Ausbau der Stromnetze in Schleswig-Holstein

Ziel der Landesregierung ist der Ausbau Schleswig-Holsteins als Energiestandort insbesondere die Ausweitung der Windenergienutzung als Beitrag zur Energiewende in Deutschland. Ein wesentlicher Schritt ist dabei die Erhöhung der Windeignungsflächen auf ca. 1,5 Prozent der Landesfläche.

StrommastAusbau der Stromnetze dringendes Ziel © Jasminka Becker / www.pixelio.de

Dieser Ausbau wird dazu führen, dass bis 2020 rund 8 bis 10 Prozent des deutschen Strombedarfs aus Windenergieanlagen in Schleswig-Holstein gedeckt werden.

Entscheidende Voraussetzung für diese Zielsetzung ist, dass der Netzausbau mit der Ausbaugeschwindigkeit der Erneuerbaren Energien Schritt hält. Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat deshalb den Netzausbau zu einem politischen Schwerpunkt erklärt und eine Netzausbaustrategie entwickelt: Im September 2010 startete die Netzentwicklungsinitiative Schleswig-Holstein. Ihr gehören Vertreter der Netzbetreiber, der Windverbände, der kommunalen Landesverbände und der besonders betroffenen Kreise sowie der Landesregierung an.

In einem ersten Schritt wurde eine gemeinsame Einschätzung entwickelt, wieviel Strom zukünftig aus Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein zu bewältigen ist. Darauf basierend haben die Netzbetreiber im Frühjahr 2011 ein ganzheitliches Konzept für den Leitungsausbau in Schleswig-Holstein erarbeitet und im Rahmen der Netzentwicklungsinitiative vorgestellt.

700 Kilometer neue Stromleitungen

Schleswig-Holstein-Karte mit markierten bestehenden und geplanten Leitungen Ausbau des Stromnetzes in SHGeplanter Netzausbau in Schleswig-Holstein (klicken zum Vergrößern) TenneT TSO GmbH

Erwartet wird ein Ausbau der Stromleitungen über insgesamt 700 km. Im Sommer 2011 sind die Netzbetreiber auf die Kreise zugegangen, um mögliche Trassen mit den geringsten zu erwartenden Konflikten und Standorte für die Umspannwerke zwischen den Spannungsebenen 110 und 380 Kilovolt zu ermitteln. Ab Herbst 2011 werden diese Trassenvorschläge zum Ausbau des Stromnetzes in den Regionen öffentlich vorgestellt und erörtert.

Ziel ist eine möglichst frühzeitige Einbindung aller Betroffenen und eine offene Diskussion über die konkrete Trassenbestimmung im Vorwege des formellen Planfeststellungsverfahrens. Die Netzbetreiber werden das Feedback nutzen, um potenziell konfliktbehaftete Räume zu meiden und möglichst breite Akzeptanz zu erzielen.

Baustart für 2015 geplant

Ab 2012 sollen dann die Genehmigungsunterlagen und ab 2013 die Anträge auf Planfeststellung erstellt werden. Laut Zeitplan sollen die Ausbaumaßnahmen Anfang 2015 beginnen. Netzbetreiber, Kreise und Ministerien haben sich im Rahmen der Netzentwicklungsinitiative in einer gemeinsamen Beschleunigungsvereinbarung auf konkrete Schritte zur Beschleunigung verständigt.

Weitere Projekte

Parallel zur Netzentwicklungsinitiative ist der Leitungsausbau auf weiteren Feldern vorangegangen:

  • Zur Anbindung der künftigen Offshore Windparks hat die TenneT Offshore GmbH im September 2010 im Wege der Befreiung die naturschutzrechtliche Genehmigung zur Netzanbindung aller vor der Westküste Schleswig-Holsteins geplanten und vom Bund genehmigten Windparks durch das Wattenmeer und damit durch den Wattenmeer-Nationalpark erhalten.
  • Im Februar 2011 hat die Landesregierung dem schleswig-holsteinischen Landtag einen Bericht zur Situation der Stromnetze und zum erforderlichen Netzausbau vorgelegt (LT-Drs. 17/1250).
  • Im März 2010 wurde das NORD.LINK-Projekt vorgestellt: Bis spätestens Anfang 2017 soll ein 530 Kilometer langes Seekabel mit einer Übertragungskapazität bis zu 1.600 MW zwischen Norwegen und Schleswig-Holstein durch die Nordsee verlegt werden. Dieses Projekt schafft die Grundlage für einen Netzverbund des Windenergiestandortes Schleswig-Holstein mit den Speicherkraftwerken in Norwegen.
  • Um die Interessen der Landesregierung zu koordinieren, wurde im Frühjahr 2011 eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet. Hauptaufgabe dieser Arbeitsgruppe ist die Optimierung und Beschleunigung der Netzausbauverfahren und -planungen.
  • Darüber hinaus wurden verschiedene konkrete Leitungsbauvorhaben vorangetrieben. Zu nennen sind auf der 380 KV-Ebene insbesondere die Erhöhung der Übertragungskapazität für Nord-Süd-Transite auf der Strecke zwischen Audorf bei Rendsburg, Hamburg/Nord und Dollern in Niedersachsen und auf der 110 KV Ebene der Bau der Leitung Breklum-Flensburg.

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