Grundstücksnachweis wird bunt – In Lübeck startet das Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem ALKIS®

Erscheinungsdatum: 18.04.2011

Wer ein Grundstück kaufen oder verkaufen will, den Bau eines Hauses plant oder einen Anbau errichten möchte, braucht sie ebenso wie Kreise, Städte und Gemeinden, die Grundstücke überplanen und Privatfirmen, die Strom- oder Wasserleitungen verlegen: die amtliche Flurkarte des Liegenschaftskatasters.

Sie stellt maßstäblich die Grundstücke mit ihren Grenzen und die Gebäude dar, so wie sie von den Landvermessern eingemessen wurden. Ohne diese Karte gibt es keinen Kaufvertrag und keine Eintragung im Grundbuch, keine Bauleitplanung und keine Stromversorgung. Geführt und aktuell gehalten wird sie bei den Katasterämtern.

Auszug aus dem Liegenschaftskataster "Gemeinde Struckdorf, Kreis Segeberg" ALKAuszug aus dem Liegenschaftskataster "Gemeinde Struckdorf, Kreis Segeberg"

In den vergangenen Jahren wurden alle Flurkarten digitalisiert. Sie liegen seit 2005 landesweit als 'Automatisierte Liegenschaftskarte' vor. Die Abkürzung dafür, ALK, muss man sich nicht mehr merken. Die fortgeschrittene Technik erfordert es, die digitalen Karten und zusätzlich alle anderen Nachweise des Liegenschaftskatasters in ein neues System zu überführen, in das Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem, kurz ALKIS.

ALKIS ist das Ergebnis einer langwierigen Softwareentwicklung in Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern. Es ist im vergangenen Jahr als Pilotanwendung im Katasteramt in Lübeck ausgiebig für den landesweiten Einsatz in Schleswig-Holstein getestet worden. Seit Montag (18. April) wird ALKIS als neuer amtlicher Grundstücksnachweis des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein eingeführt.

Gestartet wurde die neue Software im ehemaligen Katasteramt Lübeck für die Bereiche der Hansestadt Lübeck sowie für die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn. Die anderen Kreise und kreisfreien Städte folgen jeweils im Abstand von 14 Tagen. Im Sommer wird die Umstellung landesweit abgeschlossen sein.

Die Bürgerinnen und Bürger, die einen Flurkartenauszug erwerben, werden von der Umstellung kaum etwas bemerken, außer dass die Karten jetzt farbig sind. Die vielen professionellen Nutzer des Liegenschaftskatasters jedoch, die die Daten zur Weiterverarbeitung am Computer digital benötigen, werden sich an ein neues Koordinaten- und Abbildungssystem und ein neues Datenmodell gewöhnen müssen, das als Vorteil eine deutlich einfachere Anbindung von Fachanwendungen ermöglicht.

Innenminister Klaus Schlie bezeichnete die Einführung von ALKIS als weiteren wesentlichen Baustein der Modernisierung in der Vermessungs- und Katasterverwaltung des Landes. „Wir machen uns fit für die steigenden Bedürfnisse von Wirtschaft und Verwaltung nach grundlegenden Geoinformationen“, sagte Schlie.

Seit Anfang des Jahres sind Landesvermessung und Liegenschaftskataster in Schleswig-Holstein organisatorisch unter dem gemeinsamen Dach des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation. Die neue Landesoberbehörde, ein Zusammenschluss des Landesvermessungsamtes mit den acht Katasterämtern, hat ihren Sitz in Kiel und unterhält Außenstellen in Elmshorn, Flensburg, Husum und Lübeck. Die Katasterämter Meldorf, Ostholstein und Segeberg gehören organisatorisch zu den Außenstellen in Husum, Lübeck und Elmshorn, die räumliche Zusammenlegung erfolgt schrittweise ab 2012 und soll 2017 abgeschlossen sein. Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation wird sich auf hoheitliche Kernaufgaben konzentrieren wie die Führung und Erneuerung des Liegenschaftskatasters.

Verantwortlich für diesen Pressetext:
Thomas Giebeler
Innenministerium
Düsternbrooker Weg 92
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