Geschlechtergerechte Jugendarbeit

Die Kinder- und Jugendhilfe hat unter anderem die Aufgabe, die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern.

Grundsätze der Geschlechtergerechten Jugendarbeit

Die Mädchen- und Jungenarbeit als geschlechterbewusste Arbeit gründet auf dem Kinder- und Jugendhilfegesetz, Sozialgesetzbuch Achtes Buch(SGB VIII): „Bei der Ausgestaltung der Leistungen und der Aufgaben sind (…) 3. die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern.
Ziel geschlechtergerechter Angebote der Kinder- und Jugendarbeit ist es, Mädchen und Jungen in ihrer Identität zu stärken sowie die Vielfalt weiblicher und männlicher Lebensentwürfe wahrzunehmen und in die eigene Lebensplanung mit einzubeziehen.

Das Land unterstützt die Mädchen- und Jungenarbeit unter anderem durch die Förderung von Fortbildungen und Fachtagen.

Mädchenarbeit

Wichtige Aspekte von Mädchenarbeit sind:

  • Mädchenarbeit macht die gesellschaftliche Situation von Mädchen und jungen Frauen sichtbar. Sie wirkt darauf hin, dass die Besonderheiten weiblicher Lebenszusammenhänge berücksichtigt werden.
  • Mädchenarbeit schafft Frei- und Entwicklungsräume, die eine Auseinandersetzung mit traditionellen Rollen und neuen Ansprüchen ermöglichen.
  • Mädchenarbeit unterstützt Mädchen darin, eigene Interessen zu entwickeln, sie zu artikulieren und sich zu beteiligen. Sie fördert die Selbständigkeit und Unabhängigkeit von Mädchen und jungen Frauen. Sie befähigt Mädchen und junge Frauen, Entscheidungen zu treffen und Eigenverantwortung zu übernehmen.
  • Mädchenarbeit ermutigt Mädchen Konflikte auszutragen und Gewalt zu widerstehen, wirkt allen Formen von Gewalt gegen Mädchen und jungen Frauen entgegen und bietet Betroffenen Beratung und Hilfe.
  • Mädchenarbeit fördert die Stärken und Fähigkeiten von Mädchen und jungen Frauen.

Mädchen sollen sich die Chancen und Risiken unterschiedlicher Lebensentwürfe in Bildung und beruflicher Qualifizierung bewusst machen und persönliche und ökonomische Unabhängigkeit erlangen können.

Spezifische Angebote wie Mädchengruppenarbeit und -räume in koedukativen Einrichtungen sind in den städtischen Bereichen Schleswig-Holsteins weitgehend fester Bestandteil der offenen Jugendarbeit geworden.

Die Landesregierung finanziert die Stelle einer Referentin für Mädchen- und Frauenarbeit beim Landesjugendring Schleswig-Holstein e. V. und fördert anteilig die Mädchenzufluchtstätte des Vereins Lotta e. V. im Mädchenhaus Kiel für Mädchen und junge Frauen, die von (sexueller) Gewalt bedroht sind.

Die Internetseiten finden Sie in der Box "Weiterführende Links" auf der rechten Seite.
In vielen Kreisen und Regionen bestehen Arbeitskreise zur Mädchenarbeit, siehe Box "Zum Herunterladen".

Die LAG Mädchen und junge Frauen in der Jugendhilfe

Die 1996 nach § 78 SGB VIII gegründete Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Mädchen und junge Frauen in der Jugendhilfe ist ein Zusammenschluss von in der Mädchenarbeit aktiven Fachfrauen öffentlicher und freier Träger. Die Geschäftsführung liegt im Jugendministerium.

Informationen zur Landesarbeitsgemeinschaft finden Sie in der Box "Zum Herunterladen".

LAG Jungenarbeit

Seit Mitte der 90er Jahre haben sich in Schleswig-Holstein auch erste Ansätze einer geschlechtersensiblen Jungenarbeit entwickelt. Ein offener und selbst organisierter Kreis von Männern hat sich zur Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit zusammengeschlossen.

Wichtige Aspekte von Jungenarbeit sind:

  • Das Selbstwertgefühl der beteiligten Jungen zu stärken.
  • Die Wahrnehmung von Gefühlen, den inneren Dialog der Jungen und den Kontakt zu sich selbst zu fördern.
  • Die Vielfalt männlicher Lebensentwürfe wahrzunehmen.
  • Die Entscheidungsfähigkeit in Bezug auf die persönliche Lebensgestaltung zu unterstützen.
  • Das Akzeptieren anderer Personen und Lebensformen zu fördern.
  • Gesellschaftliche Bewertungen von männlich / weiblich konstruktiv zu bearbeiten.
  • Gleichberechtigte zwischenmenschliche Beziehungen zu fördern.
  • Homophobie abzubauen.
  • Das Junge- beziehungsweise das Mannsein zu leben, ohne dass dies auf Kosten anderer geschieht.

Informationen zur Landesarbeitsgemeinschaft finden Sie in der Box "Zum Herunterladen".

Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Orientierung

Die Landesregierung Schleswig-Holstein will der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen entgegentreten. Das Land gewährt deshalb Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen für den Abbau von Diskriminierungen homosexueller Männer und Frauen und für die Förderung der Selbstbestimmung und der Akzeptanz von Lesben und Schwulen.

So wird die Jugendberatungsstelle Na Sowas als Projekt des Verbandes Jugendnetzwerk Lambda Nord e. V. gefördert. Internetseiten siehe Box „Weiterführende Links“.

Ansprechpartnerin für die Förderung der Jugendberatungsstelle -Na Sowas- im Rahmen der Emanzipation gleichgeschlechtlicher Lebensweisen: Cornelia Steffen VIII 326, Zimmer 314, Telefon 0431 988-7498, Fax: 0431 988-7488, E-Mail: cornelia.steffen@sozmi.landsh.de.

Weitere Informationen

In der Box "Zum Herunterladen" auf der rechten Seite finden Sie Informationen über die

  • Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen und jungen Frauen in der Jugendhilfe und die Publikationen
  • Faltblatt zur Landesarbeitsgemeinschaft
  • Qualitätsbroschüre "Mädchen- und Jungenarbeit in Schleswig-Holstein"
  • Dokumentation der Messe von und für Mädchen und junge Frauen aus Schleswig-Holstein vom 7. Oktober 2006
  • Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit und ein Faltblatt
  • Arbeitskreise und Ansprechpartnerinnen zur Mädchenarbeit in Schleswig-Holstein
  • Anschriften der Mädchentreffs in autonomer Trägerschaft in Schleswig-Holstein
  • Broschüre Mädchen trifft Schule.

Ansprechpartnerin im Ministerium

Ansprechpartnerin für die Gleichstellung von Mädchen und Jungen in der Kinder- und Jugendhilfe im Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit: Monika Zimmer, VIII 325, Zimmer 312, Telefon: 0431 988-7411, Fax: 0431 988-7488, E-Mail: monika.zimmer@sozmi.landsh.de.




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