Integriertes Energie- und Klimakonzept
Deutschland vollzieht die Energiewende. Schleswig-Holstein wird dabei eine Schlüsselrolle spielen – vor allem wegen des herausragenden Anteils an erneuerbaren Energien.
REpower Systems AG, Foto: Jan Oelker
Aber auch in anderen Bereichen der Energie- und Klimaschutzpolitik schreitet Schleswig-Holstein innovativ voran. Eine hohe Energieeffizienz und die Vermeidung von Treibhausgasen bei der Energieerzeugung sind entscheidende Instrumente des Klimaschutzes. Diese enge Verzahnung von Energie- und Klimaschutzpolitik hat die Landesregierung dazu bewogen, zum Herbst 2011 ein integriertes Energie- und Klimakonzept vorzulegen. Darin wird die Landesregierung die Ziele, Strategien und Maßnahmen ihrer Energie- und Klimaschutzpolitik im Detail formulieren.
Ausbau der erneuerbaren Energien
Ein zentrales Handlungsfeld der Energie- und Klimapolitik ist der Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Landesregierung wird den wirtschaftlich sinnvollen Ausbau der erneuerbaren Energien auf den drei Teilmärkten Strom, Wärme und Kraftstoffe nachdrücklich unterstützen. Langfristiges Ziel ist es, die Energieversorgung ausschließlich durch erneuerbare Energien sicher zu stellen.
Im Stromsektor kann Schleswig-Holstein heute rechnerisch bereits rund 50 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien decken. Bis 2020 will das Land 8 bis 10 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs durch Strom aus erneuerbaren Energien liefern (dieses entspricht etwa 400 Prozent des schleswig-holsteinischen Bruttostromverbrauchs).
Zu den Maßnahmen der Landesregierung gehört der weitere Ausbau der Windenergie, vor allem im Offshore-Bereich und durch Umsetzung der mit dem Landesentwicklungsplan 2010 bereits beschlossenen Ausweitung der Windeignungsflächen auf circa 1,5 Prozent der Landesfläche. Weitere zentrale Punkte sind die Unterstützung von Netzausbau, Speichertechnologien sowie intelligenten Netzen.
Energie einsparen
Eckpunkte einer Strategie für den Wärmesektor sind:
- Senkung des Wärmebedarfs bei Neubauten durch Anhebung der ordnungsrecht-lichen Anforderungen,
- wärmetechnische Sanierung des Gebäudebestandes, u. a. über den Klimapakt Wohnen,
- Optimierung der Wärmeinfrastruktur für den Gebäudebestand,
- Ausbau der Wärme aus Erneuerbaren Energien.
Landwirtschaft und Klimaschutz
Die Landwirtschaft hat im Agrarland Schleswig-Holstein eine herausragende Bedeutung. Die Landesregierung setzt deshalb einerseits auf eine deutliche Emissionsminderung, zum Beispiel durch ein verbessertes Düngungsmanagement sowie optimierte Lagerungs- und Ausbringungstechniken bei Wirtschaftsdüngern (vor allem Gülle).
Gleichzeitig spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle bei der Erzeugung erneuerbarer Energie, der energetischen Nutzung der Gülle und der Bereitstellung von Kohlenstoffsenken. Ziel ist die Etablierung eines Vertragsklimaschutzes, mit dem die Landwirtschaft für konkrete und ambitionierte Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Treibhausgas-Emissionen bzw. zum Erhalt/Aufbau von Kohlenstoffsenken Ausgleichszahlungen erhält. Die Landesregierung setzt sich für eine stärkere Klimaschutz-Förderung im Rahmen der EU-Agrarreform ein.
Energiekosten und Emissionen verringern
Zur Beförderung des Klimaschutzes auf kommunaler Ebene wird die Landesregierung weiter eng mit den kommunalen Landesverbänden zusammenarbeiten. Die Wohnraumförderung mit den gesetzten Schwerpunkten in der energieeffizienten Modernisierung sowie klimabezogene Wettbewerbe werden verstetigt.
Eine überzeugende Energie- und Klimaschutzpolitik ist nur möglich, wenn die Landesregierung ihrer Selbstverpflichtung bei Baumaßnahmen, Bewirtschaftung und Beschaffung umfassend nachkommt. Auf diese Weise kann das Land zukünftige Energiekosten und Emissionen verringern und eine Vorbildfunktion wahrnehmen.
Die Landesregierung verfolgt das Ziel, den Energieverbrauch in den vom Land genutzten Liegenschaften um 40 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 zu reduzieren. Zur Umsetzung wird sie u. a. ein Konzept erstellen, welche energetischen Sanierungsmaßnahmen am wirtschaftlichsten und daher vorrangig umzusetzen sind.
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