Konversionsprojekte in Schleswig-Holstein

Die Konversionspolitik wird derzeit vorwiegend durch drei vom Land geförderte Regionalmanagements und darüber hinaus von den Städten und dem Konversionsbüro des Wirtschaftsministeriums unterstützt.

Die Regionalmanagements Konversion

  • vernetzen die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung vor Ort,
  • begleiten die Verhandlungen zwischen Bundes-, Landes- und kommunalen Stellen,
  • begleiten die Kommunen oder helfen bei der Erstellung von Nachnutzungskonzepten,
  • erstellen Vermarktungskonzepte und Strategien mit den Partnern und
  • sind aktiv bei Investorengewinnung und –betreuung.

Regionalmanagement Konversion - Kreis Nordfriesland

Der Kreis Nordfriesland ist stark von der Schließung von Bundeswehrstandorten betroffen. Die Aufgabe mehrerer Liegenschaften brachte den Verlust von vielen Arbeitsplätzen mit sich.
Um den negativen Folgen dieser Entwicklung für den Kreis Nordfriesland entgegenzuwirken, wurde das Konversionsmanagement Nordfriesland eingerichtet, das die Umwandlung militärischer Liegenschaften in Arbeitsplatz schaffende, nachhaltige und in der Region befürwortete Nachnutzungen unterstützt. Das Konversionsmanagement begleitet die betroffenen Gemeinden, Investoren und möglichen Betreiber, stellt Kontakte her, entwickelt und überprüft Nachnutzungskonzepte und koordiniert die erforderlichen und oftmals umfangreichen Genehmigungs- und Verkaufsprozesse.

Schwerpunkte des Konversionsmanagements Nordfriesland sind derzeit der Flughafen Husum-Schwesing, das Munitionslager in Enge-Sande sowie der Hafen von Hörnum/Sylt.
Weitere Standortschließungen werden durch die anstehende Bundeswehr-Strukturreform erwartet.

Vom Munitionslager Löwenstedt zu einem Unternehmen, das mit Feuerwerkskörpern handelt

Feuerwerk FeuerwerkFeuerwerk WFG Nordfriesland mbH

Der Investor Panda International Group aus Hongkong - vertreten in Deutschland durch den Geschäftsführer Peipei Zhou - hatte das Grundstück mit einer Größe von 66,5 Hektar vor geraumer Zeit von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erworben und den Betrieb im April 2010 eröffnet. Das Genehmigungsverfahren zwecks Nachnutzung für einen Betrieb zur Lagerung und Konfektionierung von Feuerwerkskörpern (Großfeuerwerk und
Silvesterfeuerwerk) ist erfolgreich mit den zuständigen Behörden abgeschlossen worden. Es entstehen 15 neue Arbeitsplätze.

Vom Munitionslager Süderlügum zu einem Unternehmen, das mit Feuerwerkskörpern handelt

Außenansicht eines BunkersIm ehemaligen Munitionslager Süderlügum lagern heute Feuerwerkskörper WFG Nordfriesland mbH

Die Genehmigung zwecks Nachnutzung für einen Betrieb zur Lagerung und Konfektionierung von Feuerwerkskörpern auf der 68,3 Hektar großen Liegenschaft wurde hier ebenfalls bereits erteilt. Ein dänischer Investor konnte inzwischen sein Unternehmen starten und rund 20 Arbeitsplätze schaffen.

Vom Munitionslager Enge-Sande zu einem Testzentrum für Offshore-Windenergie

Auf dem Gelände des ehemaligen Marine-Munitionsdepots (130 ha) in Enge-Sande ist die Errichtung eines Offshore-Trainings-Forschungs- & Entwicklungs-Zentrums
(OffTEC) sowie eines Rechenzentrums der neueren Generation geplant. Das Offshore-Zentrum soll Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen dienen, die in den Bereichen Bau, Betrieb und Wartung von Offshore-Windkraftanlagen sowie der Aus- und Weiterbildung tätig sind oder einen Markteintritt planen. Hier sollen neue Technologien und Komponenten entwickelt und getestet sowie der Umgang mit diesen, beispielsweise bei Wartungsarbeiten, geübt werden. Insbesondere sollen die operativ tätigen Offshore- Mitarbeiter, wie z.B. Service-Techniker, speziell und umfassend in ihren Offshore-Tätigkeitsprofilen ausgebildet werden.

