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Schmalfuß: "Ohne diese gelebte 'Willkommenskultur' hätten wir den irakischen Flüchtlingen keinen so guten Start bieten können"

Auf Einladung des schleswig-holsteinischen Integrationsministers Emil Schmalfuß trafen sich am 30. Juni 2010 Akteure aus Verwaltung und Nichtregierungsorganisationen Vereinen in Kiel zur gemeinsamen Auswertung einer für Schleswig-Holstein erstmaligen Aufnahmeaktion. Innerhalb eines Jahres wurden im Wege des 'Resettlements'* 2.501 irakische Flüchtlinge aus Syrien und Jordanien nach Deutschland ausgeflogen. 83 von ihnen kamen ins nördlichste Bundesland.

Heute, zwei Monate nach dem letzten Flug mit irakischen Flüchtlingen aus Syrien, wollte Schmalfuß wissen, wie die Auswahl und Aufnahme der Menschen verlaufen sind, was noch besser gemacht und welche Schlussfolgerungen gezogen werden könnten.

Integrationsminister Schmalfuß lobte die zügige Organisation und Durchführung des Umsiedlungsverfahrens. "Es war bei aller Eile doch höchste Sorgfalt geboten, da es immerhin darum ging, für entwurzelte Menschen eine neue und vor allem passende Lebensperspektive zu finden", so Schmalfuß.

Die ersten sechs irakischen Flüchtlinge kamen am 17. April 2009 in Schleswig-Holstein an. Wie diese wurden auch die nachfolgenden 77 Flüchtlinge dezentral auf die Kreise und kreisfreien Städte verteilt. Zum Zeitpunkt ihrer Ankunft waren unter ihnen 6 Kinder unter 6 Jahre alt, 26 Kinder zwischen 6 und 17 Jahren, 45 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 65 Jahren und sechs Personen mit über 60 Lebensjahren. Mehr als ein Drittel der Erwachsenen besucht heute einen Integrationskurs. Bis auf wenige Ausnahmen besuchen die Kinder eine Kindertagesstätte oder eine Schule in Schleswig-Holstein.

In seiner Rede zur Aufnahmeaktion irakischer Flüchtlinge und dem Ausblick auf ein dauerhaftes Programm 'Resettlement' dankte er den vielen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dem UNHCR - United Nations High Commissioner for Refugees, den Arbeitsgemeinschaften (ARGEn), dem Landesamt für Ausländerangelegenheiten in Neumünster, den Ausländerbehörden, den Betreuungsorganisationen und den ehrenamtlich Tätigen vor Ort. "Ohne diese gelebte 'Willkommenskultur' hätten wir den irakischen Flüchtlingen keinen so guten Start bieten können", so der Minister.

* Unter dem Begriff 'Resettlement' versteht man im klassischen Sinn die Neuansiedlung von Flüchtlingen, die in einem Drittland zeitweiligen Schutz, aber keine dauerhafte Lebensperspektive gefunden haben. Resettlement findet zusätzlich und parallel zur Aufnahme von Asylbewerbern statt, ersetzt aber keineswegs die Durchführung von Asylverfahren und wird nicht die weltweite Lösung für alle betroffenen Menschen in Flüchtlingslagern sein.

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