EU ebnet den Weg für Travequerung der A 20
Gute Nachricht für die Autofahrer im Raum Lübeck und die Wirtschaft in Schleswig-Holstein: Nach mehrmonatiger Prüfung hat die EU-Kommission jetzt dem Ersuchen Deutschlands stattgegeben, dass die A 20 zwischen Weede und Wittenborn die Trave trotz erheblicher ökologischer Betroffenheit von geschützten Lebensräumen in knapp 20 Metern Höhe queren darf.
Wie Verkehrs-Staatssekretärin Tamara Zieschang bestätigte, sei die Kommission der Auffassung, dass die nachteiligen Auswirkungen eines Brückenbaus auf das Natura-2000-Gebiet „Travetal“ angesichts der enormen Bedeutung und des überwiegenden öffentlichen Interesses an der A 20 gerechtfertigt seien. "Damit ermöglicht uns die EU einen zügigen Abschluss des Planfeststellungsverfahrens zwischen Weede und Wittenborn und bringt den Ausbau unseres landesweit wichtigsten Verkehrsprojekts ein wesentliches Stück voran
", so Zieschang. Mit dem Bau der 250 Meter langen Brücke auf dem insgesamt 150 Millionen Euro teuren Neubau-Abschnitt werde voraussichtlich Ende 2011 begonnen. In ihrem Beschluss betont die EU, dass negative Folgen für das Travetal bei Bad Segeberg mit einer Reihe von ökologischen und baulichen Maßnahmen begrenzt werden können.
Schneller Baubeginn angestrebt
Nach den Worten von Zieschang erweist sich das Travetal trotz Beeinträchtigung des Natura-2000-Gebietes als einzige Möglichkeit, da keine tragbaren Alternativen zu dem geplanten Projekt vorhanden seien. Die Beeinträchtigung von drei prioritären Lebensräumen (Kalktuffquellen, Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior sowie Schlucht- und Hangmischwälder Tilio-Acerion) sollen durch Schaffung gleichwertiger Lebensräume auf einer dreimal so großen Gesamtfläche ausgeglichen werden. "Ich erwarte, dass der Planfeststellungsbeschluss Ende des Jahres erlassen werden kann
", so Zieschang, da die Finanzierung des Streckenabschnittes durch den Bund bereits zugesagt sei, werde ein schneller Baubeginn angestrebt. Die Gesamtkosten der 55 Meter breiten Travebrücke belaufen sich auf 33 Millionen Euro.
A 20 wird wesentliche Verbindung zwischen West- und Osteuropa
Die Autobahn A 20 gehört zu den wichtigsten Straßenbauprojekten der Bundesrepublik Deutschland. Sie wird eine wesentliche Verbindungsachse zwischen West- und Osteuropa bilden. In Schleswig-Holstein ist die A20 zwischen der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern bis Weede (östlich von Bad Segeberg) bereits unter Verkehr. Die westliche Fortführung der A 20 einschließlich Elbquerung bei Glückstadt befindet sich in der Planfeststellung. Im Bereich südlich von Bad Segeberg muss der Fluss Trave gequert werden, der auf seiner gesamten Länge als EU-Naturschutzgebiet eingestuft ist.
Weitere Informationen zur A 20 unter:
www.a20.schleswig-holstein.de
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