In Enge-Sande soll innerhalb des "Offshore Training und Entwicklung Clusters (OffTEC)" ein Trainings- und Testzentrum der Offshore-Windenergie entstehen. In Enge-Sande soll innerhalb des "Offshore Training und Entwicklung Clusters (OffTEC)" ein Trainings- und Testzentrum der Offshore-Windenergie entstehen, in dem u.a. Sicherheitstrainings durchgeführt werden können. Foto: GEO Gesellschaft für Energie und Ökologie mbHIn Enge-Sande soll innerhalb des "Offshore Training und Entwicklung Clusters (OffTEC)" ein Trainings- und Testzentrum der Offshore-Windenergie entstehen, in dem u.a. Sicherheitstrainings durchgeführt werden können. Foto: GEO Gesellschaft für Energie und Ökologie mbH

Erwartet werden Synergieeffekte durch Unternehmenspartnerschaften oder nachfrageorientierte Dienstleistungspakete der einzelnen teilnehmenden Anbieter, aber auch durch die enge Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft an einem Standort.
Mit dem Vorhaben verbunden ist die Errichtung von vier Test-Offshore-Windkraftanlagen in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Konversionsfläche.

Die Weiternutzung der Bunker auf dem Gelände ist gewährleistet durch die Ansiedlung eines zentralen Rechenzentrums, welches für mittelständische und große Unternehmen im gesamten Bundesgebiet geschäftskritische Anwendungen in einer hochverfügbaren Server-Infrastruktur betreibt. Um Kunden weitergehende, vor allem auch individuelle Lösungen kosteneffizient anbieten zu können, wird es notwendig, solche Systeme in ein zentrales Rechenzentrum zu überführen.
Langfristig sollen bis zu 200 Arbeitsplätze entstehen.

Von der Marineversorgungsschule List zu einem internationalen Internat

Auf dem Gelände der ehemaligen Marineversorgungsschule List soll ein internationales Internat entstehen. Foto: WFG Nordfriesland mbH Auf dem Gelände der ehemaligen Marineversorgungsschule List soll ein internationales Internat entstehen. Foto: WFG Nordfriesland mbHAuf dem Gelände der ehemaligen Marineversorgungsschule List soll ein internationales Internat entstehen. Foto: WFG Nordfriesland mbH

Für die ehemalige Marineversorgungsschule (MVS) List/Sylt hatte die Gemeinde einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für Forschung und Bildung gefasst. Nach über zweijährigen Verhandlungen zwischen Bund, Gemeinde und potenziellen Investoren steht der Käufer und Betreiber für die ehemalige MVS fest. Die NCS Grundbesitz GmbH (Philipp Graf von Hardenberg) und das Unternehmen PRE GmbH erhielten von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben den Zuschlag für das 18 Hektar große Kasernengelände. Geplant ist der Aufbau eines internationalen Internats nach neuen pädagogischen Standards. Als künftiger Partner hat die Fachhochschule Flensburg Interesse signalisiert.

Vom NATO-Flugplatz zum Offshore-Service-Zentrum

Luftbild Flughafen Husum-SchwesingLuftbild Flughafen Husum-Schwesing WFG Nordfriesland mbH

Der Verkehrs- und Hubschrauber-Landeplatz Husum-Schwesing könnte für die Versorgung der zukünftigen Offshore-Windparks an der schleswig-holsteinischen Westküste eine wichtige Rolle spielen. Das Konversionsmanagement setzt sich – gemeinsam mit den lokalen Akteuren – für eine intensivere zivile Mit- oder Nachnutzungsmöglichkeit auf dem jetzt noch in Teilen militärisch genutzten Flugplatz Husum-Schwesing ein.

