Europäische Meerespolitik
Maritime Kompetenzen gehören zu den herausgehobenen Entwicklungspotenzialen des Landes Schleswig-Holstein.
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Wirtschaft, Forschung, Meeresumwelt und Schiffssicherheit benötigen starke und verlässliche Rahmenbedingungen auf europäischer und internationaler Ebene. Aus diesem Grund hat sich bereits die frühere Ministerpräsidentin Heide Simonis im Juni 2004 mit ihrem "Plädoyer für eine koordinierte Europäische Meerespolitik" und in zahlreichen Gesprächen mit der Europäischen Kommission sowie mit Regierungschefs und Nichtregierungsorganisationen in Europa für eine integrative Europäische Meerespolitik eingesetzt. Ziel war und ist die europapolitische Flankierung der Landesinitiative Zukunft Meer.
Die Landesregierung hat das Thema Europäische Meerespolitik zu einem wichtigen Punkt seiner Europapolitik erklärt. Sie sieht in diesem Politikfeld große Chancen für Schleswig-Holstein:
- Die EU-Kommission sieht in der Entwicklung einer Europäischen Meerespolitik ein Schlüsselprojekt zur Umsetzung der Ziele des Rates von Lissabon, also zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Europas und damit Chancen auf mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa. Schleswig-Holstein teilt die positiven Erwartungen der Kommission.
- Eine im Auftrag der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) erstellte Potenzialanalyse für die maritime Wirtschaft (World maritime markets) prognostiziert beachtliche Umsatzsteigerungen für die Branchen der maritimen Verbundwirtschaft. Gute Chancen für Arbeit und Beschäftigung in Schleswig-Holstein.
- Der Bereich der Blauen Biotechnologie, also der Erforschung und Nutzbarmachung von marinen Wirkstoffen zum Beispiel für Arzneimittel oder technische Anwendungen, ist ein in Europa noch wenig erschlossener Zukunftsmarkt. Hier gibt es viel versprechende Chancen insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen und Forschungseinrichtungen auch in Schleswig-Holstein.
- Die Bedeutung der Meere als Energiequelle wächst. Neben der zunehmenden Nutzung von offshore (=außerhalb der Küstengewässer)-Windenergie oder Gezeitenenergie ist beispielsweise die umweltverträgliche Gewinnung von Gashydraten zur Energiegewinnung ein in Europa noch wenig erforschtes und genutztes Betätigungsfeld. Hier bieten sich große Chancen für die angewandte Meeresforschung in Schleswig-Holstein.
- In vielen maritimen Wirtschaftssektoren fehlt bereits heute qualifiziert ausgebildetes Personal. Das sind Chancen für den Arbeitsmarkt, auch in Schleswig-Holstein.
- So kann die Europäische Union die Stärkung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit beispielhaft mit ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung verbinden.
Meerespolitik im Ostseeraum
Einzelne Regionen haben es im globalen Wettbewerb zunehmend schwer, sich zu profilieren und zu behaupten. Durch Vernetzung von Kompetenzen und Austausch von Erfahrungen kann ein Mehrwert für alle Beteiligten erzielt werden. Da die Auswirkungen maritimer Aktivitäten keine Grenzen kennen, ist eine Zusammenarbeit im maritimen Bereich von zusätzlicher Bedeutung. Schleswig-Holstein engagiert sich für eine integrierte Europäische Meerespolitik und setzt sich seit 2004 für die Entwicklung einer gemeinsamen Meerespolitik des Ostseeraums ein. Ziel ist die Entwicklung der Ostseeregion zur maritimen Modellregion Europas bis zum Jahr 2015.
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