Schifffahrt und Häfen
Häfen, Schifffahrt und Wasserstraßen spielen in Schleswig-Holstein, dem Land zwischen den Meeren, eine zentrale Rolle. Rund 25 Prozent der deutschen Reedereien haben hier ihren Sitz. Fähr- und Frachtlinien insbesondere aus Kiel, Puttgarden und Lübeck erschließen den gesamten Ostseeraum.
Grafik zu Schifffahrtsstraßen und Häfen - zum Großklicken
Die landeseigenen Häfen Husum, Büsum, Tönning, Friedrichskoog, Glückstadt und Friedrichstadt dienen im wesentlichen der regionalen Wirtschaft sowie dem Ausflugsverkehr und der Versorgung der Inseln und Halligen. Die überregional bedeutsamen Häfen Lübeck, Kiel und Puttgarden bedienen dagegen die zunehmenden Verkehre nach Skandinavien, ins Baltikum sowie in die Russische Föderation.
Güterumschlag und Passagiere
Insgesamt bewältigten die 30 großen und kleinen Häfen des Landes 2011 einen Güterumschlag von rund 50 Millionen Tonnen (brutto) und fertigten über 12 Millionen Passagiere im internationalen Reiseverkehr ab.
Tabelle: Güterumschlag und Passagiere in ausgewählten Häfen Schleswig-Holsteins 2011 (PDF, 18 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Daneben bietet Schleswig-Holstein Heimathäfen für rund 30.000 Sportboote und für eine immer noch beachtliche Kutterfischerei.
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Häfen Lübeck und Travemünde
Lübeck sowie Lübeck-Travemünde haben im Jahr 2011 über 26,5 Mio.Tonnen Güterumschlag verzeichnen können.
Seelandkai Lübeck
Die Hansestadt Lübeck hat mit verschiedenen Infrastrukturprojekten dem steigenden Bedarf marktgerecht Rechnung getragen. Hervorzuheben sind insbesondere der Ausbau des Skandinavienkais in Travemünde sowie des Seelandkais. In Lübeck, schwerpunktmäßig am Skandinavienkai und am Seelandkai, wurden allein während der Laufzeit des Regionalprogramms 2000 (2000-2006) rund 50 Mio. Euro in die Hafeninfrastruktur investiert. In erster Linie wurden Anlegeeinrichtungen geschaffen und modernisiert sowie die für einen leistungsfähigen Hafen erforderlichen Flächen hergestellt. Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat sich hieran mit Fördermitteln in Höhe von rund 22 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beteiligt.
Neben der Lübecker Hafen Gesellschaft beteiligen sich am Umschlag in den Lübecker Häfen unter anderem die Hamburger Hafen und Logistik AG, die Firma Hans Lehmann KG, die claus rodenberg port logistic gmbh und weitere Unternehmen.
Lübecker Hafen Gesellschaft, www.lhg-online.de
Hans Lehmann KG, www.hans-lehmann.de
claus rodenberg port logistic gmbh
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Hafen Kiel
Das neue Cruise Terminal Ostseekai ist eines der modernsten Terminals an der deutschen Küste. Foto: Seehafen Kiel
Kiel hat neben dem traditionellen Fährverkehr nach Göteborg, Oslo und Klaipeda seine führende Position am Markt der Ostseekreuzfahrten festigen können. Für die Saison 2012 liegen 140 Anmeldungen von Kreuzfahrtschiffen vor. Das neu Cruise Terminal Ostseekai, an dessen Infrastrukturkosten sich das Land mit rund 50 % beteiligt hat, hat sich sehr gut bewährt und ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden.
Seehafen Kiel, www.port-of-kiel.de
Cruise Terminal Ostseekai, www.port-of-kiel.de - Cruise Terminal
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Nord-Ostsee-Kanal
Hochbetrieb in der Holtenauer Schleuse.
Wie eine Lebensader zieht sich der Nord-Ostsee-Kanal durch das Land. Mit über 33.522 Schiffspassagen und über 98,0 Mio.Tonnen transportierter Ladung ist er nach wie vor weltweit der Spitzenreiter unter den künstlichen Wasserstraßen.
Kiel Canal, www.kiel-canal.org
Um die Leistungsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) für die internationale Schifffahrt auch in Zukunft zu gewährleisten, sind neben den laufenden Sicherungsmaßnahmen am Kanal umfangreiche Ausbaumaßnahmen geplant bzw. bereits eingeleitet worden.
Der Kanal gehört zu den Wasserstraßen, die Voraussetzung für eine leistungsfähige Wirtschaft sind und stellt mit seinen Weg- und Zeitvorteilen für die Schifffahrt einen großen Wettbewerbsvorteil für die Seehäfen Hamburg, Bremen und Bremerhaven sowie in Zukunft auch für den Jade-Weser-Port dar.
