Ausbauprojekte Schiene

Das öffentliche Eisenbahnnetz in Schleswig-Holstein weist eine Länge von 1.351 Kilometern auf. Es wird von unterschiedlichen Eisenbahnunternehmen für den Personenfern- und Nahverkehr sowie für den Schienengüterverkehr genutzt.

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Die traditionelle Ausrichtung des Eisenbahnverkehrs auf den Knoten Hamburg hat in den letzten Jahren mit der Zunahme von Verkehren in Richtung Ostdeutschland, Skandinavien und Osteuropa einen verkehrlichen Bedeutungszuwachs erfahren. So weist die durch den südlichen Landesteil führende Strecke Hamburg – Berlin mit 189 km/h die höchste Reisegeschwindigkeit im deutschen ICE-Netz auf und hat die Erreichbarkeit des Landes im Fernverkehr deutlich verbessert.

Die Einführung leicht merkbarer Taktfahrpläne - auf den meisten Strecken fährt mindestens einmal stündlich ein Zug - und des landesweit einheitlich für Busse und Bahnen geltenden Schleswig-Holstein-Tarifs hat im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zu deutlich wachsenden Fahrgastzahlen geführt. Durch Einführung des Wettbewerbs bei der Vergabe des SPNV-Angebots konnte zudem die Modernisierung der Fahrzeugflotte und der Stationen vorangetrieben werden. Somit prägen heute moderne und klimatisierte Doppelstockwagen, Waggons und Triebwagen, die an zeitgemäßen Bahnhöfen halten, das Bild der Eisenbahn in Schleswig-Holstein. Auch in den kommenden Jahren wird der Schienenverkehr kontinuierlich ausgebaut werden.

Ausbauprojekte

Umgesetzte Projekte (eine Auswahl)

Im Dezember 2007 neu eröffnet: Bahnhof Kiel-Hassee CITTI-Park als "Public-Private-Partnership"-Modell Im Dezember 2007 neu eröffnet: Bahnhof Kiel-Hassee CITTI-Park als "Public-Private-Partnership"-ModellIm Dezember 2007 neu eröffnet: Bahnhof Kiel-Hassee CITTI-Park als "Public-Private-Partnership"-Modell MWV, M.Clausing

  • Dezember 2010: Eröffnung der neuen Verkehrsstation „Ahrensburg-Gartenholz“
  • Sommer 2010: Vollendung des zweigleisigen Ausbaus des Streckenabschnitts Schwartau Waldhalle - Lübeck-Kücknitz an der Bahnverbindung Lübeck Hbf – Lübeck-Travemünde; Eröffnung des 1. Bauabschnitts der Strecke Kiel - Lübeck, Einweihung der neuen Station Fehmarn-Burg.
  • Dezember 2008: Inbetriebnahme der Elektrifizierung der Bahnstrecke Hamburg Hbf – Lübeck-Travemünde Strand (Personenverkehr) bzw. –Skandinavienkai (Güterverkehr)
  • Frühjahr 2008: Anschluss des Flughafen Lübeck mit einer neuen Station an die Bahnstrecke Lübeck – Lüneburg
  • Dezember 2007: Eröffnung der als sogenanntes „PPP“-Projekt (öffentlich-private Partnerschaft) errichteten Bahnstation Kiel-Hassee CITTI-Park an der Strecke Kiel – Eckernförde
  • Mitte 2007: Abschluss der Grundsanierung der nordfriesischen Bahnstrecken Niebüll – Dagebüll Mole und Niebüll – Tønder, die im Kurswagenverkehr mit Süddeutschland zu erheblichen Reisezeitverkürzungen zu den Nordfriesischen Inseln und im Verkehr mit Dänemark zu durchgehenden Zugangeboten zwischen Niebüll und Esbjerg führte.

