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Unterzeichnung der Conflict Policy Codices -
Politik, Unternehmen und Verbände auf dem Weg zu einer neuen Streitkultur

Erscheinungsdatum:
01.11.2011

KIEL. Das schleswig-holsteinische Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration sowie zahlreiche Vertreter von Unternehmen und Verbänden haben heute (1. November) in Kiel Conflict Policy Codicies unterzeichnet. Ziel dieser Grundsatzerklärungen ist das Bekenntnis zur außergerichtlichen Konfliktbewältigung. Schleswig-Holsteins Justizminister Emil Schmalfuß, dessen Haus als erstes Justizministerium in Deutschland eine derartige Vereinbarung unterzeichnete, sagte: "Vor einer Anrufung der Gerichte sollte man sich immer die Frage stellen, ob es nicht eine andere Möglichkeit gibt, einen Konflikt einer für alle tragbaren Lösung zuzuführen. Meine langjährigen Erfahrungen als Richter und Mediator haben mir gezeigt, dass viele Gerichtsverfahren durchaus vermeidbar wären, wenn die Parteien sich unter Inanspruchnahme der vermittelnden Hilfe Dritter im Vorfeld um eine einverständliche Lösung bemüht hätten. Ich freue mich daher sehr, dass bereits fast 70 namhafte Unterstützer angekündigt haben, unserem Beispiel zu folgen und die Grundsatzerklärung ebenfalls zu zeichnen", erklärte Schmalfuß. Zu den Unterzeichnern gehören bislang z.B. das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK-SH), die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Sparkassen- und Giroverband, die Reederei Color Line, die Steuerberaterkammer Schleswig-Holstein sowie Haus & Grund.

"Wie bei jedem anderen Arbeitgeber gibt es auch innerhalb der Justiz so manchen Zwist, durch den die Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen an den Gerichten belastet wird", so der Minister weiter. "In diesen Fällen werden unsere Mediatoren gerne als Vermittler hinzugezogen, um die Beteiligten bei der Erarbeitung von Lösungen zu unterstützen. So mancher langjährig schwelender Konflikt konnte so geklärt werden, so dass wir uns auf unsere eigentlichen Aufgaben konzentrieren können. Dies hat uns gezeigt, dass alternative Konfliktlösungsverfahren für uns als Justiz und auch für manche unserer Mitarbeiter selbst von großem Vorteil sind. Wir haben uns deshalb entschlossen, als erstes Justizministerium in Deutschland einen Conflict Policy Codex zu unterzeichnen, d.h. uns in einer Grundsatzerklärung zur außergerichtlichen Konfliktbewältigung zu bekennen. Wir werden bei Konflikten und Streitigkeiten vor einer Anrufung der Gerichte zunächst die Anwendung von Mediation und anderer alternativer Konfliktlösungsverfahren ernsthaft in Betracht ziehen", erklärte Schmalfuß.

Bereits jetzt gibt es ein breites Angebot von Verfahren und Ansprechpartnern, das dabei hilft, Streitigkeiten ohne Einschaltung von Gerichten schnell, kostengünstig und nachhaltig zu lösen. So zum Beispiel die Schlichtungs- und Gütestellen der Kammern und Verbände, die Schiedsämter der Städte und Gemeinden oder die Mediation.

Die Unterzeichnung der Conflict Policy Codices fand im Rahmen einer gemeinsamen Informationsveranstaltung mit dem Schleswig-Holsteinischen Anwalts- und Notarverband e.V. statt, an der rund 100 Vertreter von Unternehmen, Institutionen und Verbänden teilnahmen. Ziel war es, die Akzeptanz von außergerichtlichen Konfliktlösungsverfahren zu steigern und ihre Vorteile einem breiteren Publikum bekannt zu machen. "Ich sehe die Herausbildung einer neuen Streitkultur mit Schwerpunkt auf einer einvernehmlichen außergerichtlichen Streitbeilegung als eine der wichtigsten rechtspolitischen Aufgaben der Gegenwart an", betonte Justizminister Schmalfuß.

Die an der heutigen Veranstaltung teilnehmenden Institutionen sind in der Tabelle aufgeführt. Mindestens zweidrittel davon werden voraussichtlich die Conflict Policy Codices unterzeichnen.

Unterzeichnung der Conflict Policy Codices
Teilnehmende Institutionen
Friedrich-Ebert-Krankenhaus, NeumünsterMinimax Viking GmbH
Rechtsanwälte Bürogemeinschaft Babener & StahlSpiegelblank Reinigungsunternehmen
Landgericht FlensburgRechtsanwälte Ehler - Ermer & Partner
Fachhochschule KielAmtsgericht Neumünster
Deutscher BühnenvereinDonner Reuschel Privatbank AG
VerbraucherzentraleStadtwerke Neumünster
Itzehoer VersicherungenSteuerberaterkammer SH
Amtsgericht KielRechtsanwalt, Kanzlei Poppe
Einzelhandelsverband NordUniversitätsklinikum Schleswig-Holstein
Sparkassen- und GiroverbandArchitekturbüro, Schwentinetal
Fachverband Deutscher HeilpraktikerKanzlei Rickers - Priebe - Bothe
Christian-Albrechts-Universität zu KielOberlandesgericht Schleswig
Schleswig-Holsteinischer FußballverbandSchleswig-Holsteinische RA-Kammer
Seehafen Kiel GmbHGetreide AG
Rechtsanwälte Ruge - Purrucker - MakowskiDonner Reuschel Privatbank AG
Rechtsanwälte Brock - Müller - ZiegenbeinColor Line GmbH
Kanzlei Göldner & FredrichEVU Deutschland e.V.
Junge Liberale Osnabrück StadtHaus & Grund
Lauprecht Rechtsanwälte NotareSchröder Managementberatung
Go.Shipping GmbH & Co. KGIfm - Geomar
Straßenbau Prüfstelle GmbHKieler Verkehrsgesellschaft mbH
Taylor WessingDonner Reuschel Privatbank AG
Kanzlei Dr. Hahn & ChristiansenSmith & Nephew GmbH
Landwirtschaftskammer Schleswig-HolsteinLSH Treuhand Stb-GmbH
Vossloh - Leiter RechtsabteilungHauptgenossenschaft AG
Konditorei Junge GmbH & Co. KG aAVerband des Kraftfahrzeuggewerbes
VosslohRechtsanwälte Steinbach und Partner
Kanzlei Ingwersen, Höper & PartnerLandessportfischerverband SH e. V.
team aktiengesellschaftArbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen
LandesinnungsverbandAmtsgericht Eutin
Hauptgenossenschaft AGKanzlei Weissleder - Ewer
TENOSKanzlei Wegner - Stähr & Partner
Deutscher MieterbundEquidis GmbH
Architekturbüro, SchwentinetalApothekerkammer Schleswig-Holstein


Weitere Informationen zu den Conflict Policy Codices finden Sie unter www.conflict-codex.eu und zum Thema außergerichtliche Konfliktbeilegung unter www.schlichten.schleswig-holstein.de

Verantwortlich für diesen Pressetext: Oliver Breuer | Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration | Lorentzendamm 35, 24103 Kiel | Telefon 0431
988-3706 | Telefax 0431 988-3704 | Das Landeswappen ist gesetzlich geschützt.

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