AbwinschenAbwinschen WFG Nordfriesland mbH

Davon sollen neben der Windenergiebranche auch der Messe- und Tourismusstandort Husum profitieren. Die geplante Nachbesserung sicherheitstechnischer Standards und die Erweiterung der Landebahn werden die Marktposition des Flugplatzes, der direkt an Gewerbeflächen angrenzt, stärken.Hierzu wurden Kontakte zu bestehenden Fluggesellschaften an Nord- und Ostsee hergestellt und es laufen Verhandlung mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Kontakt

Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH - Regionalmanagement Konversion - Bernd Franke, Schlossstraße 7, 25813 Husum
Tel.: 04841 6685-14, Fax: 049 4841 6685-16, E-Mail: b.franke@wfg-nf.de, www.wfg-nf.de

Regionalmanagement Konversion - Region Flensburg/Schleswig

Das Regionalmanagement Konversion Region Flensburg/Schleswig wurde im September 2005 eingerichtet, um die Folgen der Truppenreduzierung für die regionale Wirtschaft abzumildern. Das Management soll dabei unterstützen, vorhandene Arbeitsplätze zu sichern und neue Dauerarbeitsplätze zu schaffen. Der Verkauf der zur Verfügung stehenden 1.013 Hektar an neun Standorten an Investoren wurde in der ersten Phase (bis September 2008) weitgehend abgeschlossen. Schwerpunkt hierbei waren die besonders betroffenen Konversionsorte Kappeln, Schleswig, Eggebek und Tarp. In einer zweiten Phase (2009 – 2011) sollen die Gemeinden und Investoren nun bei der Umsetzung der entwickelten Nachnutzungskonzepte nachhaltig unterstützt werden.

Von der Kaserne in Tarp zum neuen Ortsteil "Schellenpark"

Luftaufnahme des Geländes der ehemaligen Kaserne Tarp. Foto: Gemeinde Tarp Das Gelände der ehemaligen Kaserne Tarp. Foto: Gemeinde TarpDas Gelände der ehemaligen Kaserne Tarp aus der Luft Foto: Gemeinde Tarp

Ende 2006 wurde das Gelände der Friedrich-Wilhelm-Lübke-Kaserne in Tarp, das bis zu 1.900 Soldaten als Unterkunftskaserne des Marinefliegergeschwaders 2 gedient hatte, von der Bundeswehr aufgegeben. Ende 2009 wurde es von der Gemeinde erworben, unter deren Regie nun ein neuer Ortsteil entsteht. Nach Abriss aller vorhandenen Gebäude sollen auf der zentral im Ort gelegenen über 38 Hektar großen Liegenschaft in den nächsten Jahren bis zu 450 neue Wohneinheiten entstehen.
Des Weiteren sind Bereiche für Mischnutzungen und andere gewerbliche Angebote geplant, welche u. a. der Versorgung des neuen Ortsteiles sowie der gesamten Region dienen werden. Die Gemeinde Tarp wird in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Lübeck das Gesamtgebiet städtebaulich überplanen, um anhand der dann erarbeiteten Entwürfe ein überregional herausragendes Gebiet für sehr unterschiedliche Nutzergruppen erschließen zu können, wobei das Element Wasser und Naherholungsaspekte eine besondere Bedeutung erhalten sollen. Hierbei soll auch der vorhandene wertvolle Baum- und Grünbestand bestmöglich in die Neugestaltung integriert werden.


Von der Marinewaffenschule Kappeln-Ellenberg zu einem barrierefreien Sport- und Freizeitzentrum

Für die 2003 geschlossene Marinewaffenschule Ellenberg in Kappeln ist auf dem der Schlei nahen 27 Hektar großen Gelände die Errichtung eines barrierefreien Tourismus-, Sport- und Freizeitzentrums inkl. Wohnen vorgesehen. Das bereits vorhandene öffentliche Hallenbad soll hierzu umgebaut und integraler Bestandteil des Sportstättenbereichs werden.
Zusammen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat die Stadt Kappeln das Exposé „Wohnen und Freizeit an der Schlei“ erarbeitet. Neben der Möglichkeit eines barrierefreien Sport- und Freizeitzentrums wird derzeit bundesweit nach Investoren gesucht, die als künftige Nutzungsschwerpunkte eine gemischte städtebauliche Nutzung durch Wohnen und Tourismus vorsehen, die mit Flächen für den Gemeinbedarf, Sport und Freizeit sowie nicht störendes Gewerbe ergänzt werden sollen.

