Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug: „Neue Spielräume für Investitionen in die Bildung nutzen“

Erscheinungsdatum:
27.01.2012

KIEL. „Ich stehe zur Haushaltskonsolidierung, ich stehe zum wesentlichen Ziel dieser Koalition“, sagte heute (27. Januar) Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug im Kieler Landtag. Er betonte aber, es gebe neue Spielräume, die man vorrangig für Investitionen in die Bildung nutzen sollte. „In diesem Sinne hat mich der Koalitionsausschuss aufgefordert, inhaltlich begründete Vorschläge zu machen. Das habe ich getan - nicht mehr und nicht weniger“, sagte Klug. Er betonte, die Bausteine in seinem Papier zur Bildungspolitik könnten - immer mit Blick auf die finanziellen Spielräume -  in Teilen, zeitlich versetzt und einzeln realisiert werden. „Einen Nachtragshaushalt braucht es dazu nicht“, sagte der Bildungsminister. 

Es sei sein Ziel, die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss - die Quote liegt bei 7 Prozent im Jahr 2011 - weiter zu senken. „Als diese Regierung ihre Arbeit aufnahm, lag sie noch bei 8,5, im Jahr 2005 bei 10 Prozent“, sagte Klug. Er setze auf die bewährten Instrumente „Flex-Klassen“ und Programme wie „Lesen macht stark“ und „Mathe macht stark“, um den Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss weiter zu senken. 

„Wir wollen und müssen auch die Übergänge ins Arbeitsleben, in eine berufliche Ausbildung weiter fördern“, sagte Klug, der dazu das Handlungskonzept „Schule und Arbeitswelt“ verstetigen und weiterentwickeln will. Die aktuell vom Land hier eingesetzten bis zu 75 Stellen sollten auch künftig zur Verfügung stehen: „Auch über das Ende der derzeitigen EU-Förderungsperiode hinaus ist es notwendig, Mittel aus dem europäischen Sozialfonds einsetzen zu können“, sagte der Bildungsminister. Ein neues Modell des Ministeriums für Bildung und Kultur für Schüler, die noch keinen Ausbildungsplatz erhalten konnten, seien zudem die „kooperativen Berufseingangsklassen“. Diese Klassen sollen im kommenden Jahr in Zusammenarbeit mit dem Handwerk und mittelständischen Betrieben eingeführt werden. 

„Es ist ebenso unser Ziel, mehr Schülerinnen und Schüler den Weg zu höheren Schulabschlüssen zu ermöglichen“, sagte der Bildungsminister. 48 Prozent der Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs erreichten derzeit Abitur und Fachhochschulreife. Diese Entwicklung stütze sich auf die Gymnasien, die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe und die berufsbildenden Schulen. „Wir haben die Benachteiligung der Gymnasien bei der Personalausstattung abgebaut“, sagte der Minister und betonte, von einer Bevorzugung der Gymnasien - wie es der politische Gegner gern behaupte - könne keine Rede sein. „Wir müssen vielmehr das Erreichte sichern, damit ihre Schülerinnen und Schüler erfolgreich bis zum Abitur gefördert werden können. Dazu gehören auch die seit diesem Schuljahr eingeführten G-9-Angebote“, sagte Klug. 

Der Bildungsminister sagte, es müsse „auch in Zukunft darum gehen, die Qualität der Schulbildung zu verbessern. „An den Abbau von Defiziten sind wir in gut zwei Jahren mit konsequenten Schritten herangegangen. Wir haben Vieles erreicht, was in den Jahren zuvor nicht getan wurde“, sagte Klug. Wunder gebe es nicht in der Politik, auch nicht in der Bildungspolitik. Aber Verbesserungen ließen sich durch gute Konzepte erreichen - auch ohne zusätzliche Kosten. „Auf Feldern wie der Schulsozialarbeit, bei den Ganztagsschulen, bei Förderprogrammen oder bei der Erweiterung von Fachschulen oder Beruflichen Gymnasien ist das aber nicht zum Nulltarif machbar“, so Klug abschließend.

 

 

 

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