Stiftung Straffälligenhilfe Schleswig-Holstein setzt erfolgreiche Arbeit fort

Erscheinungsdatum:
05.02.2010

KIEL. In der Kuratoriumssitzung der Stiftung Straffälligenhilfe ist heute (5. Februar) der Vizepräsident des Landgerichts Itzehoe, Dietmar Wullweber, zum neuen Stiftungsvorstand gewählt worden. Er übernimmt das Amt von Justizminister Emil Schmalfuß, der der Stiftung als neuer Kuratoriumsvorsitzender verbunden bleibt. Beide betonten den großen Nutzen der Landesstiftung. "Die Konzeption und die Bilanz der Stiftung Straffälligenhilfe Schleswig-Holstein belegen, dass Täterarbeit und Opferhilfe keine unvereinbaren Gegensätze sind, sondern sich ergänzen. Die Folgen von Straftaten werden aufgearbeitet und die Reintegration von Straffälligen wird durch die Arbeit unserer Stiftung gefördert. Neben Tätern und Opfern dient dies nicht zuletzt auch dem sozialen Frieden in unserer Gesellschaft", so die gemeinsame Einschätzung von Schmalfuß und Wullweber.Die Stiftung Straffälligenhilfe besteht seit 28 Jahren, ihre Arbeit basiert auf drei Säulen:

- Straffällige können Darlehen beantragen, um im Wege von Vergleichszahlungen Schulden abzubauen. In besonderen Fällen werden berufliche Eingliederungsmaßnahmen gefördert. Unterstützt werden dabei nur Menschen, bei denen die Erwartung besteht, dass sie künftig straffrei leben werden. Auch Angehörige oder Opfer von Straffälligen können in diese Hilfeleistungen einbezogen werden.

- Die Stiftung fördert Projekte gemeinnütziger Träger der Straffälligenhilfe, die der Resozialisierung oder Entschuldung dienen. Besonders herausragende Aktivitäten zur Eingliederung Straffälliger in den Arbeitsmarkt werden unter anderem durch die Auslobung eines Stiftungspreises honoriert.

- Dritte Säule ist die Förderung des Täter-Opfer-Ausgleichs. Tätern wird mit der Vergabe von Darlehen für eine schnelle und vollständige Opferentschädigung geholfen.

Trotz sinkender Kapitalerträge im Zuge der Finanzkrise kann die Stiftung Straffälligenhilfe überzeugende Zahlen vorweisen: Seit 1995 konnten 364 Personen mit Hilfe der Stiftung von knapp 3,4 Millionen Euro Schuldenlast bei 982 Gläubigern befreit werden. Ihre Chancen auf ein straffreies Leben haben sich durch eine nun geregelte Darlehensbelastung bei der Stiftung deutlich erhöht. Im Zuge von Täter-Opfer-Ausgleichs-Verfahren sind seit 2007 rund 83.000 Euro an Geschädigte gezahlt worden, die in angemessenen Raten von den Schadensverursachern an die Stiftung zurückgezahlt werden.

Gemeinnützige Träger der Straffälligenhilfe haben für besondere Projekte seit 2005 weitere rund 83.000 Euro an nicht rückzahlbaren Zuschüssen erhalten. 15.000 Euro Stiftungspreisgelder sind seit 2007 an beispielhafte Helferinnen und Helfer geflossen. Insgesamt hat sich der Trend zur Inanspruchnahme der Stiftungsleistungen durch Schuldnerberatungsstellen, Konfliktschlichtungseinrichtungen, Bewährungshilfe und sonstige Organisationen der Straffälligen- und Opferhilfe im Jahr 2009 weiter verstärkt.
Die Kuratoriumsmitglieder dankten Emil Schmalfuß für seine 14jährige Vorstandstätigkeit, die maßgeblich zur gewachsenen Bedeutung der Landesstiftung Straffälligenhilfe beigetragen habe. Der Justizminister seinerseits zeigte sich überzeugt, dass sein Nachfolger im Vorstandsamt, Dietmar Wullweber, die erfolgreiche Arbeit der Stiftung für die gelingende Resozialisierung von Straftätern in Schleswig-Holstein fortsetzen werde.

Weitere Informationen:
Straffälligenhilfe

Verantwortlich für diesen Pressetext: Oliver Breuer | Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration | Lorentzendamm 35, 24103 Kiel | Telefon 0431 988-3706 | Telefax 0431 988-3704 |

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