"Up ewig ungedeelt": Abschlussvortrag zur Ausstellung "Ripen und die Folgen – 1460-2010"

Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten, Kiel, sprach über die Popularisierung und Politisierung des Leitspruchs im 19. und 20. Jahrhundert

Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten bei ihrem Vortrag im Landesarchiv am 25. November 2010

Wenn auch die ursprüngliche Formulierung in der Wahlhandfeste von Ripen 1460 wörtlich "dat se bliven ewich tosamende ungedelt" lautete, so entwickelte sich die griffige Kurzformel "up ewig ungedeelt" im 19. Jahrhundert zum Inbegriff schleswig-holsteinischer Identität. In ihrem rege besuchten Vortrag beleuchtete Silke Göttsch-Elten anschaulich, wie das Motto zur Untermauerung nun national begründeter Forderungen nach einem vereinten Schleswig-Holstein unter deutschen Vorzeichen benutzt wurde. Hierzu zeigte sie etliche Lichtbildbeispiele mit Einblattdrucken, Inschriften auf Findlingen oder populärem Wandschmuck. Eindrucksvoll schilderte die Professorin für Europäische Ethnologie der interessierten Zuhörerschaft, auf welche Weise die identitätsstiftende Wirkung der einstmals politischen Parole bis weit ins 20. Jahrhundert hineinreichte, und rundete mit ihrem kurzweiligen Abschlussvortrag die Reihe zur Ausstellung "Ripen und die Folgen" auf äußerst gelungene Weise ab.

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