Wichtige Ausbauvorhaben der kommenden Jahre

  • Zur Verbesserung des Nahverkehrs auf der Strecke Kiel - Rendsburg (Einführung des Halbstundentaktes) soll bis 2014 die Station Felde zum Kreuzungsbahnhof ausgebaut werden. Geplant ist darüber hinaus die Erweiterung des zusätzlichen Zugangebotes im Abschnitt Rendsburg-Fockbek einschließlich der Errichtung neuer Bahnhöfe zwischen Kiel-Hassee CITTI PARK und Rendsburg.
    Vorstudien hierzu:
    Datei ist nicht barrierefrei Vorstudie I zum Ausbau der Bahnstrecke Kiel - Rendsburg - Fockbek (PDF, 3 MB, Datei ist nicht barrierefrei)
    Datei ist nicht barrierefrei Vorstudie II zum Ausbau der Bahnstrecke Kiel - Rendsburg - Fockbek (PDF, 4 MB, Datei ist nicht barrierefrei)
  • Ausbau des Kreuzungsbahnhofes Keitum an der Strecke Niebüll – Westerland (Sylt) und Klanxbüll zur Verbesserung der Betriebsqualität im Verkehr nach Sylt,
  • Ausbau der Strecke Kiel – Lübeck einschließlich der Einrichtung der neuen Stationen „Kiel-Elmschenhagen“ und voraussichtlich „Schwentinental Ostseepark“. Die erste Baustufe zwischen Kiel und Plön mit Einführung eines Halbstundentakts Kiel - Lübeck konnte zum 13. Juni 2010 in Betrieb genommen werden, bis 2014 soll die 2. Baustufe folgen und zu weiteren Fahrzeitkürzungen führen.
  • Die Reaktivierung der kurzen Stichstrecke zum neuen Bahnhof "Fehmarn-Burg" zur Verbesserung der Anbindung der Insel Fehmarn an den Schienenverkehr bereits vor Errichtung der festen Fehmarnbeltquerung konnte zum 31. Juli 2010 in Betrieb gehen. Seit Dezember 2010 wird diese Station zunächst freitags, und seit März 2011 täglich auch von InterCity-Zügen bedient (Fehmarn-Burg - Köln - Passaus, Frankfurt/Main - Köln - Fehmarn-Burg und zurück).
    Die Strecke nach Fehmarn-Burg ist damit nach den Strecken Barmstedt – Ulzburg, Niebüll – Tønder (DK) und Neumünster – Bad Segeberg die vierte Reaktivierung einer vormals stillgelegten Eisenbahnstrecke in Schleswig-Holstein seit der 1996 erfolgten Regionalisierung des Schienenpersonennahverkehrs im Zuge der Bahnreform.
  • Der zweigleisige Ausbau der AKN-Vorortschnellbahn Hamburg-Eidelstedt - Kaltenkirchen im Abschnitt Bönningstedt - Quickborn Süd wird fortgeführt.

Bei der Sanierung der Eisenbahnhochbrücke Hochdonn wurde der neue Schwebeträger im Herbst 2006 über den Nord-Ostsee-Kanal verschifft. Bei der Sanierung der Eisenbahnhochbrücke Hochdonn wurde der neue Schwebeträger im Herbst 2006 über den Nord-Ostsee-Kanal verschifft.Bei der Sanierung der Eisenbahnhochbrücke Hochdonn wurde der neue Schwebeträger im Herbst 2006 über den Nord-Ostsee-Kanal verschifft. MWV, M. Clausing

  • Modernisierung der Sicherheitstechnik durch den Bau weiterer elektronischer Stellwerke in Heide, Lindaunis und Ratzeburg sowie die Beseitigung bestehender und Verhinderung drohender Langsamfahrstellen im Schienennetz. So wurde 2007 zum Beispiel mit der Sanierung der Strecke Neumünster – Heide begonnen, die Arbeiten an der Eisenbahnkanalhochbrücke Rendsburg (Sanierung bis 2013) wurden fortgesetzt, die Arbeiten an der Hochbrücke Hochdonn im Juni 2008 beendet. Abgeschlossen wurde 2007 die umfassende Sanierung der Strecken Niebüll – Dagebüll und Niebüll – Tønder, aus denen sich im Kurswagenverkehr mit Süddeutschland zum Teil erhebliche Reisezeitverkürzungen zu den Nordfriesischen Inseln ergeben.

