Fluglinien in Schleswig-Holstein
Flugverbindungen und Entwicklungsperspektiven der Flughäfen.
Lübeck-Blankensee
Fluglinien in Schleswig-Holstein (Stand: April 2012)
© MWV
Der Flughafen Lübeck-Blankensee hat eine wichtige Funktion für die regionale Wirtschaft, den Tourismus und als Ergänzung für den Verkehrsflughafen Hamburg. Der Flughafen ist der einzige in Schleswig-Holstein, der in das internationale Flugliniennetz eingebunden ist.
Im Jahr 2010 wurden insgesamt 546.146 Passagiere befördert. Im Jahr 2011 waren es 344.000 Passagiere.
Zurzeit werden vom Flughafen Lübeck Linienflüge nach Danzig, Kiew, Budapest, Pisa, Mailand-Bergamo, Palma de Mallorca, Barcelona und Stockholm-Skavsta angeboten. Die Verbindungen in die osteuropäischen Städte Danzig und Kiew werden durch die ungarische Airline WizzAir bedient, während die übrigen Flugziele von der irischen Low-Cost-Fluggesellschaft Ryanair angeflogen werden.
www.flughafen-luebeck.de
Ausbau Flughafen Lübeck
Nach dem Planfeststellungsbeschluss vom 27. Februar 2009 soll die derzeit 2.102 Meter lange Start- und Landebahn an den Enden um 95 bzw. 60 Meter verlängert werden sowie jeweils Wendemöglichkeiten für Flugzeuge erhalten. Außerdem soll das Vorfeld auf künftig zehn Abstellpositionen erweitert werden.
Das Land unterstützt den Flughafenausbau mit der Förderung des Instrumentenlandesystems der Kategorie II und hat mit Bescheid vom 30. März 2011 rund 1,7 Millionen Euro aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft für die ersten Bauabschnitte zur Verfügung gestellt.
Der Flughafen Lübeck soll im Jahr 2020 im ausgebauten Zustand 3,25 Millionen Passagiere abfertigen und hierfür auch im Bereich der Terminalgebäude und der Parkplätze die erforderlichen Anlagen schaffen können. Der heute uneingeschränkt zulässige nächtliche Flugverkehr wird durch den Planfeststellungsbeschluss beschränkt: Planmäßiger Linienflugverkehr wird auf die Zeit von 05.30 Uhr bis 23.30 Uhr begrenzt. Frachtflüge werden für die gesamte Nachtzeit von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr ausgeschlossen.
Von dem Ausbau des Flughafens Lübeck werden positive Effekte für den Tourismus sowie für den Industrie- und Dienstleistungsstandort Lübeck erwartet.
Der Planfeststellungsbeschluss wurde vor Gericht angegriffen. Nach den vorliegenden Beschlüssen im Eilverfahren des Oberverwaltungsgerichtes wurde die Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses bestätigt (u.a. Beschluss des OVG Schleswig vom 14.03.2011, Az. 1 MR 17/10 ). Die Entscheidung im Hauptverfahren wird im Jahr 2012 erwartet.
Zum Herunterladen:
Planfeststellungsbeschluss vom 27.02.2009 für den Ausbau des Flughafens Lübeck Blankensee (204 Seiten) (PDF, 14 MB, Datei ist nicht barrierefrei)
Sylt
Die beliebte Ferieninsel Sylt wird in den Sommermonaten durch eine Reihe von Fluggesellschaften - darunter namhafte Airlines wie die Lufthansa und airberlin und - von zahlreichen innerdeutschen Flugplätzen wie beispielsweise Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln/Bonn, München und Stuttgart aus angeflogen. Vom 15. Mai bis zum 30. September 2012 werden darüber hinaus mehrmals täglich Flüge auf die nur 15 Minuten entfernte Nordseeinsel Föhr angeboten.
In den vergangenen Jahren konnte die Zahl der Passagiere kontinuierlich von rund 60.000 im Jahr 2001 auf nunmehr über 217.000 (2011) gesteigert werden. Der Flughafen Sylt ist damit nach dem Flughafen Lübeck-Blankensee der meistfrequentierte Flughafen in Schleswig-Holstein. Dieses Wachstum geht nicht zu Lasten der Anwohner, da die Flugbewegungszahl seit 2001 aufgrund größerer und immer besser ausgelasteter Maschinen sgar leicht von rund 16.000 auf knapp unter 15.000 gesunken ist. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt den Flughafen Sylt bei der Schaffung der Voraussetzungen für eine reibungslose Abwicklung des Flugverkehrs. Seit 2006 wurde der Flughafen mit Fördermitteln aus dem Zukunftsprogram Wirtschaft in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro ausgebaut und modernisiert.
www.flughafen-sylt.de
Kiel-Holtenau
Nach der Beendigung der Ausbauplanungen und der Einstellung des Linienverkehrs auf dem Verkehrslandeplatz Kiel-Holtenau im Jahr 2006 liegt das Augenmerk der Kieler Flughafengesellschaft nunmehr auf der Abwicklung der so genannten allgemeinen Luftfahrt. Neben der Privat- und Sportfliegerei kommt hierbei dem Geschäftsflugverkehr besondere Beachtung zu. Dieser Bereich umfasst sowohl den Werkverkehr mit firmeneigenen Flugzeugen als auch den gewerblichen Betrieb von Geschäftsflugzeugen für den Personen- und Gütertransport (Taxi-Verkehr).
Airport Kiel
Weitere Flugplätze
Neben den bereits genannten Flugplätzen verfügt Schleswig-Holstein über weitere zwölf Verkehrslandeplätze: Flensburg-Schäferhaus, Hartenholm, Heide-Büsum, Helgoland-Düne, Husum-Schwesing, Itzehoe-Hungriger Wolf, Neumünster, Rendsburg-Schachtholm, St. Michaelisdonn, St. Peter-Ording, Uetersen-Heist und Wyk auf Föhr. Zudem befinden sich in Schleswig-Holstein über 13 Sonderlandeplätze (im Gegensatz zu den Verkehrslandeplätzen besteht hier keine Betriebspflicht), 25 Hubschraubersonderlandeplätze und drei Segelfluggelände.
Norddeutsches Luftverkehrskonzept
Die fünf norddeutschen Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben sich darauf verständigt, gemeinsame Leitlinien zu erarbeiten, wie der norddeutsche Luftverkehrsstandort weiterentwickelt und qualitativ verbessert werden kann.
Das Luftverkehrskonzept wird auf der Grundlage eines 250 Seiten starken Gutachtens entwickelt, das im April 2012 den Ländern übergeben wurde.
Zum Herunterladen:
Gutachterliche Vorarbeit zur Erstellung eines Norddeutschen Luftverkehrskonzeptes (PDF, 7 MB, Datei ist nicht barrierefrei)