Wirtschaftsminister de Jager legt Ansiedlungsbilanz 2009 vor: „Mit 145 angeworbenen Betrieben über 1500 neue Arbeitsplätze geschaffen“
- Erscheinungsdatum:
- 25.01.2010
© Konstantin Gastmann/www.pixelio.de
Im Jahr 2009 haben sich in Schleswig-Holstein 145 Unternehmen angesiedelt und 1502 Arbeitsplätze geschaffen – davon rund 60 Prozent im Dienstleistungssektor. Diese Bilanz hat Wirtschaftsminister Jost de Jager am 25. Januar in Kiel gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung- und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH), Dr. Bernd Bösche und dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig mbH (WIREG), Dr. Klaus Matthiesen, vorgelegt.
Wie de Jager sagte, sei die Bilanz von Licht und Schatten geprägt. So belege der Rückgang um 440 Arbeitsplätze im Vergleich zur Ansiedlungsbilanz 2008, dass die Finanzkrise auch in Schleswig-Holstein deutliche Spuren hinterlassen habe. Andererseits seien sich die Wirtschaftsförderer im Land einig, dass die Talsohle durchschritten sei. „Denn der größte Teil der Investments sowie vier der fünf größten Neuansiedlungen fielen in die zweite Jahreshälfte
“, sagte der Minister. Er sei zuversichtlich, dass für 2010 wieder ein besseres Ergebnis erzielt werde. „Wir müssen jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass Schleswig-Holstein von der wirtschaftlichen Erholung besonders profitiert und werden dafür die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft kontinuierlich verbessern
.“
Nach den Worten von WTSH-Geschäftsführer Bösche habe sich 2009 die Auslands-Akquise stabil entwickelt: Aus China wurden fünf, aus Dänemark vier, aus Indien zwei und aus Frankreich ein Unternehmen angeworben. Insgesamt sorgten die ausländischen Betriebe für 174 neue Arbeitsplätze. „Auch wenn die Akquisition in Deutschland unser Brot-und-Butter-Geschäft bleibt, hat das Auslandsbusiness in den letzten Jahren kontinuierlich zugelegt. Unsere Ansiedlungsschwerpunkte China, Dänemark und Indien leisten inzwischen einen spürbaren Beitrag zum Gesamtergebnis
“, sagte Bösche.
Bei der größten Ansiedlung des Jahres 2009 handelt es sich um die dänische Aktiengesellschaft Vega Salmon A/S aus Esbjerg. Vega Salmon produziert derzeit an den Standorten Esbjerg und Sølvesbjerg in Schweden hochwertige Räucherfischprodukte, insbesondere aus Lachs, Forelle und Heilbutt. Um die wachsende Nachfrage in Europa und Übersee bedienen zu können, wird Vega Salmon im interkommunalen Gewerbegebiet Handewitt/Flensburg eine hochmoderne Fischveredelungsfabrik errichten, die im Frühjahr 2011 in Betrieb gehen wird. Dort soll die Mitarbeiterzahl bei guter Entwicklung mittelfristig auf bis zu 120 Beschäftigte aufgestockt werden.
Dr. Klaus Matthiesen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig mbH (WiREG), betonte, dass die Ansiedlung der Vega Salmon A/S ein schönes Beispiel für das hervorragende Zusammenwirken von Landesregierung, Landeswirtschaftsförderung und regionaler Wirtschaftsförderung sei. „Vega Salmon ist die größte gewerbliche Ansiedlung in unserer Region seit geraumer Zeit. Zum Erfolg haben u. a. das Zusammenspiel der Standortstärken geführt – Arbeitskräfte, Grenznähe, GA-Förderung, Fläche und WiREG-Beratung
“.
Ein weiterer Lichtblick ist nach den Worten von de Jager der Zuwachs der Neu- und Existenzgründungen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl von 87 auf 92.
Die Entwicklung von Ansiedlungen aus den anderen Bundesländern (außer Hamburg) war besonders stark rückläufig (minus 36 Prozent bei den Unternehmen und minus 73 Prozent bei den Arbeitsplätzen). „Hier schlugen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Deutschland voll durch
“, so de Jager.
Auch die regionale Verteilung des Arbeitsplatzzuwachses hat sich im Vergleich zum Vorjahr verändert. In wirtschaftlich schwächeren Zeiten leidet der Süden Schleswig-Holsteins nach den Daten der Wirtschaftsförderer stärker als der Rest des Landes. Diese Entwicklung war auch 2009 zu verzeichnen. Während landesweit 23 Prozent weniger Arbeitsplätze als im Jahr zuvor zu verzeichnen waren, lag der Rückgang im Süden Schleswig-Holsteins (Herzogtum Lauenburg, Stormarn, Segeberg, Pinneberg, Lübeck) mit minus 32 Prozent deutlich höher. WTSH-Chef Bösche sieht in dieser Entwicklung „ein ausgleichendes Element, das einem stärkeren Auseinanderdriften der wirtschaftlichen Entwicklung im Süden und im Rest Schleswig-Holsteins entgegen wirkt
.“
Nach den Worten von de Jager sind die Ansiedlungen, wie schon in den Vorjahren auch, 2009 ein Abbild der mittelständisch geprägten Wirtschaftsstruktur in Schleswig-Holstein gewesen. Rund drei Viertel der angesiedelten Unternehmen – und damit etwas mehr als im Vorjahr – hätten weniger als zehn Mitarbeiter.
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