Vom Marinestützpunkt zur maritimen Ferienanlage "Port Olpenitz"

Computergrafik: So soll Port Olpenitz nach Umwandlung ehemals militärischer Flächen zu einer zivilen Nutzung aussehen. Foto: Port Olpenitz GmbH So soll Port Olpenitz nach Umwandlung ehemals militärischer Flächen zu einer zivilen Nutzung aussehen. Foto: Port Olpenitz GmbHSo soll Port Olpenitz nach Umwandlung ehemals militärischer Flächen zu einer zivilen Nutzung aussehen. Foto: Port Olpenitz GmbH

Aus dem ehemaligen Marinestützpunkt Kappeln-Olpenitz, wo von 1964 bis Mitte 2006 bis zu 2.000 Soldaten stationiert waren, wird bis 2016 die maritime Ferienanlage „Port Olpenitz“ entstehen. Ende 2006 hat die Port Olpenitz GmbH – ein Joint Venture zwischen einem amerikanischen Immobilienkonzern und einer deutschen Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft – das etwa 155 Hektar große Gelände erworben und errichtet zwischen Schleimündung und Ostsee eine maritime Hafenstadt mit einer Marina, hochwertigen Ferienhäusern und -wohnungen, Hotels und Restaurants sowie Shops. Für die erwarteten bis zu 6.000 ständigen Feriengäste bietet der multifunktionale Freizeithügel „Oldenburg“ ganzjährig mit einer Indoor-Spielwelt, einer Wellnesslandschaft, dem Spaßbad und der großen Winterwelt vielfältige Abwechslung und Erholung, die auch zum Anziehungspunkt für andere Besucher der Region Ostsee/Schlei werden kann.

Vom Geräteaußenlager in Jübek zum landwirtschaftlichen Vorzeigebetrieb

Das Geräteaußenlager in Jübek mit einer Gesamtfläche von circa 14 Hektar mit 26 Gebäuden wurde Ende 2004 geschlossen. Im Sommer 2005 wurde die Liegenschaft verkauft und zwischen einem landwirtschaftlichen Betrieb mit neun Hektar und einem regional ansässigen Bauunternehmen mit fünf Hektar aufgeteilt. Während das Bauunternehmen den vorhandenen Gebäudebestand für seine Gewerke Baugewerbe, Zimmerei sowie Bohr- und Sägetechnik nutzt, hält der inzwischen anerkannte, zu den bundesweit größten zählende Biolandbetrieb in drei umgebauten Hallen 500 Mutterziegen, die jährlich bis zu 600.000 Liter Milch erzeugen. Die Bio-Milch wird danach zum Teil in einer regional ansässigen Käserei und zum Teil in Eigenregie weiterverarbeitet bzw. vermarktet.

Vom Gerätehauptdepot in Silberstedt zum Gefahrenabwehr-Zentrum

Das am Ortsrand von Silberstedt gelegene Gerätehauptdepot mit einer Größe von 23 Hektar und 20 Hallen wurde Ende 2004 geschlossen. Die Gemeinde Silberstedt konnte die Liegenschaft 2009 erwerben und sah im Flächennutzungsplan als Nachnutzung die Entwicklung eines Gefahrenabwehr-Zentrums vor. Inzwischen hat die Kommune einen Unternehmer gefunden, der neben dem Bereich „Lager, Zeltverleih“ auch das Sondergebiet „Gefahrenabwehr“ betreut. Das „Rescue Center Silberstedt“ (RCS) wird als Ausbildungszentrum für Rettungskräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Bundeswehr konzipiert. In den Hallen und Bunkern sowie auf dem Freigelände können diverse Übungen wie Absuchen, Retten, Verkehrsunfälle, Abseilen und unterschiedliche Brandbekämpfungsszenarien stattfinden. Besonderes Highlight ist hierbei ein originalgetreuer Abschnitt einer Flugzeugkabine für entsprechende Rettungsübungen.

