Vielfalt macht stark: Aktionsplan Integration Schleswig-Holstein wird umgesetzt
- Erscheinungsdatum:
- 08.11.2011
KIEL. Die Landesregierung hat heute (8. November) die Fortschreibung des bisherigen Integrationskonzepts in einen Aktionsplan Integration angenommen und dessen Umsetzung beschlossen. "Integration wird nur gelingen, wenn Teilhabe und Vielfalt strukturell wie emotional gelebt werden
", erklärte Integrationsminister Emil Schmalfuß. Die neue Integrationspolitik lege deshalb einen stärkeren Fokus auf die Realisierung von Chancengerechtigkeit in den staatlichen und nicht-staatlichen Strukturen sowie auf den Aufbau einer Willkommens- und Anerkennungskultur. "Es geht um Anerkennung des Mitgebrachten - von der Mehrsprachigkeit bis hin zum ausländischen Bildungs- und Berufsabschluss. Und es geht emotional um ein neues Wir-Gefühl, das deutlich macht: Wir alle sind Schleswig-Holsteiner
", so Schmalfuß weiter. Zugleich greife der Aktionsplan die aktuelle Diskussion sowie neue Herausforderungen und politische Aktivitäten von Bund, Land und Kommunen auf. Der Aktionsplan Integration ist inhaltlich ausgerichtet am Nationalen Aktionsplan Integration und setzt dessen Ziele bedarfsgerecht in Schleswig-Holstein um. Alle 16 Länder haben im Nationalen Aktionsplan Integration gemeinsame Ziele formuliert, die im Dezember auf der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen werden sollen.
Der Aktionsplan Integration Schleswig-Holstein umfasst zehn Themenschwerpunkte. Dazu haben fünf Ministerien und die Staatskanzlei die vorrangigen Bedarfe identifiziert, strategische und operative Ziele entwickelt und konkrete Maßnahmen benannt, die innerhalb einer definierten Zeit erreicht werden können. Die Handlungsfelder im Aktionsplan Integration sind:
- frühkindliche Bildung
- Bildung, Ausbildung und Weiterbildung
- Arbeitsmarkt und Erwerbsleben
- Migranten im öffentlichen Dienst
- Gesundheit und Pflege
- Integration vor Ort - Soziale Stadt
- Sport
- Bürgerschaftliches Engagement
- Kultur und
- Willkommens- und Anerkennungskultur
Zu den Projekten gehören unter anderem die Stärkung der Willkommens- und Anerkennungskultur durch die jährliche Verleihung des Schleswig-Holsteinischen Integrationspreises, eine verbesserte Information etwa durch Veranstaltungen zum Thema Einbürgerungen, die das Integrationsministerium anbieten wird oder die Sensibilisierung von Beschäftigten im Justizvollzug durch interkulturelle Trainings und Seminare.
Aus anderen Ressorts gehören dazu die Verbesserung der sprachlichen Bildung im Vorschulbereich, die Unterstützung von Migrantinnen und Migranten bei Bewerbungen und Ausbildungsplatzsuche oder bei der Qualifikation für die Altenpflege.
Die Grundsätze und Kernaussagen des Integrationskonzepts werden die Integrationspolitik der Landesregierung weiterhin bestimmen. Die Fortschreibung in einem Aktionsplan Integration macht es aber möglich, diese noch zielgenauer auszurichten und Erfolge messbarer zu machen. "Für mich ist erfolgreiche Integrationspolitik keine Nischen- oder Sozialpolitik. Sie ist als Querschnittsaufgabe verantwortungsbewusste Gesellschaftspolitik - und zunehmend zugleich auch vorausschauende Wirtschaftspolitik
", betonte Schmalfuß. "Der Aktionsplan lebt jedoch von seiner Umsetzung. Deshalb ist mir sehr wichtig, dass die Umsetzung von einem Ausschuss begleitet wird, dem Experten aus Verbänden und Vereinen sowie Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Ministerien angehören.
" Zudem werden auf Grundlage des alle zwei Jahre erscheinenden Monitoringberichts der Länder Entwicklungen aufgezeigt, die der Landesregierung helfen, den Aktionsplan fortzuschreiben, weiterzuentwickeln oder anzupassen.
Weitere Informationen:
Aktionsplan Integration
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