Cluster Mikro- und Nanotechnologie
Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe
Der Mikrotechnologie Standort Itzehoe bildet den Kern der Mikroelektronik-Aktivitäten des Landes. Im Zentrum steht das Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie (ISIT). Das Fraunhofer ISIT entwickelt und fertigt Bauelemente der Mikroelektronik und der Mikrosystemtechnik, angefangen beim Entwurf bis hin zur Serienherstellung. Die Bauelemente, beispielsweise Ablenkspiegel oder Bewegungssensoren sind oft nur Bruchteile von Millimetern groß und ihre Einsatzgebiete sind vielfältig: In der Medizin werden sie gebraucht, in der Umwelt- und Verkehrstechnik, in der Kommunikationstechnik, im Automobil- und im Maschinenbau.
Das Institut beschäftigt insgesamt etwa 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt erwirtschaften am Hightech-Standort Itzehoe rund um das ISIT 56 Unternehmen mit mehr als 650 Beschäftigten einen Umsatz von über 250 Mio. Euro.
Das ISIT wendet sich mit seinem Dienstleistungsangebot an Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen. In enger Zusammenarbeit mit den Auftraggebern entwerfen und realisieren die ISIT-Ingenieure die Bauelemente, Systeme und Fertigungsprozesse. Besonders interessante Chancen bieten sich kleinen und mittelständischen Firmen. Diese können die Kompetenz des Instituts nutzen, um technologische Innovationen zu realisieren, bis hin zum fertigen Produkt.
Zusammen mit der Firma Vishay Siliconix Itzehoe GmbH betreitbt das ISIT eine professionelle Halbleiterproduktionslinie mit allen erforderlichen Qualitäts-Zertifizierungen (z. B. ISO 9001, TS 16949). Diese Linie wird sowohl für die Produktion von mikroelektronischen Bauelementen (PowerMOS) und Mikrosystemen als auch für die Entwicklung neuer Bauelemente und technologischer Prozesse genutzt.
Weitere Arbeitsgebiete am ISIT befassen sich mit der Gehäuse- und Aufbautechnik für Mikrosysteme und Sensoren, analysieren die Qualität und Zuverlässigkeit von elektronischen Baugruppen und arbeiten an der Entwicklung fortschrittlicher Energieversorgungskomponenten für elektronische Systeme.
Mit Mitteln des Zukunftsprogramms Wirtschaft unterstützt das Land die Modernisierung und des Ausbau des ISIT. Schwerpunkt der geförderten Modernisierung der Technologie in Itzehoe ist der Übergang zu einem größeren Durchmesser der in Itzehoe verarbeiteten Kristallscheiben aus Silizium (Wafer) von 150 auf 200 mm. Noch in 2009 werden in Itzehoe die wesentlichen Fertigungsanlagen installiert, die die Bearbeitung großer Wafer gestatten. Mit der Umstellung auf 200 mm Wafer sichert das ISIT seine Position im weltweiten Wettbewerb im Bereich der Mikroelektronik/Mikrosystemtechnik.
In Planung befindet sich eine erhebliche Erweiterung des ISIT. Mittels einer Investition von 45 Mio. Euro soll ein neues Gebäude errichtet werden, das 2000 Quadratmeter Reinräume und Laborräume bietet und damit auch die Voraussetzungen für 200 zusätzliche Arbeitsplätze schafft. Diese Verfügungsfläche, die zur Ansiedlung neuer Unternehmen in Itzehoe dient, wird zusammen mit dem Itzehoer Technologiezentrum IZET (Innovationszentrum Itzehoe) vermarktet.
Auch die Zusammenarbeit des ISIT mit den Universitäten und Hochschulen des Landes wird von der Modernisierung und dem Ausbau des Instituts profitieren. In vielen Projekten wird diese Kooperation bereits aktiv gelebt. Dies gilt ganz besonders für die Technische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel mit der Einbindung der ISIT-Institutsleitung in die CAU. In den Bereichen Elektrotechnik und Materialwissenschaften gibt es vielfältige gemeinsame Aktivitäten.
Kompetenzzentrum Leistungselektronik
Neu angesiedelt am ISIT ist das Kompetenzentrum Leistungselektronik. Hier werden neue ektronische Bauteile entwickelt, insbesondere zur Steuerung von Elektromotoren oder -pumpen, die deutlich weniger Energie verbrauchen werden als die heute üblichen Geräte.
Nanotechnologie
Ein Zentrum der Nanotechnologie in Schleswig-Holstein ist das an der Technischen Fakultät der Christian Albrechts-Universität zu Kiel eingerichtete Nanolabor.
Es bietet auf etwa 660 m² Labore, in denen funktionale Nano- und Mikrostrukturen hergestellt und analysiert werden. Ein Reinraumbereich und ein Labor für höchstaufgelöste Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) gehören ebenfalls dazu. Hier werden Sensoren, Steuerungselemente und elektronische Komponenten entwickelt und erforscht, die gemeinsam in Nanometer-Dimensionen miniaturisiert und in Systemen aufeinander abgestimmt werden. Das Kieler Nanolabor ist mit Mitteln des Innovationsfonds Schleswig-Holstein gebaut und mit Mitteln des Zukunftsprogramms Wirtschaft ausgestattet worden. Das Nanolabor steht einerseits für Spitzenforschung zur Verfügung wie die in Kiel angesiedelten DFG-Sonderforschungsbereiche ist aber auch Ansprechpartner für die Wirtschaft in allen Fragen des Technologietransfers im Bereich Nanosystemtechnik.
Kompetenzzentrum Funktionale Oberflächen
An der Kieler Fachhochschule befindet sich das Kompetenzentrum Funktionale Oberflächen. Hier werden nanometerdünne Oberflächenveredlungen mit speziellen Eigenschaften entwickelt. Dazu gehören zum Beispiel superharte Werkzeuge, Antihaftbeschichtungen, antibakterielle und so genannte superhydrophile Oberflächen.
Norddeutsche Initivative Nanomaterialien
Als Netzwerk aller im Bereich Nanotechnologie Tätigen im Norden hat sich die Norddeutsche Initivative Nanomaterialien (NINa) etabliert. An ihren regelmäßen Treffen nehmen nicht nur Forscher und Unternehmer aus Schleswig-Holstein, sondern aus ganz Norddeutschland insbesondere auch Hamburg teil. NINa ist eine Initiative der Innovationsstifung Schleswig-Holstein.
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