„Handwerk ist mehr“
Wichtiger Schritt zur Fachkräftesicherung
- Erscheinungsdatum:
- 08.09.2011
Der demographische Wandel wird in den nächsten Jahren den Wettbewerb um den besten Nachwuchs weiter verstärken. Neben dem erwarteten Rückgang der Schülerzahlen findet auch bei den Schulabschlüssen eine Verschiebung hin zu den höherwertigen statt. Für das Handwerk in Schleswig-Holstein ein gewichtiger Grund dafür, noch gezielter Nachwuchswerbung zu betreiben.
Mit dem Projekt „Handwerk ist mehr“ sollen verstärkt Schulabgänger/Innen mit mittlerem Bildungsabschluss, Fachhochschul- bzw. Hochschulreife für eine Ausbildung im Handwerk gewonnen werden. Dabei geht es auch ganz bewusst um die Einbindung von den Lehrern an den Schulen und den Eltern, denen ebenfalls häufig die guten Perspektiven im Handwerk unbekannt sind.
Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel im Handwerk (v.l.): Bildungsminister Klug, Kammerpräsident Jürgensen und Wirtschaftsminister de Jager
© Handwerkskammer Lübeck
Bei der Projektvorstellung am 8. September in Kiel, zu der auch die Schirmherren Wirtschaftsminister Jost de Jager und Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug anwesend waren, wurde von den beiden Regierungsvertretern erläutert, warum auch das Land diesem Projekt hohen Stellenwert beimisst.
Handwerk ist Rückgrat der Wirtschaft
„Die fundamentale Rolle des Handwerks für die Wirtschaft hier in Schleswig-Holstein - als „Rückgrat der Wirtschaft“ – macht es umso wichtiger, der Entwicklung, die vor allem durch den demografischen Wandel verursacht wird, ideenreich und mit Tatkraft entgegenzutreten
“, sagte Minister de Jager. Dies tue das Handwerk mit dem Projekt „Handwerk ist mehr“. Es mache auch schon vom Namen her deutlich, dass das Handwerk jungen Menschen viel zu bieten hat. „Karrierewege im Handwerk bieten Alternativen zu manchen Studiengängen
“, betonte de Jager.
Sinnvolle Ergänzung der Berufsorientierung
Auch Minister Dr. Klug begrüßt diese Initiative. „Ich habe gerne die Schirmherrschaft übernommen. Sie ergänzt die Berufsorientierung in den Schulen und wendet sich an Schülerinnen und Schüler aller Schularten. Und sie passt gut in diese Zeit, in der wir auf allen Ebenen gefordert sind, den Fachkräftenachwuchs zu befördern ", sagte Klug. In Schleswig-Holstein sei die Berufsorientierung seit 2007 ein Bildungsziel im Schulgesetz, betonte der Minister. Je besser die Berufsorientierung während der Schulzeit gelinge, desto weniger Abbrecher werde es später in den Ausbildungen und Studiengängen geben.
Leistungsstarke Schulabgänger sind potentielle Betriebsnachfolger
Vom Projekt, das über das Zukunftsprogramm Wirtschaft vom Land finanziell gefördert wird, erhofft sich das Handwerk wertvolle Hilfe bei der Fachkräftesicherung. „Das Projekt passt gut zu der bundesweiten Imagekampagne des Handwerks. Hiermit versuchen wir, das Handwerk mit seinen vielen Berufen so zu zeigen, wie es tatsächlich ist: Interessant, krisensicher und mit optimalen Aufstiegs- und Karrierechancen. Das Projekt „Handwerk ist mehr“ ist auf diesem Weg ein wichtiger Mosaikstein. Denn gerade leistungsstarke Schulabgänger, die sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden, können als gutausgebildete Führungskräfte bzw. potenzielle Betriebsnachfolger dazu beitragen, dass wichtige Arbeitsplätze im Land zukünftig erhalten bleiben
“, sagte dazu der Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, Eberhard Jürgensen.
Zwei Projektmitarbeiter werden in den nächsten Jahren (das Projekt ist zunächst bis zum 31.12.2013 befristet) an allgemeinbildenden Schulen aber auch an Berufsfachschulen bzw. Fachgymnasien mit Konferenzfahrzeug und anderen technischen Hilfsmitteln Aufklärungsarbeit leisten, um das Interesse an einer Ausbildung an den vielen anspruchsvollen Berufen im Handwerk zu wecken.
Zukunftsprogramm Wirtschaft
In das Zukunftsprogramm Wirtschaft fließen im Zeitraum 2007 – 2013 rund 704 Millionen Euro für die wirtschafts- und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein, davon rund 374 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), rund 208 Millionen Euro aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) sowie ergänzenden Landesmitteln in Höhe von rund 122 Millionen Euro.
Verantwortlich für diesen Pressetext:
Handwerkskammer Schleswig-Holstein, Andreas Haumann, Telefon 0461 866-181, Telefax 0461 866- 381, a.haumann@hwk-flensburg.de
nach oben