"Jugend forscht" in Kiel

Zum Bundesfinale von "Jugend forscht" an diesem Wochenende sind 195 Landessieger nach Schleswig-Holstein gereist, um ihre Projekte im Kieler Landtag vorzustellen. Ministerpräsident Carstensen informierte sich auf einem Rundgang über ihre Forschungsergebnisse. Am 22. Mai werden die Sieger bekannt gegeben, auch Bundespräsident Wulff wird dann zu Gast sein.

Ministerpräsident Carstensen blickt in einen KühlschrankHusumer Schüler zeigen Ministerpräsident Carstensen ihren solarbetriebenen Kühlschrank Staatskanzlei

Mit insgesamt 10.700 Teilnehmern am diesjährigen Wettbewerb und 5.700 Projekten konnte der Geschäftsführer der Stiftung "Jugend forscht", Sven Baszio, zum Auftakt am Donnerstag einen neuen Rekord vermelden. "Das Ambiente ist fantastisch", lobte er. Es ist das erste Mal, dass ein Landtag den Wettbewerb beherbergt.

Von Mundgeruch, Klebstoff und Eiswintern

Von ganz praktischen Alltagsfragen bis hin zu den großen Themen wie Klimaschutz reicht wieder die Palette der Projekte. So fanden zwei Schüler aus Bayern heraus, dass nach einer Spülung mit einem Stärke-Abbauprodukt Mund- und Knoblauchgeruch verschwinden. Drei junge Bremer entdeckten, dass ein Sekret der Miesmuschel künftig in vielen Bereichen als Klebstoff eingesetzt werden könnte. Und drei Schüler aus Mecklenburg-Vorpommern ersannen eine Methode, die es aus ihrer Sicht ermöglichen kann, anhand der Sonnenaktivität Eiswinter genauer vorherzusagen.

Teilnehmer aus Schleswig-Holstein

Zwei Wettbewerbsbeiträge aus dem nördlichsten Bundesland haben es ins Finale geschafft.

Umweltfreundlicher Kühlschrank

Alexander Kuschel, Jannick Prechel und Kevin Neumann von der Hermann-Tast-Schule in Husum haben einen mobilen, umweltfreundlichen Kühlschrank entwickelt. Zur Kühlung nutzt das Gerät die Verdampfungsenergie von Wasser. Der notwendige Strom wird durch Solarenergie erzeugt.

Mandy Lenz im Gespräch mit Ministerpräsident CarstensenMandy Lenz aus Rendsburg erläutert ihr Projekt Staatskanzlei

Verhalten von Berberaffen

Mandy Lenz, Abiturientin des Kronwerk-Gymnasiums in Rendsburg hat das Verhalten von Berberaffen im Tierpark Gettorf studiert. Sie führte verschiedene Futterversuche durch und untersuchte die Auswirkungen auf die Rangordnung innerhalb der Affengruppe.

Noch immer eine Jungen-Domäne

Dass maritime Themen diesmal besonders häufig vorkommen, hat laut Baszio nichts mit dem Austragungsort Kiel zu tun, sondern sei reiner Zufall. Unter den sieben Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik ist die Biologie mit 19 Projekten am stärksten vertreten. Der jüngste Teilnehmer ist 11 Jahre alt, die ältesten sind 21. "Jugend forscht" ist immer noch eine Jungen-Domäne: Nur 23 Prozent der Teilnehmer in Kiel sind Mädchen. "Der Landtag ist stolz, dass so viele kluge Köpfe im Parlament zu Besuch sind", sagte Landtagspräsident Torsten Geerdts anlässlich der Eröffnung am Nachmittag im Plenarsaal.

Talent-Potenzial

Der Wettbewerb leiste einen entscheidenden Beitrag zur Förderung begabter Jugendlicher, erklärte in Berlin die Bundesforschungsministerin und Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Annette Schavan. "Zehn Jahre nach Veröffentlichung der ersten PISA-Studie gilt Deutschland in der OECD als Land mit signifikanten Verbesserungen in der naturwissenschaftlichen, technischen und mathematischen Bildung." Die Teilnahme gelte Personalmanagern als wichtiges Markenzeichen und potenziere die Chancen, eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz zu bekommen, sagte Stiftungs-Geschäftsführer Baszio. Das Talent-Potenzial in Deutschland müsse weit effektiver ausgeschöpft werden, um dem Fachkräftemangel in Deutschland zu begegnen.

(Quelle: dpa)

Weitere Informationen

Jugend forscht

Forschungsforum Schleswig-Holstein e.V.

Zusatzinformationen

Ministerpräsident Carstensen zum Bundesfinale von Jugend forscht in Kiel

Jugend forscht -
Kevin, Jannick und Alexander aus Husum

Jugend forscht -
Mandy aus Rendsburg

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