Vom Munitionsdepot zum Projekt "Wisentpark" in Kropp

Das in den 1930er Jahren errichtete ca. 186 Hektar große Munitionsdepot wurde in 2004 geräumt und 2006 an den Verein Weidelandschaften e. V. und die PPORK Entwicklungs-GmbH verkauft. Im Fokus der Nachnutzung liegen der Naturschutz und die vorhandenen Ressourcen. Auf einer Fläche von ca. 120 Hektar wurde 2007 der Wisent-Park mit Schaugehege für die in Europa als nahezu ausgestorben geltende Art der Wisente (Wildrinder) eröffnet. Ergänzt wird die Nachnutzung inzwischen durch ein Sondergebiet „Tourismus“ mit Ferienwohnungen, Reithallen, Reiterhof und Pferdewiesen. Hierbei gilt die Verzahnung von Naturschutz und Tourismus landesweit als Musterbeispiel.

Vom Fliegerhorst in Eggebek zum Energie- und Technologiepark

Luftaufnahme des ehemaligen NATO-Flugplatzes in Eggebek, der zum Energie- und Technologiepark umgebaut wird. Aus dem NATO-Flugplatz in Eggebek soll ein Energie- und Technologiepark werden.Der ehemalige NATO-Flugplatz in Eggebek wird zum Energie- und Technologiepark umgebaut.

Mit der Schließung des Marinefliegergeschwaders 2 Ende 2006 in Eggebek begann ein Entwicklungsprozess mit dem Ziel, ein Nachnutzungs- und Entwicklungskonzept für den etwa 430 Hektar großen Flugplatz kommunal und regional abzustimmen. Der bisherige Konzeptansatz eines Energie- und Technologieparks sieht die Errichtung einer Forschungswindkraftanlage im Norden des Geländes unter der Leitung der Fachhochschule Flensburg und die Bereitstellung von zwei Teststandorten für Windkraftanlagen der Offshore-Technologie in der benachbarten Gemeinde Wanderup vor.

Ergänzt werden soll die Etablierung der Schlüssel- und Leittechnologie „Wind“ durch mehrere Sondergebiete für die Entwicklung und Nutzung regenerativer Energien (Solarenergie, Biomasse) und ein ca. 60 Hektar großes Gewerbegebiet mit Schwerpunkt „Energie und Technologie“. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit Firmen der Branchen der erneuerbaren Energien (Wind, Sonne, Biomasse) und unter wissenschaftlicher Begleitung ein für das Land Schleswig-Holstein beispielhaftes Leuchtturmprojekt im Bereich der regenerativen Energieerzeugung aufzubauen.

Mittlerweile befindet sich eine der derzeit weltweit leistungsstärksten Freiflächenphotovoltaikanlage in der Realisierung. Mit einer Leistung von mehr als 80 Megawatt wird die Anlage, die voraussichtlich Ende 2011 ans Netz gehen soll, bis zu 100.000 Personen mit klimafreundlicher Solarenergie versorgen können.

Schleswig: Von der Kaserne "Auf der Freiheit" zum Wohn- und Freizeitpark

Grafik der ehemaligen Kaserne "Auf der Freiheit", die sich zum Wohn- und Freizeitpark entwickelt. Die ehemalige Kaserne "Auf der Freiheit" entwickelt sich zum Wohn- und Freizeitpark.Die ehemalige Kaserne "Auf der Freiheit" entwickelt sich zum Wohn- und Freizeitpark.

Die ehemalige Kaserne "Auf der Freiheit" entwickelt sich zum Wohn- und Freizeitpark. Auf dem 56 Hektar großen Gelände soll nach Beendigung der militärischen Nutzung im September 2003 ein neuer Stadtteil für Schleswig entstehen. Neben dem Leben und Wohnen am Wasser sind eine Kultur-Therme mit Hotel, eine Marina, ein Ferienpark sowie ein Heilkunde-Institut und eine Künstlerkolonie vorgesehen. Ein erster Bauabschnitt Richtung Fischerholm mit zunächst 84 Baufeldern wurde Anfang 2008 eröffnet. Daneben wurde bisher auf einer 11 Hektar großen Fläche das Dänische Gymnasium für 640 Schüler errichtet.

