Bahnangebot in Schleswig-Holstein
Fernverkehr
Auf den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Hauptlinien entlang der Achsen von Hamburg nach Westerland (Sylt), Flensburg, Kiel und Lübeck/Puttgarden bietet die Deutsche Bahn AG mit InterCityExpress-, EuroCity- und InterCity-Zügen Fernverkehrsverbindungen zwischen Schleswig-Holstein und West-, Süd- und Ostdeutschland sowie mit Dänemark, der Schweiz und Tschechien an. Von der auf 230 km/h ausgebauten Strecke Hamburg – Berlin profitiert Schleswig-Holstein mit einer ICE-Fahrzeit Kiel – Berlin von nur noch 2:50 Std. sowie dem EC/IC-Halt Büchen, der auch die Fahrzeit zwischen Ostholstein/Lübeck und Berlin reduziert hat. Seit Dezember 2007 gibt es außerdem ICE-Verbindungen auf den Strecken Berlin – Hamburg – Lübeck – Kopenhagen und Berlin – Hamburg – Flensburg – Århus, die 2008 weiter ausgebaut wurden.
Nahverkehr
Bahnlinien in Schleswig-Holstein - zum Großklicken. Grafik zum Herunterladen in der rechten Spalte.
LVS-SH
Im Eisenbahn-Regionalverkehr bedienen zurzeit 7 Verkehrsunternehmen - Regionalbahn Schleswig-Holstein, S-Bahn Hamburg, Nord-Ostsee-Bahn, Eisenbahn Altona-Kaltenkirchen-Neumünster, Schleswig-Holstein-Bahn, Nordbahn und Norddeutsche Eisenbahn Niebüll - die 169 Bahnhöfe und Haltepunkte im Land. Schnelle RegionalExpress-Linien fahren die Strecken von Hamburg nach Lübeck-Travemünde, Kiel, Flensburg/Padborg ("Schleswig-Holstein-Express") und Büchen/Schwerin ("Hanse-Express") sowie die Strecken von Lübeck nach Kiel und Lüneburg. Im Regionalschnellverkehr bedient außerdem die Nord-Ostsee-Bahn die "Marschbahn" Hamburg – Westerland (Sylt) über Heide und Husum. Dieses Liniennetz wird durch 23 Nahverkehrslinien und drei nach Schleswig-Holstein reichenden Linien der Hamburger S-Bahn ergänzt.
Wettbewerb im Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV)
Das Land Schleswig-Holstein setzt seit Mitte der 90er Jahre ein sog. Wettbewerbskonzept im Schienenpersonen-Nahverkehr um. Ziel ist, durch einen kontrollierten Wettbewerb zwischen verschiedenen Eisenbahnverkehrsunternehmen die Zuschüsse für den öffentlichen Verkehr angemessen zu reduzieren. Für Schleswig-Holstein konnten mit den wettbewerblichen Vergaben in den vergangenen Jahren im Durchschnitt Einsparungen im Umfang von fast 40% erreicht werden. Insgesamt konnten mit den wettbewerblichen Vergaben im Zeitraum von 2000 bis 2008 Einsparungen in Höhe von ca. 123 Mio. € erzielt werden, davon entfallen allein auf das Jahr 2008 ca. 23,3 Mio. €.
Ab dem Jahr 2010 werden weitere deutliche Einsparungen durch die Vergabe des Netz Ost (Lübecker Stern) erzielt, ab 2012 weitere Einsparungen durch die Vergabe des Netzes Nord (Bad Oldesloe – Neumünster – Büsum; Kiel – Bad St.Peter Ording und Kiel - Flensburg). Das Netz Mitte (Hamburg – Itzehoe / Kiel / Flensburg) geht 2010 in ein Ausschreibungsverfahren, der Verkehrsvertrag wird dann ab Dezember 2014 gelten. Auch hier werden noch weitere Zuschussreduzierungen erwartet.
Qualitätsmanagement
Das Qualitätsmanagement zielt darauf ab, zusätzliche Anreize zu schaffen, um die Qualität für die Fahrgäste zu verbessern. Bereits 2005 wurde die Vereinbarung über das Qualitätsmanagementsystem mit den in Schleswig-Holstein agierenden Verkehrsunternehmen unterzeichnet. Damit werden neben der Pünktlichkeit weitere Qualitätsmerkmale erfasst und bewertet. Dabei kommen auch Merkmale zum Zuge, die schwieriger zu messen sind. Hierzu gehören zum Beispiel die Sauberkeit der Fahrzeuge oder die Freundlichkeit des Zugpersonals. Hierzu werden vier Mal jährlich die Fahrgäste um ihr Urteil gebeten. Zusätzlich bewerten so genannte Qualitätstester die Züge. Alle Ergebnisse fließen am Ende des Jahres in eine Gesamtnote ein. Erreicht ein Unternehmen bessere Werte als der zuvor festgelegte Zielwert erhält es einen zusätzlichen finanziellen Bonus. Im anderen Falle muss es einen Malus an das Land zahlen. Die Zuschüsse, die das Land für den Schienenpersonen-Nahverkehr gewährt, können damit um 5 Prozent höher oder niedriger ausfallen. Auf alle Eisenbahnunternehmen bezogen sind damit 16,6 Mio Euro disponibel.
Fahrgastrechte: die nah.sh-Garantie
Ab zwanzig Minuten Verspätung am Zielbahnhof erhalten Fahrgäste der Nahverkehrszüge in Schleswig-Holstein seit dem 13. April 2011 eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Fahrkartenwertes. Voraussetzung dafür ist eine gültige Fahrkarte des Schleswig-Holstein-Tarifs.
Die Nutzungsbedingungen, die Übersicht über die Entschädigungsbeträge und ein kurzes Faltblatt zur neuen nah.sh-Garantie finden Sie rechts auf dieser Seite.
Wenn Sie eine Entschädigung beantragen möchten, nutzen Sie bitte das Kontaktformular für die nah.sh-Garantie. Sie können Ihren Antrag auch telefonisch beim LVS-Kundendialog unter 01805-710707 (14Ct/Min. aus dem dt. Festnetz, Mobilfunkpreis max. 42 Ct/Min.) stellen.
Link zum Kontaktformular für die nah.sh-Garantie
Doppelstockwagen
Auf der Strecke von Hamburg nach Lübeck sind - 70 Jahre nach ihrem Ersteinsatz auf der Lübeck-Büchener Eisenbahn - wieder Doppelstockwagen im Einsatz. Diese bequemen Wagen haben die zuvor dort eingesetzten „Silberlinge“ abgelöst und sind mit jeweils rund 800 Sitzplätzen bei den Fahrgästen sehr beliebt: Seit ihrem Einsatzbeginn konnten die Fahrgastzahlen um rund 15% gesteigert werden. Vorteile der Doppelstockwagen sind der Ausblick durch die Panoramafenster der oberen Etage, der bequeme Einstieg durch breite Eingänge, viel Platz für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder sowie die geräumige Sitzanordnung. Ab Ende 2009 werden die Doppelstockwagen auch den Verkehr auf der nachfragestarken Regional-Express-Linie zwischen Kiel und Hamburg übernehmen. Erste Wagen sind dort bereits im Einsatz.
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