  • Priorität 3: Altablagerungen, bei denen das Risikopotential gering ist, und eine weitere Bearbeitung in der Regel nur anlassbezogen erforderlich ist (0 - 30 Punkte).

In Folie 2 wird die aktuelle Anzahl der altlastverdächtigen Flächen und Altlasten dargestellt sowie in Folie 3 die diesbezügliche Entwicklung seit dem Jahr 2002. Knapp zwei Drittel der insgesamt erfassten Altablagerungen sind derzeit als altlastverdächtig eingestuft. Folie 5 dokumentiert die bereits abgeschlossenen Gefährdungsabschätzungen. Die dargestellten Veränderungen beruhen nicht nur auf den jährlich zu verzeichnenden Zunahmen in den meisten Gebietskörperschaften, sondern ggf. auch auf regionalen Anpassungen an die bundesweiten Definitionen, so dass es zwischenzeitlich auch zu einer Verringerung der Gesamtzahl kommen kann. In Folie 6 ist die landesweite Zunahme an bereits sanierten Altlasten dargestellt. Folie 7 zeigt, dass sich die Anzahl der erfassten altlastverdächtigen Altablagerungen in den der Landeshauptstadt benachbarten Kreisen besonders konzentriert. Die kreisfreien Städte sind i.d.R. aufgrund ihrer geringeren Flächengröße weniger betroffen. Auch die Nähe zu Hamburg hat bei einigen Flächenkreisen zu einer Vielzahl von ermittelten altlastverdächtigen Altablagerungen geführt, die weitere Bearbeitungsschritte nach sich zogen. So ist in Folie 8 und Folie 10 kreisbezogen die Verteilung der durchgeführten Gefährdungsabschätzungen und Sanierungen dargestellt, sowie in Folie 11 die Verteilung von Verdachtsentkräftungen nach Abschluss einer historischen Erkundung, Gefährdungsabschätzung bzw. Sanierung. Ergänzend ist aus Folie 9 die aktuelle Anzahl der Altlasten zu entnehmen.

Altstandorte

In den Jahren 1989 bis 1996 erfolgte die Erhebung von Altstandorten (AS) noch nicht systematisch und war mit einer Vielzahl von Doppelnennungen verbunden. Mit einem anschließend bis zum Jahr 2001 durchgeführten landesweiten Förderprogramm zur systematischen Erhebung von Altstandorten erfolgte die Anpassung der Erfassungszahlen. Seit Ende 2002 wurde die Anzahl der maximal zu erwartenden altlastverdächtigen Altstandorte in Form einer landesweiten Schätzzahl erstmals ermittelt ( Folie 4). Diese Schätzzahl wurde mit steigender Erfahrung durch die Ergebnisse der seit 2003 landesweit einheitlich durchgeführten Erstbewertung gemäß Altlastenleitfaden SH Erfassung bzw. der weiteren Altlastenbearbeitung mehrmals angepasst und entsprechend verringert. Die systematische Erhebung von Altstandorten mit möglicher Altlastenrelevanz ist flächendeckend abgeschlossen. Veränderungen sind auf die kontinuierliche Aktualisierung des Datenbestandes zurückzuführen.

Folie 5 zeigt, dass sich bei den ermittelten altlastverdächtigen Altstandorten die Anzahl der abgeschlossenen Gefährdungsabschätzungen seit dem Jahr 2003 kontinuierlich erhöht hat, ebenso ist bei den abgeschlossenen Sanierungen eine regelmäßige landesweite Zunahme zu verzeichnen ( Folie 6). Folie 12 stellt kreisbezogen die Verteilung der geschätzten altlastverdächtigen Altstandorte in Schleswig-Holstein dar, weil die Erstbewertung noch nicht abgeschlossen ist. Es wird eine Konzentrierung der Fallzahlen in der Mitte Schleswig-Holsteins deutlich, einige ländlich geprägte Randkreise an der West- bzw. Ostküste sind weniger betroffen.

Die kreisbezogene Verteilung von abgeschlossenen Gefährdungsabschätzungen und Sanierungen ist aus Folie 13 und Folie 15 ersichtlich. Folie 16 stellt die Verteilung der Verdachtsentkräftungen nach Abschluss einer historischen Erkundung, Gefährdungsabschätzung bzw. Sanierung dar. Die aktuelle Anzahl der Altlasten geht aus Folie 14 hervor.

Stand: 31.12.2010

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