Kontakt

WiREG -Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg-Schleswig mbH, Regionalmanagement Konversion - Frau Jenny Johannsen, Lise-Meitner-Str. 2, 24941 Flensburg, Tel.: 0461-9992-245, Fax: 0461-9992-213, johannsen@wireg.de, www.wireg.de

Regionalmanagement Konversion - Kreise Steinburg und Dithmarschen, Stadt Neumünster

Der Kreis Steinburg ist durch eine Konzentration ehemaliger Bundeswehrliegenschaften besonders stark von Konversion betroffen. Die Kasernen in Breitenburg, Glückstadt und Kellinghusen erstrecken sich über eine Fläche von 95 Hektar. Den Standorten Breitenburg und Kellinghusen sind zudem ökologisch wertvolle Standortübungsplätze mit weiteren 600 Hektar zugeordnet. Die Kaserne in Glückstadt ist seit 2004 freigezogen, Breitenburg folgte 2008 und Kellinghusen 2009.

Die Nähe dieser Standorte zueinander und der enge Zeitraum der Schließungen legten ein integriertes Nachnutzungskonzept für die Gesamtheit dieser Liegenschaften und ein gut abgestimmtes Vorgehen nahe. Deshalb wurde - unterstützt mit Fördermitteln der EU und des Landes Schleswig-Holstein - ab Februar 2006 unter dem Dach der egeb: Wirtschaftsförderung ein Konversionsmanagement für diese drei Standorte im Kreis Steinburg eingerichtet.

Ein Aufgabenschwerpunkt war der Abstimmungsprozess mit den Kommunen, dem Kreisbauamt, den zuständigen Ministerien und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zur Sicherstellung von Einvernehmlichkeit und eindeutigen Zielen. Auch die Entwicklung auf dem 2003 geschlossenen östlich von Itzehoe gelegenen Militärflugplatz "Hungriger Wolf" mit Kaserne war zu berücksichtigen. Zeitgleich wurden Gutachten zur Suche von Nachnutzungsmöglichkeiten in Auftrag gegeben und koordiniert. So konnten die Schwerpunkte der zukünftigen Nutzung der Kasernen bestimmt werden.

Nach Abschluss der Konzeptarbeiten mit Empfehlungen und Maßnahmekatalogen für die drei Standorte Ende 2006 erfolgten die jeweiligen Beschlussfassungen durch die Kommunen. Auf der Basis der vorgenommenen Zuordnung von Nutzer-/ Zielgruppen zu den einzelnen Teilflächen konnte die Akquisition von Investoren in enger Abstimmung mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben inzwischen abgeschlossen und alle Flächen veräußert oder verpachtet werden.


Die Marine-Kaserne Glückstadt wurde 2004 geräumt, eine Fläche von 10 Hektar 2006 verkauft und an Sportvereine in der Stadt übertragen. Auch ein Verwaltungsgebäude und das Offiziersheim werden nachgenutzt.

Über die Sporthalle der ehemaligen Kaserne Glückstadt freuen sich heute nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch die örtlichen Vereine, die die Halle rege nutzen - hier die Judosparte ETSV Fortuna Glückstadt. Foto: Olaf Pleil Über die Sporthalle der ehemaligen Kaserne Glückstadt freuen sich heute nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch die örtlichen Vereine, die die Halle rege nutzen - hier die Judosparte ETSV Fortuna Glückstadt. Foto: Olaf PleilÜber die Sporthalle der ehemaligen Kaserne Glückstadt freuen sich heute nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch die örtlichen Vereine, die die Halle rege nutzen - hier die Judosparte ETSV Fortuna Glückstadt. Foto: Olaf Pleil

2009 erfolgte der Verkauf der verbliebenen 11 Hektar an die Firma Sönke Krey Erdbewegung, die ihren Firmensitz und 40 Mitarbeiter in das Marineviertel verlegt hat. Der Investor plant, soziales Wohnen und eine verträgliche Gewerbenutzung zu realisieren. Der Bebauungsplan ist verabschiedet. Das Konversionsmanagement unterstützt den Investor bei der Akquisition für weitere Ansiedlungen.