Weitere zukünftige Eisenbahnprojekte sind bereits im vordringlichen und weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplans verankert. Diese betreffen den Bau einer festen Fehmarnbeltquerung bis 2018 auch für den Eisenbahnverkehr und Kapazitätserweiterungen durch den Bau zusätzlicher Gleise unter anderem auf den Strecken Hamburg – Pinneberg – Elmshorn und Hamburg – Ahrensburg.
Weitere Informationen zur Schienenanbindung der Fehmarnbeltquerung

Achsenkonzept

Die letztgenannten Strecken sind - zusammen mit der Strecke Hamburg – Kaltenkirchen - zugleich Teil des „Achsenkonzepts“, das den Ausbau der wichtigen Pendlerverbindungen in der Metropolregion Hamburg (Strecken von Itzehoe/Elmshorn, Kaltenkirchen, Bad Oldesloe/Ahrensburg und Büchen nach Hamburg) zum Beispiel durch Einrichtung attraktiver Express-S-Bahn-Linien vorsieht. Die damit verbundene Beseitigung der Schienen-Engpässe zwischen Pinneberg und Elmshorn sowie zwischen Hamburg und Ahrensburg dient gleichzeitig der Umsetzung des verkehrspolitischen Ziels einer weitgehenden Verlagerung der steigenden Güterverkehre auf die Schiene.

"S4": Unter dieser Bezeichnung sollen nach Vorstellung des Landes künftig sogenannte „Zweistrom-S-Bahnen“, wie sie in ähnlicher Form bereits auf der Strecke Hamburg – Stade im S-Bahn-Netz der Metropolregion Hamburg unterwegs sind, die Strecke Itzehoe/Wrist - Elmshorn - Hamburg - Ahrensburg - Bad Oldesloe bedienen. Damit können schnelle Direktverbindungen aus dem Umland in die Hamburger Innenstadt geschaffen und vielfach die vorhandene Schieneninfrastruktur (Gleise und Oberleitungen) mitgenutzt werden. Der Ausbau umfasst in der ersten Stufe den Bau neuer, seperater S-Bahn-Gleise zwischen Hamburg Hasselbrook und Ahrensburg-Gartenholz, später dann bis Bargteheide. Auf den verbleibenden Abschnitten werden die vorhandenen Fernbahngleise mitbenutzt, hier sind sogenannte Überleitstellen anzulegen und die Bahnsteige an die S-Bahn-Triebzüge anzupassen.

„S21“: Die Achse Kaltenkirchen – Hamburg weist große Fahrgastpotenziale auf, die vom derzeitigen Angebot aufgrund langsamer Züge und dem Umsteigzwang am Hamburger Stadtrand nicht ausgeschöpft werden. Der Ausbau der vorhandenen AKN-Strecke zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen für den S-Bahn-Verkehr soll diese Direktverbindungen schaffen und so den Schienenverkehr auch auf dieser Achse konkurrenzfähig zur Straße machen.

StadtRegionalBahn Kiel

Die Landeshauptstadt Kiel, die Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde sowie die Landesregierung Schleswig-Holstein prüfen die Realisierung einer SRB in der Region Kiel. Ziel ist es dabei, die verkehrliche Anbindung der Region an die Landeshauptstadt Kiel mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) qualitativ zu verbessern. Die Umsetzung und die Finanzierung der Maßnahme ist allerdings noch nicht beschlossen.

Stationsprogramm Schleswig-Holstein

Wandelhalle des modernisierten Kieler Hauptbahnhofs. Wandelhalle des modernisierten Kieler Hauptbahnhofs.Halle des modernisierten Kieler Hauptbahnhofs MWV, Martin Clausing

Im Rahmen einer Bahnhofsländerkonferenz haben sich das Land Schleswig-Holstein und die DB Station&Service AG darauf verständigt, ein Bahnhofsmodernisierungsprogramm für die nächsten fünf Jahre fortzuschreiben. Dabei soll der Schwerpunkt vor allem auf die noch nicht modernisierten regionalen Knotenbahnhöfe gerichtet werden. In gemeinsamen Gesprächen wurde eine Prioritätenliste erarbeitet. Ziel ist es, weitere Bahnhöfe im Land Schleswig-Holstein zu Kundenzentren aufzuwerten. Projekte der höchsten Priorität sollen dabei Elmshorn, Flensburg, Heide (Holst), Lübeck-Travemünde Strand, Niebüll, Pinneberg und Rendsburg sein.

Güterverkehr

Für den sich dynamisch entwickelnden Güterverkehr wurde die 1996 mit den wichtigen Strecken Hamburg-Kiel und Flensburg begonnene Elektrifizierung der Bahnstrecken Schleswig-Holsteins bis Ende 2008 um die Strecke zwischen Hamburg und Lübeck erweitert. Im Zuge des Ausbaus der Schienenhinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung soll nun die Elektrifizierung der anschließenden Strecke zwischen Schwartau Waldhalle und Fehmarn (-Dänemark) bis 2018 folgen.



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