Landeshauptstadt und kreisfreie Stadt Kiel
Das Meer reicht bis ins Zentrum der Landeshauptstadt. Berühmt ist Kiel vor allem durch die Kieler Woche.
Kieler Woche: Das größte Volksfest Nordeuropas
Landeshaupstadt Kiel / Michael Dietrich
Kiel ist wie keine andere deutsche Großstadt vom Wasser geprägt. Das Meer reicht bis ins Herz der Hauptstadt Schleswig-Holsteins – und das nicht nur geografisch durch die Förde, sondern auch emotional. „Kiel. Sailing City“ ist seit 125 Jahren alljährlich Gastgeberin des größten Segelereignisses der Welt und eines der größten Volksfeste Nordeuropas: Neun Tage lang feiern rund drei Millionen Menschen die Kieler Woche. In den restlichen Monaten treffen sich die Segel-Fans vor allem in dem 1972 eröffneten Olympia-Hafen Kiel-Schilksee.
Auf dem Weg zur Großstadt
Das Meer bestimmte schon immer die Entwicklung der Stadt. Kaiser Wilhelm I. erklärte die beschauliche Fördestadt 1865 zum Kriegshafen und gab den Auftrag zum Nord-Ostsee-Kanal. Dadurch erlebte die Stadt einen rasanten Aufstieg. 1910 überstieg die Einwohnerzahl die Grenze von 100.000, Kiel wurde zur Großstadt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erklärte die britische Besatzungsmacht die kreisfreie Stadt zur Landeshauptstadt. Die Marine hat immer noch ein festes Standbein in Kiel.
Das Wahrzeichen der Stadt Kiel, der Kran der Howaldtswerke, im Morgenlicht
www.kunst-sh.de
Heute prägen aber vor allem Werftkräne, die großen Skandinavienfähren und die Kreuzfahrtschiffe, die im Hafen direkt vor der Innenstadt ankern, das Stadtbild. Kiels Schiffsbauschmieden behaupten sich erfolgreich gegen die weltweite Konkurrenz durch permanente Innovation. Während bei der „Lindenau“ der Doppelhüllentanker erfunden wurde, gilt HDW als Keimzelle für den Brennstoffzellenantrieb, der erfolgreich in den Bau von U-Booten integriert wird. Auch die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU), eine der ältesten akademischen Lehreinrichtungen Europas, hat Schwerpunkte in den Bereichen Marine, Schiffbau und Segeln. Das Leibniz-Institut für Meereskunde IFM Geomar, ab 2012 nur noch Geomar alsTeil der Helmholtz-Gemeinschaft, ist weltweit nicht erst seit Frank Schätzings Bestseller „Der Schwarm“ bekannt. „Future Ocean – Ozean der Zukunft“ nennt sich das Excellenz-Cluster der Kieler Universität, das in den nächsten Jahren die mit dem Meer verbundenen Chancen und Auswirkungen des Klimawandels erforschen will.
Beliebter Hochschulstandort
Aber nicht nur wer sich für das Meer interessiert, studiert gerne in Kiel. Die Lage und der Ruf Kiels als attraktiver und vielfältiger Hochschulstandort locken auch viele Studenten aus dem Ausland. Sie zieht auch die Künstlerschmiede der Muthesius Kunsthochschule, die Fachhochschule mit einem der modernsten Mediendome Deutschlands und die Wirtschaftsakademie an. Gut zwölf Prozent der 235.000 Kieler Einwohner sind Studierende, Tendenz steigend. Es ist daher kein Wunder, dass Kiel viele kluge Köpfe hervorgebracht hat. Darunter immerhin fünf Nobelpreisträger.
Leben am Meer
Kiel ist eine lebenswerte Stadt. Parks, Grünanlagen und Kleingarten-Gebiete sind die grüne Lunge der Stadt, die sich während der warmen Monate zudem überall mit Blumenbeeten und -kübeln schmückt. Oper, Kunsthalle, das Stadtmuseum und mehrere Theater machen die Landeshauptstadt kulturell attraktiv. Immerhin wirkten sogar Gustav Gründgens und Carl Zuckmayer einmal hier. Deutschlands erste Fußgängerzone, die Holstenstraße, und mehrere Einkaufszentren machen Kiel zudem nicht nur bei den Besuchern aus Skandinavien zum Einkaufsmekka. Wer Kiels Temperament hautnah erleben möchte, besuche einmal ein Spiel der erfolgreichsten Handball-Mannschaft Deutschlands. Allein 15 mal holte sich der THW Kiel den deutschen Meistertitel. 2007 wurde er zum Rekordmeister, gewann in der Champions League, der Bundesliga und den DHB-Pokal.
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