Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten, Kiel: "Up ewig ungedeelt"
Popularisierung und Politisierung im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert
Im Rahmen seiner Ausstellung "Ripen und die Folgen – 1460-2010" lädt das Landesarchiv Schleswig-Holstein zu dieser Vortragsveranstaltung für Donnerstag, 25. November 2010, 19.30 Uhr in das Prinzenpalais, Schleswig, ein.
Was in der Wahlhandfeste von Ripen 1460 politisches Manifest war, wurde im 19. Jahrhundert als Parole aufgegriffen, um die nun national begründete Forderung nach einem vereinten Schleswig-Holstein unter deutschen Vorzeichen zu legitimieren. Das Motto "Up ewig ungedeelt", das die Ripener Formulierung nicht unwesentlich variierte, entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum Inbegriff schleswig-holsteinischer Identität. Es war politische Forderung, aber zugleich auch Teil eines popularisierten Selbstverständnisses. Denn überall, wo ein Bekenntnis zu Schleswig-Holstein gefordert wurde, war es griffige Kurzformel, das zeigen Einblattdrucke ebenso wie die Inschriften auf Findlingen, die anlässlich der Jahresfeiern zur Erhebung 1848 zu Füßen von Doppeleichen gesetzt wurden. Selbst im 20. Jahrhundert findet sich das Motto noch auf populärem Wandschmuck, meist in Verbindung mit dem Schleswig-Holstein-Wappen, wieder. "Up ewig ungedeelt" ist also mehr als nur eine politische Formel des 19. Jahrhunderts. Der Vortrag will vor allem nach seiner identitätsstiftenden Wirkung fragen.
Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten, Studium der Volkskunde, Geschichte und Skandinavischen Philologie an der Universität Kiel, 1991–1995 Professur an der Universität Freiburg, seit 1995 Professorin für Europäische Ethnologie/Volkskunde an der Universität Kiel.
Eintritt 2,- € (Mitglieder des Fördervereins haben freien Eintritt)
Das Programm der gesamten Vortragsreihe:
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Die Ausstellung:
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