Cluster Erneuerbare Energien
Schwerpunkte Windenergie und energetische Biomassenutzung
Energiepolitik in Schleswig-Holstein bedeutet, für die Bevölkerung eine effiziente Bereitstellung von Energie zu bezahlbaren Preisen zu gewährleisten. Daher orientiert sich die Energiepolitik an den Zielen Energieeinsparung, Effizienzerhöhung und Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie setzt auf einen ausgewogenen Primärenergieträgermix um eine sichere, nachhaltige und preisgünstige Energieversorgung sicherzustellen.
Windenergie-Exportland Schleswig-Holstein
Die Windenergienutzung ist für Schleswig-Holstein als „Windenergie-Exportland“ dabei von herausragender Bedeutung. Sie ist eine heimische, unendliche, nicht fossile Primärenergie und leistet einen wachsenden Beitrag zum Klimaschutz. Die Windenergienutzung ist vor allem an der Westküste konzentriert. Aber auch an der Ostsee, insbesondere auf der Insel Fehmarn, wird der Wind in großem Umfange zur Stromgewinnung genutzt.
Die Unternehmensstruktur der Windenergiebranche ist vor allem an der schleswig-holsteinischen Westküste durch eine Vielzahl klein- und mittelständischer Betriebe konzentriert. Die Westküste und insbesondere die Region Husum zählen zu den stärksten Standorten der Windenergiebranche in Deutschland. Darüber hinaus entsteht zurzeit in Osterrönfeld direkt am Nord-Ostsee-Kanal ein weiteres Produktionszentrum, das sich insbesondere auf den Offshore-Bereich konzentriert.
Investitionen, Umsatz, Arbeitsplätze
Nach Schätzungen der Branche belaufen sich die kumulierten Investitionen in die Windenergienutzung in Schleswig-Holstein auf über 2,5 Mrd. Euro. Durch den Betrieb der Windenergieanlagen fließen den Betreibern im Jahr geschätzte 300 Mio. Euro zu. In Schleswig-Holstein sind bis heute direkt und indirekt ca. 7.000 Arbeitsplätze entstanden, Tendenz steigend.
Ende des Jahres 2008 waren 2.568 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 2.506 Megawatt an das Netz angeschlossen. Die Entwicklung der Windenergie in Schleswig-Holstein in den letzten Jahren kann der folgenden Grafik entnommen werden:
Entwicklung der Stromerzeugung aus Windkraftanlagen in SH 1992 bis 2006 - zum Großklicken. Quelle: Energiebilanzen SH Mai 2009, Grafik: MWV
Das Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 alle Anlagen, die bis 2005 errichtet wurden, durch neue leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden. Damit werden sich die installierte Leistung und der erzeugte Windstrom nahezu verdoppeln.
Vor den Küsten Schleswig-Holsteins in Nord- und Ostsee sind Windparks mit einer installierten Leistung von über 3.000 MW geplant. Wird dieses Potential umgesetzt, können jährlich 12 Terawattstunden Strom in das Netz eingespeist werden.
Im "Grünbuch Energie Schleswig-Holstein 2020" (veröffentlicht im Juni 2007) geht das Ministerium davon aus, dass bis zum Jahr 2020 ungefähr 30 Prozent mehr Strom aus Wind erzeugt als verbraucht wird.
Hochschulforschung
Die Hochschulforschung im Bereich der Windenergienutzung ist im Kompetenzzentrum Windenergie CEwind gebündelt. Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie der intensive Dialog von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik tragen dazu bei, dass Schleswig-Holstein auch in Zukunft führendes Windland bleibt. Zusätzlich hat die Innovationsstiftung Schleswig-Holstein im Dezember 2008 mit Fördermitteln in Höhe von 750 T€ über fünf Jahre die Stiftungsprofessur „Windtechnik“ eingerichtet und in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum „CEwind“ ein Windinstitut an der FH Flensburg gegründet. Somit entstehen zusätzliche Kompetenzen im Land, die die Windenergiebranche weiter voran bringen wird.
www.cewind.de
Regionalnetzwerkagentur windcomm
Die Regionalnetzwerkagentur windcomm bündelt vor allem die Interessen der Windenergiebranche und vernetzt die Unternehmen untereinander. In der aktuellen Projektphase liegt der Schwerpunkt auf der Positionierung Schleswig-Holsteins im Standortwettbewerb für die Offshore Windenergienutzung sowie der Unterstützung des Repowerings.
www.windcomm.de
Beispielhaftes Leitprojekt aus dem Bereich der Windenergie
Mit der Förderung des Projektes FINO3 - NEPTUN "Kompetenzzentrum Offshore-Windenergienutzung Nordsee Entwicklungsplattform für Technologietransfer und Naturschutz" unterstützt die Landesregierung die Erforschung verschiedener Fragestellungen im Zusammenhang mit der Offshore Windenergienutzung. Das Projekt beinhaltet die Errichtung und den Betrieb einer Forschungsplattform in der Nordsee sowie verschiedene Forschungsprojekte. Neben den Hochschulen und den privaten Forschungseinrichtungen soll insbesondere den klein- und mittelständischen Unternehmen Schleswig-Holsteins die Möglichkeit geboten werden, Verfahren und einzelne Produkte zu testen und weiter zu entwickeln. Die Unternehmen können dadurch, in der sich schnell entwickelnde Branche, ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Die Plattform wird im Sommer 2009 in Betrieb genommen; Forschungsarbeiten werden bereits jetzt durchgeführt. Weitere Informationen unter:
www.fino3.de
Bioenergie
Parallel zur Windenergie gewinnt auch die Nutzung der Bioenergie zunehmend an Bedeutung. Bislang wird in Schleswig-Holstein ca. 1 Prozent des Primärenergieverbrauchs durch Bioenergie erzeugt. Das Potential liegt bei ca. 13 Prozent. Damit könnte rund die Hälfte des schleswig-holsteinischen Wohnungsbestandes mit Heizungs- und Warmwasser auf Bioenergie-Basis versorgt werden.
Zur Erschließung des Potentials fördert die Landesregierung investive Maßnahmen durch das Programm Initiative "Biomasse und Energie" sowie die Hochschulforschung durch das Kompetenzzentrum Biomassenutzung in Schleswig-Holstein.
www.biomassenutzung-sh.de