Oldenburger Wall
Der Oldenburger Wall war über viele Jahrhunderte eine wichtige slawische Siedlungsstätte und gehört zu den bedeutendsten archäologischen Kulturdenkmälern in Schleswig-Holstein.
Rekonstruktion der slawischen Burg im 9. Jahrhundert nach Prof. Struve
Oldenburger Wallmuseum
Die frühmittelalterliche Welt der Slawen prägte die Landesgeschichte Schleswig-Holsteins zwischen dem 7. und dem 12. Jahrhundert. Der Oldenburger Wall ist die erste städtische Siedlung in Schleswig-Holstein. Unter der Bezeichnung "Starigard" war er der westlichste Fürstensitz der Slawen und eine Handels- und Hafenstadt von überregionaler Bedeutung. Der bis zu 18 Meter hohe Ringwall um die Burganlage umschloss zeitweise etwa vier Hektar Innenfläche.
Christliche Mission
Blick von Norden auf den Oldenburger Wall
Oldenburger Wallmuseum
In Oldenburg kämpften, handelten und diskutierten Dänen, Sachsen, Slawen, Friesen und Wikinger. Wesentliche Impulse für die Christianisierung des Landes nahmen von hier ihren Ausgang. Die Burg war ab etwa 970 Bischofssitz, welcher erst 1160 nach Lübeck verlegt wurde.
Archäologische Funde
Archäologische Funde wie Tafelgeschirr, Waffen und Pferdeausrüstung unterstreichen die überregionale Bedeutung Oldenburgs. Aus der Ferne importierte Waren bezeugen zudem den Stellenwert des Ortes als internationaler Seehafen.
Das Wallmuseum
Slawentage im Oldenburger Wallmuseum
Oldenburger Wallmuseum
Zu einer großen Attraktion in Norddeutschland hat sich das Oldenburger Wallmuseum für alle historisch Interessierten entwickelt. Die Ausstellung "Slawen und Deutsche im Mittelalter" vermittelt in leicht verständlicher Weise die aufregende Geschichte von fast sechs Jahrhunderten im nordeuropäischen Raum. Museum und die Stiftung Oldenburger Wall e.V. organisieren Vorträge, Exkursionen und Erlebnistage. Rekonstruktionen von Wall, Häusern und Hafenanlagen lassen die Geschichte lebendig werden.
Slawentage
Höhepunkt des "lebendigen Museums" sind die "Slawentage", die an einem Wochenende im Sommer stattfinden. Gäste können den Handel um 1100 erleben und sich von Handwerkern mittelalterliche Kunst präsentieren lassen. Alte Kriegs- und Sportdisziplinen wie Bogenschießen und Speerwerfen werden demonstriert. Beim Bogenbauen, Flechten oder Töpfern können große und kleine Besucher selbst Hand anlegen.
(Quelle: u.a. Christian Radtke M.A., Archäologisches Landesmuseum Schleswig-Holstein)
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