Mit den Ausbaumaßnahmen werden Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs auf dem Kanal und die Begegnungsmöglichkeiten der Schiffe verbessert sowie Warte- und Passagezeiten verkürzt.
Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel
Auf Grund fehlender Haushaltsmittel für die Wasserstraßen kam Anfang 2011 der geplante Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbütttel ins Stocken und drohte sich auf unbestimmte Zeit zu verzögern, obwohl seit Ende 2010 der Planfeststellungsbeschluss für diesen Neubau vorlag. Politik und Wirtschaft in Schleswig-Holstein und Hamburg sowie Kanalstädte, Schifffahrtsverbände, Lotsen und Makler setzten sich gemeinsam gegenüber dem Bund für den sofortigen Neubau der fünften Schleuse ein.
Der technische Zustand der mittlerweile 98 Jahre alten Großen Schleusen ist mittlerweile zu einem sehr großen Unsicherheitsfaktor im Kanalbetrieb geworden. Schleusenausfälle und damit verbundene lange Wartezeiten für die Schiffe vor den Schleusen In Brunsbüttel waren an der Tagesordnung.
Nachdem der Deutsche Bundestag den Verkehrshaushalts 2012 um 1 Mrd. € aufgestockt hat, werden von 2012 bis 2016 300 Mio. € für den Neubau der fünften Schleusenkammer bereitgestellt.
Dieses deutliche und lange erwartete Signal des Bundes zugunsten des Schleusenneubaus war unbedingt notwendig und setzte gleichzeitig einen Schlusspunkt unter eine konzertierte Aktion für die Funktionsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals. Mit dem ersten Spatenstich für den Schleusenneubau wird im April 2012 gerechnet, die Bauzeit soll rd. 5 Jahre betragen. Im Anschluss an den Neubau der fünften Schleusenkammer soll mit der Komplettsanierung der beiden Großen Schleusen in Brunsbüttel begonnen werden.
Ausbau der Oststrecke
Die sehr umfangreichen Änderungswünsche von Bürgern, Behörden und Verbänden macht eine Anpassung der Planungsunterlagen und damit möglicherweise nochmalige Auslage der aktualisierten Planungsunterlagen erforderlich. Daher ist derzeit nicht absehbar, wann das Baurecht mit Planfeststellungsbeschluss zur Anpassung der Oststrecke zwischen Königsförde und Kiel-Holtenau erteilt wird.
Wegen der Priorität des Schleusenneubaus in Brunsbüttel sind Haushaltsmittel des Bundes für diese Maßnahme in 2012 nicht zu erwarten.
Das WSA Kiel-Holtenau führt eine transparente Informationspolitik zu den Baumaßnahmen durch, die auch während der Bauphasen immer wiederholt werden soll. Eingebunden in die vorbereitenden Planungen und die Baumaßnahmen sind das Landesamt für Natur und Umwelt sowie das Umweltministerium
Auch wenn der Ausbau der Oststrecke vom Bund derzeit erst mal verschoben wurde, laufen die Planungen dafür beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau aber weiter.
Weitere Ausbaumaßnahmen
- Die Vertiefung des Kanals von 11 Meter auf 12 Meter Wassertiefe,
- Ersatzbau der Levensauer Hochbrücke
- Sanierung / Modernisierung der Schleusen in Kiel-Holtenau
- Diese Maßnahmen sind auf Grund fehlender Haushaltsmittel noch relativ zeitfern.
Mit dem dringend erforderlichen Neubau eines Versorgungstunnels (Düker) im Schleusenbereich Kiel-Holtenau wird noch in 2012 begonnen.
Die privat betriebenen Häfen in Brunsbüttel (Hafengesellschaft Brunsbüttel mbH) am Westausgang des Nord-Ostsee-Kanals bieten morderne Logistikkonzepte für Massengüter aller Art. Darüber hinaus bietet sich der Hafen besonders für so genannte "high & heavy" - Umschlagsgüter an.
Elbehafen, www.elbehafen.de
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Elbe-Lübeck-Kanal
Der Elbe-Lübeck-Kanal schließt die Ostsee an das Netz der mitteleuropäischen Binnenwasserstraßen an und ist daher von besonderer Bedeutung.
Rechnet man das maritime wirtschaftliche Umfeld der Werften, der Zulieferindustrie, der Schiffsausrüster und Dienstleister und der Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen hinzu, so ist Schleswig-Holstein gut vorbereitet, im zusammenwachsenden Europa nicht nur als Transitland, sondern als maritimer Standort für wassergebundene Verkehre, für Umschlag und maritime Dienstleistung eine Schlüsselrolle in Nordeuropa zu spielen.
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