Teilplan Abfälle aus dem industriellen und gewerblichen Bereich

Abfallmengen aus Industrie und Gewerbe

Aus Industrie und Gewerbe wurden im Jahr 2007 etwa 188.000 Mg gefährliche Abfälle (ohne Baugewerbe) in Schleswig-Holstein entsorgt. Bei dem überwiegenden Teil der Abfallarten ist das Aufkommen von 2006 zu 2007 leicht bis deutlich gesunken. Mögliche Gründe für einen Rückgang der Abfälle sind beispielsweise abfallärmere Produktionsprozesse der Unternehmen. Es wird davon ausgegangen, dass auch zukünftig nicht mit einer Erhöhung des Abfallaufkommens in diesem Bereich zu rechnen ist.

Entsorgungsanlagen

In Schleswig-Holstein gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Entsorgungsanlagen für Abfälle aus dem industriellen und gewerblichen Bereich. Sie sind teilweise auf besondere Abfallsegmente bis hin zu einzelnen Abfallarten spezialisiert und in ihrer Art zum Teil einzigartig. Zu diesen Entsorgungsanlagen zählen beispielsweise:

  • chemisch-physikalische Behandlungsanlagen,
  • Bodenabfallbehandlungsanlagen,
  • eine Vielzahl spezifischer Anlagen, z.B. für die Aufbereitung von Altöl, Altreifen und Altfenstern, für die Zerlegung von Elektro-/ und Elektronikaltgeräten und von Kühlschränken sowie eine Anlage zur Regenerierung von organischen Lösemitteln,
  • thermische Anlagen,
  • Sonderabfalldeponie

Die Inlandsbeseitigung für Abfälle aus dem industriellen und gewerblichen Bereich im Land Schleswig-Holstein ist grundsätzlich gesichert. Die Kapazitäten der vorhandenen Entsorgungsanlagen reichen aus, um das zu erwartende Abfallaufkommen zu bewältigen. Auch für die Abfälle, die stofflich oder energetisch verwertet werden sollen, sind keine Entsorgungsengpässe zu erwarten. Die Planung bzw. der Bau von zusätzlichen Abfallentsorgungsanlagen ist aus Sicht des Landes Schleswig-Holstein derzeit nicht erforderlich.

Importland Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein ist ein Importland, d. h. es werden mehr gefährliche Abfälle entsorgt als erzeugt. Da die Entsorgungsanlagen nicht vollständig mit den Abfällen aus dem eigenen Land ausgelastet sind, werden Abfälle aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland, teilweise sogar aus Übersee akquiriert.

Der Import von industriellen und gewerblichen Abfällen aus dem Ausland hat im Jahr 2007 mit einer Masse von 54.000 Mg im Vergleich zum Jahr 2006 mit noch 38.000 Mg zugenommen. Auch für die nächsten Jahre wird erwartet, dass insbesondere die EU Erweiterung für den Bereich der Abfallentsorgung immer mehr an Bedeutung gewinnt und die Staatenübergreifende Zusammenarbeit weiter ausgebaut wird.

Zusammenarbeit im Ostseeraum

Länder und Staaten übergreifend werden Aktivitäten und Projekte durchgeführt, die eine effektive und geregelte Abfallwirtschaft zur Reduzierung von Umweltbelastungen und zur Einsparung von Primärrohstoffen in Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn unterstützen sollen. So wurde bereits Anfang 1999 eine Arbeitsgruppe Sønderjylland / Schleswig-Holstein bestehend aus dänischen und deutschen Behördenvertretern ins Leben gerufen. Ziele sind der allgemeine Informationsaustausch zu Fragen der grenzüberschreitenden Abfallverbringung, Klärung von Vollzugsproblemen sowie die Abstimmung gemeinsamer Aktivitäten in diesem Bereich.

Dem Bereich der Abfallwirtschaftsplanung zuzuordnen ist das Projekt Baltic Haz Control (www.europeanwasteplatform.eu).Die Kooperationspartner sind Schleswig-Holstein, die Hansestadt Hamburg, Finnland, Litauen, Lettland, Estland und Norwegen (Region Rogaland). Darüber hinaus wird angestrebt, weitere Kooperationspartner aus Dänemark, Polen, Schweden und Russland mit einzubinden.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Implementierung eines Regionen und Staaten übergreifenden Managementsystems zur grenzüberschreitenden, effektiven und geregelten Entsorgung von gefährlichen Abfällen im Ostseeraum. Das Abfallaufkommen, der Weg der Abfallströme sowie die Behandlungs- und Entsorgungskapazitäten für gefährliche Abfälle werden in dem Projekt für den gesamten Ostseeraum betrachtet. Problematische Abfallströme können so identifiziert und gemeinsame Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden.

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