Die Kaserne Breitenburg mit 38 Hektar wurde 2008 geräumt. Von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erfolgte eine europaweite Ausschreibung und in 2009 wurde die Liegenschaft an die Firma MAY & CO. Wohn- und Gewerbebauten aus Itzehoe verkauft. Es ist geplant, dort ein neues Wohngebiet mit 120 Einfamilienhäusern und ein 12 Hektar großes emissionsarmes Gewerbegebiet zu errichten. Die Abstimmungsprozesse zwischen der Gemeinde, dem Investor und der Region Itzehoe werden vom Konversionsmanagement weiterhin begleitet. Vom Standortübungsplatz wurden 160 Hektar an die Stiftung Naturschutz des Landes Schleswig-Holstein verpachtet. 220 Hektar verbleiben beim Bundesforst.

Die Gesamtfläche der Liliencron-Kaserne mit 39 Hektar und 24 Hektar vom Standortübungsplatz in Kellinghusen wurden nach einer europaweiten Ausschreibung 2009 von der STE – Sport- und Touristik Entwicklung GmbH – erworben. Es soll ein Sport- und Touristikpark mit Fußballschule und Unterkunftsangeboten errichtet werden. Lokale Sportvereine werden einbezogen. 202 Hektar des Standortübungsplatzes wurden für Waldwirtschaft und naturnahe Nutzungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit veräußert. Die Abstimmungsprozesse zwischen Stadt, Investor und weiteren Beteiligten werden vom Konversionsmanagement auch künftig begleitet.

Im Kreis Dithmarschen waren in der Vergangenheit vor allem die Kreisstadt Heide (Abbau von 670 Dienstposten) und die Gemeinde Albersdorf (Kaserne mit 36 Hektar und 50.000 m² Gebäudenutzfläche, inzwischen verkauft) vor lokale Strukturbrüche und deren Bewältigung gestellt. Sie sind als besonders stark betroffene Konversionsstandorte im Sinne des Konversionsprogramms der Landesregierung anerkannt. Es sind darüber hinaus aber auch kleinere Standorte in Wesselburener Deichhausen, Gaushorn und Elpersbüttel von Schließung betroffen.

Die kreisfreie Stadt Neumünster ist ebenfalls als besonders stark betroffener Konversionsstandort anerkannt, da hier bereits in den letzten Jahren zwei Kasernen aufgegeben wurden. Von der ehemaligen Scholtz-Kaserne werden für die südliche Teilfläche mit ca. 8 Hektar Investoren gesucht. Weitere 4,3 Hektar dienen gegenwärtig als Asylantenunterkunft. Von der ehemaligen Hindenburg-Kaserne sind noch 10,5 Hektar verfügbar. Weitere 8,9 Hektar wurden bereits verkauft.

Für die beiden Kasernen in Neumünster, und falls es zu weiteren Standortschließungen in Dithmarschen kommen sollte, sind verschiedene Aufgaben zu bearbeiten, zum Beispiel:

  • Nachnutzungskonzepte entwickeln,
  • Abstimmungsprozesse in Kommunen, mit Kreis und Land moderieren,
  • Investoren suchen und gewinnen,
  • zur Sicherung der Ergebnisse Investoren, Verwaltung und Politik auch nach erfolgtem Verkauf ergebnisorientiert begleiten.

Dabei sollen die von der egeb: Wirtschaftsförderung erlangten Kenntnisse und Erfahrungen aus den bisherigen Konversionsprozessen für Neumünster und Dithmarschen genutzt werden.

Kontakt

Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel mbH (egeb), Regionalmanagement Konversion - Hans-Joachim Schmidt, Viktoria-Straße 17, 25524 Itzehoe, Tel.: 04821-4030-283, Fax: 04821-4030-289, schmidt@egeb.de, www.egeb.de

Projekte in Betreuung durch Kommunen und das Konversionsbüro

Bad Segeberg, Lettow-Vorbeck-Kaserne, Nutzungsvarianten: "Auto/Verkehr" oder "Freizeit/Wohnen". Bad Segeberg, Lettow-Vorbeck-Kaserne, Nutzungsvarianten: "Auto/Verkehr" oder "Freizeit/Wohnen".Bad Segeberg, Lettow-Vorbeck-Kaserne, Nutzungsvarianten: "Auto/Verkehr" oder "Freizeit/Wohnen".

