Teilprivatisierung des Uni-Klinikums rechnet sich

Knapp eineinhalb Wochen nach der Einigung der Universitäten Kiel und Lübeck über die zukünftige Struktur der Hochschulmedizin, bestätigt nun auch ein neues Gutachten, dass sich sie angestrebte bauliche Sanierung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) an den Standorten Kiel und Lübeck finanziell rechnen wird.

Luftaufnahme Campus Kiel, Quelle: UK S-HDas UK S-H in Kiel - Luftaufnahme Universitätsklinikum Schleswig-Holstein UK S-H

Die vom UKSH ermittelte Rationalisierungsrendite - jährlich 47 Millionen Euro, wobei an die privaten Investoren der Neubauten für die Krankenversorgung aber nur 38 Millionen gezahlt werden müssten - hat das Gutachten bestätigt, sagte Wissenschaftsminister Jost de Jager am 19. Januar in einer gemeinsamen Sitzung des Bildungs- und des Finanzausschusses des Landtags.

Im Interview mit dem Schleswig-Holstein Magazin sagte Minister de Jager:

Sanierung in Öffentlich-Privater Partnerschaft

Nach den Vorstellungen der Landesregierung sollen private Investoren in einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) die Gebäude für die Krankenversorgung sanieren und betreiben - und das UKSH sie über einen Zeitraum von voraussichtlich 25 Jahren zurückmieten. Anschließend sollen die Gebäude wieder an die öffentliche Hand zurückgehen.

Neubau Neurowissenschaften und Orthopädie am Campus Lübeck Neubau Neurowissenschaften und Orthopädie am Campus LübeckNeubau Neurowissenschaften und Orthopädie am Campus Lübeck © Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Bauvolumen realistisch

Das Gutachten hat laut de Jager, der einen Zwischenbericht zum weiteren Vorgehen gab, auch das vorgesehene Bauvolumen als realistisch bestätigt: Danach sollen die Gebäude für die Krankenversorgung an beiden Standorten zusammen 340 Millionen Euro kosten, hinzu kommen 40 Millionen für Infrastruktur. Neubauten für Forschung und Lehre sollen parallel bis 2020 entstehen, allerdings finanziert mit Landesmitteln. Dafür sind 160 Millionen Euro nötig.

Entscheidung im Kabinett

Am 28. Februar werde das Kabinett über das Vergabeverfahren für die Sanierung entscheiden. Danach könne ein Teilnahmewettbewerb für den vorgesehenen wettbewerblichen Dialog eingeleitet werden. Dessen Ziel sei es, geeignete Unternehmen zu finden, mit denen die Gespräche über die Sanierung aufgenommen werden könnten.

Quelle: MWV/dpa



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