5 Jahre Teilzeitausbildung in Schleswig-Holstein

Erscheinungsdatum:
28.10.2011

Seit 2006 bestehen in Schleswig-Holstein die Beratungsstellen zur Teilzeitausbildung und informieren über die stundenreduzierte Ausbildungsform. Möglich wurde dies mit finanzieller Unterstützung durch die Europäische Union, den Europäischen Sozialfonds und Mittel des Landes Schleswig-Holstein. Über 5.000 Frauen und einige Männer haben diese Beratung genutzt, um (wieder) in das Berufsleben einzusteigen. Aus Anlass des 5-jährigen Bestehens der Beratungsstellen haben IHK und Handwerkskammer Schleswig-Holstein zu einer Pressekonferenz in ein Unternehmen geladen, das seit einigen Jahren in Teilzeit ausbildet.

Schleswig-Holstein ist eines der wenigen Bundesländer, in denen Teilzeitausbildung als betriebliche Regelausbildung flächendeckend angeboten wird. Dadurch stehen dem Arbeitsmarkt und den Betrieben hoch motivierte Eltern sowie Menschen, die nahe Angehörige pflegen, zur Verfügung“, erklärte Dr. Tamara Zieschang, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein. Sie wies darauf hin, dass viele Frauen wegen Schwangerschaft eine Ausbildung abbrechen oder gar nicht erst beginnen. „Eine stundenreduzierte Berufsausbildung ermöglicht es, Ausbildung und Familienaufgaben zu vereinbaren und damit auch dem Fachkräftemangel im Land entgegen zu wirken.

Christian Maack, Geschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck ergänzte: „Das Berufsbildungsgesetz ermöglicht seit 2005 das Modell der Teilzeitausbildung für junge Eltern und Pflegende. Damit können sie die wöchentliche Ausbildungszeit auf 25 Stunden reduzieren, ohne dass sich die Ausbildung verlängert. Aktuell befinden sich 341 Personen in Schleswig-Holstein in einer Teilzeitausbildung bei IHK und Handwerkskammer. Gute Erfahrungen machen wir bei Friseurinnen, Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk und Bürokauffrauen. Der Anteil der neu abgeschlossenen Teilzeitausbildungsverhältnisse beträgt in Schleswig-Holstein 0,5 Prozent. Damit liegt Schleswig-Holstein deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Konjunktur und demografische Entwicklung die führen zu immer größeren Fachkräfteengpässen”, berichtete Hans Joachim Beckers von der IHK Schleswig-Holstein. „Dem können wir mit stundenreduzierter Ausbildung entgegenwirken. Eltern und Pflegende sind engagiert, motiviert und belastbar. Dadurch unterscheiden sie sich von vielen noch nicht ausbildungsreifen Jugendlichen. Viele Arbeitgeber haben diese Chance erkannt und bieten deshalb Teilzeitausbildung an.

Betriebsausrüster Detlef Paulsen aus Kiel bildet an mehreren Firmenstandorten aus: „Das einzige Mittel gegen den Fachkräftemangel ist die eigene Ausbildung. Natürlich spielen auch soziale Aspekte bei der Ausbildung eine Rolle, gute Leute bekommen bei mir eine Chance.“ Seine erste Teilzeitauszubildende arbeitet bereits seit einem Jahr als feste Mitarbeiterin im Unternehmen. Jenny Schneider hat ihre Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel gerade begonnen und kann jetzt Familienaufgaben und Lehre miteinander vereinbaren.

Medieninformation der IHK Schleswig-Holstein vom 28. Oktober 2011

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