50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen
© Bundesregierung
Am 31. Oktober 1961 wurde das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei geschlossen. Rund 750.000 Türkinnen und Türken kamen zwischen 1961 und 1973 im Zuge dieses Abkommens nach Deutschland. Der Schleswig-Holsteinische Landtag, die schleswig-holsteinische Landesregierung, die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein und der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt begingen das 50. Jubiläum gemeinsam im Rahmen einer Festveranstaltung am 25. Oktober 2011 in Kiel und würdigten Verdienste der ersten Türkinnen und Türken. Rund 750.000 Türkinnen und Türken kamen allein bis 1973 nach Deutschland, um hier zu arbeiten.
Integrationsminister Emil Schmalfuß: "Die Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter der ersten Stunde mussten ihren Weg noch ohne heute selbstverständliche Integrationsangebote gehen. Staatliche Sprachkursangebote gab es kaum. Dafür halfen die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb oder die Nachbarn beim Zurechtfinden in der neuen Umgebung. Für die meisten der damaligen Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter wurde das Gastland zu einer neuen Heimat. Sie sind erfolgreich ihren Weg gegangen, haben sich berufliche Existenzen aufgebaut – vom Werftarbeiter über den Handwerksmeister bis zur Rechtsanwältin oder Ärztin. Über die zahllosen Beispiele gelungener Integration wird leider viel zu selten gesprochen. Und es wird viel zu wenig darüber berichtet, dass gerade die erste „Gastarbeitergeneration“ in erheblichem Maße zum wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand in unserem Bundesland beigetragen hat. Mit dieser Festveranstaltung wollen wir dieser Generation dafür Dank sagen, dass sie sich mit ihrem Fleiß und ihrer Kraft für unser Land eingesetzt und Schleswig-Holstein mit stark gemacht haben.
Landtagspräsident Torsten Geerdts lobte in seiner Begrüßung die Integrationsleistung damaliger und heutiger Zuwanderer als "außerordentlich
". Er sei deshalb "optimistisch
", dass die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zukünftig unter einem anderen Blickwinkel gesehen und angegangen werde. "Es ist höchste Zeit, dass wir erkennen, dass Menschen gleich welchen kulturellen, ethnischen oder religiösen Hintergrundes in unserer deutschen und europäischen Gesellschaft gleichen Problemen gegenüberstehen und deshalb auch nur gemeinsam diese Herausforderungen meistern werden
", so Geerdts.
Weitere Informationen:
Zuwanderung und Integration in Schleswig-Holstein
nach oben