Das Danewerk
In der "Schleswiger Landenge" liegen seit dem späten 7. Jahrhundert n. Chr. die mächtigen Wallanlagen des Danewerks (dän. Danevirke). Die Halbinsel Jütland bildet den natürlichen Zugang zu Skandinavien. Bei Schleswig ist dieser Zugang durch die Ostseeförde Schlei im Osten und die Niederungsgebiete von Eider und Treene im Westen auf wenige Kilometer verengt.
Hinweisschild Archäologisches Denkmal
Museum Dannewerk
Das Danewerk bildet hier einen von der Ostsee zur Nordsee reichenden Riegel quer über das Land. Mit den Befestigungsanlagen ließ sich der Zugang nach Jütland sperren, aber auch die Seehandelsroute zwischen Ost- und Nordsee kontrollieren. Der strategisch perfekt gelegene Verteidigungswall war zudem von den Flotten dänischer Kriegsherren gut zu erreichen.
Das Danewerk wurde erstmals im Jahre 808 n. Chr. in einer historischen Quelle genannt. In den fränkischen Reichsannalen wird berichtet, der dänische König Godofredus habe zwischen Ostsee und Nordsee eine Befestigung erbaut. In diesem Zusammenhang war auch Haithabu als Hafen (portus Sliesthorp) erwähnt worden, wohin Godofredus Kaufleute aus einem Ort Reric hatte umsiedeln müssen.
Nach heutigem Stand der Forschung zeigen die archäologischen Forschungen fünf Hauptphasen des Baus auf:
1. Das vorwikingerzeitliche Danewerk
Über das älteste Danewerk ist nur wenig bekannt. Ein Teil des Hauptwalles ist um 680 n. Chr. entstanden. Die Frage der Datierung weiterer Hauptwallphasen ist offen.
2. Das Danewerk der älteren Wikingerzeit (um 740 n. Chr.)
Das Danewerk der älteren Wikingerzeit stellt die am stärksten ausgebaute Danewerkphase dar. Zu ihr gehören eine 5,5 km lange, lehmgemörtelte Feldsteinmauer, das 1,1 km lange Schlei-Seesperrwerk sowie der Nordwall und der Osterwall.
3. Das Danewerk der jüngeren Wikingerzeit (um 960/980 n. Chr.)
Das Danewerk der jüngeren Wikingerzeit umfasst neben dem Hauptwallzug zwei neue Wallstrecken, den 9 km langen Kograben sowie den 4,5 km langen Verbindungswall. Für den Verbindungswall ist durch datierbare Holzfunde ein erster Bauabschnitt für das Jahr 968 n. Chr. belegt. Der etwas jüngere, völlig gerade verlaufende Kograben bestand aus einem drei Meter hohen Wall, der zur Frontseite hin durch eine Palisadenbrüstung versteilt war. Er wurde nach den vorliegenden naturwissenschaftlichen Datierungen um 980 n. Chr. gebaut
4. Das Danewerk des Mittelalters
Wie beim Danewerk der älteren Wikingerzeit ist auch beim mittelalterlichen Danewerk der Hauptwallverlauf als am stärksten befestigter Teil des Verteidigungssystems erkennbar. Hier hatte der dänische König Waldemar I. der Große ab 1170 n. Chr. eine vier bis fünf Meter hohe Ziegelsteinmauer errichten lassen, die einen dahinter liegenden Erdwall von 18 m Breite und etwa vier m Höhe stützte. Vor der Mauer befand sich ein Sohlgraben von zwei Meter Tiefe und 22 Meter Breite. Das Bauwerk hatte eine Länge von etwa 4.500 Metern und beinhaltete ein Volumen von rund 25.000 Kubikmeter Ziegelmauerwerk. Die zur Bauzeit stärkste Befestigung nördlich der Alpen dürfte auf Waldemars südlichen Nachbarn, den Stauferkönig Friedrich I. Barbarossa, wie auch auf den unmittelbaren Nachbarn Heinrich den Löwen durchaus Eindruck gemacht haben. Sie war erbaut „zum Schutze des gesamten Reiches
“, wie es auf einer Bleitafel im Grab Waldemars I. zu lesen steht.
5. Reaktivierung des Danewerkes in der Neuzeit
Das Mittelalter hindurch und auch während der nachfolgenden kriegerischen Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges und der beiden Nordischen Kriege war das Danewerk nicht mehr als Befestigung genutzt worden. Erst im Vorfeld des Krieges zwischen Dänemark und dem Deutschen Bund um die Herzogtümer Schleswig und Holstein wurde das Danewerk als Verteidigungsanlage reaktiviert. In den Jahren 1861 bis 1864 entstand die sogenannte Danewerk-Stellung, die längs des Danewerks verlief und im Kern aus 27 Schanzen bestand.
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