Hintergrund zum Begleiteten Fahren ab 17
Fahranfängerinnen und Fahranfänger als Führer von Pkw in Deutschland haben ein weit überdurchschnittliches Unfallrisiko. Innerhalb der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen sind die 18- bis 20-Jährigen besonders stark gefährdet. In dieser "Einsteigergruppe" mit dem höchsten Anteil von Fahranfängern addieren sich Jugendlichkeitsrisiko und Anfängerrisiko in ihrer Wirkung. Das fahrleistungsbezogene Unfallrisiko der 18- bis 20-Jährigen ist nach wissenschaftlichen Berechnungen annähernd fünfmal so hoch wie im Gesamtdurchschnitt aller Altersgruppen.
Ursache für die Häufung der Unfälle sind oft Fahrfehler, die an einer mangelnden Fahrpraxis liegen. Der übliche Führerschein ist die Lizenz zum Alleinfahren. Doch dies ist nach der Fahrschule auch eine radikale Umstellung. Nun sitzt nicht mehr der Fahrlehrer daneben. Und das eigene, oder das Auto der Eltern entspricht meistens auch nicht dem Fahrschulwagen.
Als Führerscheinneuling ist man oft so sehr mit den Bedienungselementen des Fahrzeugs beschäftigt, dass nicht genügend Aufmerksamkeit für den Straßenverkehr bleibt. Auch wird mangels Fahrerfahrung das sich abzeichnende Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer noch nicht erkannt oder falsch gedeutet.
Eine Untersuchung von Unfalldaten durch das Kraftfahrt-Bundesamt (Schade 2001) hat ergeben, dass der Unfallschwerpunkt auch der jungen Fahranfänger in Deutschland unmittelbar nach Aushändigung des Führerscheins liegt. Das Unfallrisiko sinkt nach neun Monaten auf die Hälfte, nach rund zweieinhalb Jahren auf 10 Prozent des Anfangsrisikos, wie aus der folgenden Grafik deutlich wird:
Unfallrisiko nach Erwerb der Fahrerlaubnis - zum Großklicken
Dies zeigt, dass die zunehmende Fahrerfahrung entscheidend zur Reduzierung von Unfällen beiträgt. Dieser "herkömmliche" Fahrpraxiserwerb geht aber mit der fatalen Schattenseite in Form von Unfällen einher; denn die jungen Fahrer sind sehr oft allein oder nur mit anderen jungen Leuten im Auto unterwegs.
Um die Sicherheit beim Fahrpraxiserwerb zu erhöhen, soll der junge Fahranfänger das Autofahren im realen Straßenverkehr in Begleitung einer deutlich älteren, verkehrszuverlässigen Person üben. Auf diese Weise verlängert sich zum einen die Lernzeit deutlich, wie die nachfolgende Grafik veranschaulicht:
Schaubild zum Großklicken
Zum anderen schafft die Begleitung dabei sicherere Bedingungen.
Diese bereits aus dem Ausland bekannte Erkenntnis hat sich im deutschlandweiten Modellversuch bestätigt.