Durch Begleitung der Stadt Bad Segeberg und durch das Konversionsbüro des Wirtschaftsministeriums wird eine Nachnutzung der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Bad Segeberg betreut. Für die ehemalige Kaserne sind in der kommunalen Planung die Nutzungsvarianten "Auto/Verkehr" oder "Freizeit/Wohnen" vorgegeben. Die Liegenschaft wurde inzwischen an einen schleswig-holsteinischen Unternehmer verkauft.

Von der Kaserne zum Feriengebiet – Großenbrode

Die Fehmarnsund-Kaserne umfasste 10,25 Hektar und die Standortschießanlage 5,15 Hektar. Beide Liegenschaften wurden von der Bundeswehr im Jahr 2009 freigezogen und konnten im Jahr 2009 nach intensiven Diskussionen um die beste Nachnutzungslösung von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an die Devello Immobilien AG und die BBI mbH, beide mit Sitz in Timmendorfer Strand, veräußert werden.

Nachdem die Kaserne vollständig abgerissen wurde, fand der erste Spatenstich für ein Ferienhauszentrum mit bis zu 165 skandinavischen Ferienhäusern und Sportmöglichkeiten (Holiday Vital Resorts Großenbrode) am 7. Mai 2010 durch Wirtschaftsminister Jost de Jager statt. Dieses Projekt kann in Fortsetzung der Verbesserung der touristischen Infrastruktur für Ostholstein ein touristisches Highlight an der Lübecker Bucht werden, eingebettet in eine erstarkte Nord-Süd-Verbindung über den Fehmarn-Belt.

Kontakt

Konversionsbüro

Regionalmanagement Konversion - Technologie-Region K.E.R.N. (bis 31. Juli 2008)

Ziel des Regionalmanagements K.E.R.N.-Schwerpunkt Konversion war der Aufbau und die Koordinierung langfristig tragfähiger gemeinsamer Netzwerke in der Region, mit deren Hilfe eine integrierte und nachhaltige Regionalentwicklung initiiert, Kooperationen aufgebaut sowie Projekte entwickelt und umgesetzt werden sollten.

Rendsburg, Eider-Kaserne (vorn links) und Feldwebel-Schmid-Kaserne (hinten) Rendsburg, Eider-Kaserne (vorn links) und Feldwebel-Schmid-Kaserne (hinten)Beispiele: Die Eider-Kaserne (vorne) und die Feldwebel-Schmid-Kaserne (im Hintergrund) in Rendsburg.

Die Stadt Rendsburg hat die Eider-Kaserne gekauft. Ziel ist es, den angrenzenden Schulen und dem benachbarten Krankenhaus Erweiterungsmöglichkeiten und stadtnah seniorengerechte Wohnungen anbieten zu können. Die Planungen befinden sich in der Konkretisierungsphase.

Für die 2010 freigewordene Feldwebel-Schmid-Kaserne, die sich grundsätzlich für Bildungs- und Sportstätten und für Gewerbegebiete eignet, werden von der Stadt Rendsburg konkrete Nachnutzungsmöglichkeiten untersucht. Die BImA führt nach einer Ausschreibung der Liegenschaft Verhandlungen mit Kaufinteressenten.

Die freigewordene Bundeswehrliegenschaft in Klein-Wittensee soll nach den Wünschen der Gemeinde Wittensee und des Amtes Hüttener Berge zu einer naturnahen Freizeit- und Erholungseinrichtung entwickelt werden.

Die Firma Denker & Wulff AG hat in Sehestedt am Standort der ehemaligen HAWK-Stellung den Windmühlenberg erworben. Die expandierende Firma errichtet Windenergieanlagen und betreut Windparks und hat inzwischen ihren Firmensitz auf den Windmühlenberg verlegt. Ein touristischer Infopark soll die Problematik des Klimawandels sowie die Notwendigkeit des Einsatzes erneuerbarer Energien veranschaulichen und erlebbar machen.

Weil sich aufgrund von kommunalpolitischen Verabredungen die Technologieregion K.E.R.N e.V. aufgelöst hat und das Regionalmanagement Konversion förderrechtlich auf insgesamt sechs Jahre begrenzt war, gibt es derzeit kein Regionalmanagement Konversion für die Landeshauptstadt Kiel und die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön. Die Stadt Neumünster wird durch das RMK der Kreise Steinburg und Ditmarschen sowie der Stadt Neumünster erneut unterstützt.



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