Ambulante Pflege
Viele ältere Menschen möchten auch bei Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten Wohnumgebung bleiben. Neben der Weiterentwicklung von Angeboten, die auf die Wünsche der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen ausgerichtet sind, müssen insbesondere auch pflegende und betreuende Angehörige unterstützt und entlastet werden. Die Erfordernisse bei der Versorgung demenzkranker Menschen sind dabei besonders zu berücksichtigen.
Stärkung der häuslichen Pflege
Die Weiterentwicklung von Unterstützungsleistungen für pflegende und betreuende Angehörige ist für die Sicherstellung der häuslichen Pflege von besonderer Bedeutung. Hierbei sind die Erfordernisse bei der Versorgung demenzkranker Menschen besonders zu berücksichtigen. Es wird davon ausgegangen, dass fast bei der Hälfte der Pflegebedürftigen zu Hause eine psychische Veränderung oder geistige Behinderung vorliegt. Die Demenz und der Schlaganfall sind zu den wichtigsten Einzelursachen für den Umzug in eine stationäre Einrichtung geworden. Als Folge der steigenden Lebenserwartung ist auch der zunehmende Anteil älterer behinderter Menschen mit ihrem besonderen Unterstützungsbedarf verstärkt zu berücksichtigen. Weiterhin ist als Folge der Zuwanderung mit einer Steigerung des Anteils Pflegebedürftiger mit einem Migrationshintergrund zu rechnen, auch wenn der Anteil, der professionelle Hilfen in Anspruch nimmt, in Schleswig-Holstein noch gering ist.
Angebote im Vor- und Umfeld der Pflege sind bei der Weiterentwicklung vorhandener Strukturen hin zu breit gefächerten nutzerorientierten Unterstützungsformen verstärkt ins Auge zu fassen. Hierzu gehört auch die Frage von gesellschaftlicher Akzeptanz für selbstfinanzierte Dienstleistungen. Daneben erfordern veränderte gesundheitspolitische Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die Einführung der DRG`s, dass Einrichtungen und Dienste sich zu einem system- und sektorenübergreifenden integrierten Versorgungsnetz weiterentwickeln.
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Seniorenbegleitung
Unsere Gesellschaft muss sich auf eine wachsende Zahl älterer und hochaltriger Menschen einstellen bei gleichzeitig veränderten familiären Strukturen. Viele Ältere und Hochbetagte leben allein, deren Kinder in anderen Städten, Freunde und Bekannte sind häufig selbst hilfebedürftig. Vor diesem Hintergrund wurde vom Diakonischen Werk ein Qualifizierungskonzept zur Seniorenbegleitung erarbeitet.
In dem vom Sozialministerium geförderten Projekt Tandem-Seniorenbegleiter wurden flächendeckend für Schleswig-Holstein allein im Projektzeitraum 2005 bis 2007 rund 500 Menschen zwischen 16 und 70 Jahren motiviert und angeleitet, sich in ihrem Wohnquartier, in ihrer Stadt bzw. ihrem Dorf ehrenamtlich um ältere Menschen zu sorgen und zu kümmern.
Seniorenbegleitung ist mehr als ein Besuchsdienst. Die Seniorenbegleiterinnen und -begleiter tragen dazu bei, die Selbständigkeit der älteren Menschen im häuslichen Bereich zu erhalten und zu Aktivitäten anzuregen. Die Ehrenamtlichen kennen und nutzen die Beratungs- und Sozialdienste in der Umgebung. Sie sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Pflegediensten und Seniorinnen und Senioren. Sie sind in der Lage, weitere Dienste mit einzubeziehen und Brücken zwischen den einzelnen Angeboten zu bauen. Durch die Unterstützung, Beratung und Vermittlung von Dienstleistungen und Pflege wird die Lebensqualität der alten und hilfsbedürftigen Menschen in Schleswig-Holstein nachhaltig verbessert.
Eine Liste der regionalen Ansprechpartner finden Si in der Box "Zum Herunterladen" auf der rechten Seite, weitere Informationen gibt es auf den Seiten des Projekts Seniorenbegleitung: http://www.tandem-seniorenbegleitung.de/index.php
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Wohnen bei Pflegebedürftigkeit
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Koordinationsstelle für innovative Wohn- und Pflegeformen im Alter (KIWA)
KIWA, die Koordinationsstelle für innovative Wohn- und Pflegeformen im Alter, ist eine landesweite Netzwerkagentur in Schleswig-Holstein, die im Januar 2007 eröffnet wurde.
KIWA will die Entwicklung und Vernetzung neuer Projekte für Menschen mit Pflegebedarf und Demenz befördern, um ein regional ausgewogenes und differenziertes Angebot an Wohn- und Betreuungsformen im ambulanten und stationären Bereich zu etablieren.
KIWA ist ein Schnittstellenprojekt für Rat suchende Betroffene, Angehörige und gesetzliche Betreuer, für Selbsthilfeorganisationen und Dienstleister im Bereich Beratung, Begleitung und Pflege älterer Menschen und für Anbieter von Wohnraum für den betroffenen Personenkreis.
KIWA wird
•eine Bestandsaufnahme vorhandener innovativer Angebote neuer Wohn-Pflege-Formen in Schleswig-Holstein und langfristig eine Wohnraumbörse erstellen
•das Angebot neuer Wohn-Pflege-Formen landesweit bekannt machen und Veranstaltungen mit Multiplikatoren zum Thema durchführen
•den Dialog zwischen den Akteuren im Handlungsfeld sowie zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Praxis fördern
•Qualitäten in neuen Wohn-Pflege-Formen sichern helfen
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kiwa-sh.de.
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Qualitätsempfehlungen für neue Wohnformen im Alter
KIWA, die Koordinationsstelle für innovative Wohn-Pflegeformen im Alter, hat nach einem intensiven Diskussionsprozess mit den relevanten Akteuren in Schleswig-Holstein abgestimmte Qualitätsempfehlungen für ambulant betreute Wohn-Pflege-Gemeinschaften entwickelt.
Die Qualitätsempfehlungen richten sich an Initiatoren von Wohn-Pflege-Gemeinschaften, Menschen mit Pflegebedarf, Angehörige, Betreuer, Seniorenvertretungen, Beratungseinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Anbieter der Wohnungswirtschaft, Investoren, die Kommunalpolitik sowie an Behörden.
Sie sollen helfen, konzeptionelle Fragen zu klären und konkrete Hilfestellungen für Planung und Aufbau neuer Wohn-Pflege-Angebote geben. Sie enthalten vor allem Hinweise zur Wohnsituation, zu Fragen der Alltagsbegleitung und Pflege sowie die Erläuterung des Selbstbestimmungsstärkungsgesetzes, das den landesrechtlichen Rahmen in Schleswig-Holstein bildet
Sie können die Broschüre „Wohn-Pflege-Gemeinschaft: Gepflegt alt werden – selbstbestimmt und privat leben“ hier als pdf-Datei herunterladen oder bestellen
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