Film und Medien
Schleswig-Holstein als Drehort
Kulisse für die ZDF-Serie "Der Fürst und das Mädchen": Das Glücksburger Wasserschloss
© Michael Staudt
Schleswig-Holstein inspiriert Filmschaffende. Zahlreiche bekannte Fernsehserien und Spielfilme wurden und werden im nördlichsten Bundesland gedreht. Das Wasserschloss Glücksburg dient als Kulisse für die ZDF-Serie "Der Fürst und das Mädchen". In Kappeln an der Schlei wird seit 20 Jahren "Der Landarzt" gedreht. In Filmen von Detlev Buck wie "Karniggels" oder "Erst die Arbeit und dann!?" spielen schleswig-holsteinische Charaktere die Hauptrolle. Bei Malente wurden in den 50er Jahren die "Immenhof"-Heimatfilme gedreht und seit 2003 ist die Landeshauptstadt Kiel der Einsatzort für Tatort-Kommissar Borowski. "Full Metal Village", der Dokumentarfilm über das Dorf Wacken, in dem jährlich eins der weltweit größten Heavy-Metal-Festivals stattfindet, erhielt 2007 den Max-Ophüls-Preis.
Der Kieler Tatort
Axel Milberg beim Dreh für "Borowski und die Frau am Fenster"
Staatskanzlei
"Ich höre
!" Kriminalhauptkommissar Klaus Borowski versprüht nicht nur am Telefon den ganz besonderen Charme Norddeutschlands. Borowski ist grummelig, eigen und haushaltet mit warmen Worten. Nur selten verirrt sich ein Lächeln auf das Gesicht des Kieler Tatort-Ermittlers. Doch manchmal bröckelt die knorrige Fassade. Denn Borowski kann auch anders. Ob in der schwierigen Beziehung zu seiner pubertierenden Tochter Carla oder im Umgang mit seiner Kollegin und Kurzzeit-Geliebten Frieda Jung. Borowski kann auch fürsorglich und charmant. Ein echter Norddeutscher eben.
Schroff und schön
Gespielt wird Klaus Borowski von Axel Milberg, einem der wohl wandlungsfähigsten deutschen Schauspieler. Seit 2003 ermittelt der gebürtige Kieler in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt für die bundesweite Fernseh-Institution Tatort.
Axel Milberg hat dem Kieler Tatort mit Klaus Borowski ein unverwechselbares Gesicht gegeben. Doch nicht nur Milberg allein. Seine wohl wichtigste Partnerin neben der nicht minder kauzigen Polizeipsychologin Frieda Jung und dem technikaffinen Neuzugang Sarah Brandt ist und bleibt die spröde Schönheit Schleswig-Holsteins. Sie trägt die Handlung und ihren Kommissar. Ob im Kieler Rotlichtmilieu, im Olympiahafen Schilksee, auf hoher See mit der Stena Scandinavica, im Internat Louisenlund oder auf Gut Wulfshagen in Tüttendorf, der Kieler Tatort besticht durch seine Schauplätze.
Wölfe im Nebel
Wenn der wortkarge Eigenbrötler mit seinem altersschwachen Passat in der Provinz auf Verbrecherjagd geht, ist eine gewisse Nähe zu den skandinavischen Krimis eines Henning Mankell oder Adler Olson nur schwer zu leugnen.
Wen wundert es da, dass Axel Milberg seinen langjährigen Freund Mankell dazu gewinnen konnte, Borowski zwei ganz besondere Fälle auf den Leib zu schreiben. Mankells skurrile Charaktere in "Borowski und der vierte Mann" sowie in "Borowski und der coole Hund" fügen sich nahtlos in die schaurig-schöne Landschaft Schleswig-Holsteins ein, in der auch schon mal ein Wolf im Nebel den Kommissar auf den richtigen Weg führt.
Filmförderung Hamburg / Schleswig-Holstein
Um ihre Kräfte zu bündeln haben sich die Filmförderung Hamburg und die Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke in Schleswig-Holstein im Juli 2007 zusammengeschlossen. Ziel der Filmförderung Hamburg / Schleswig-Holstein GmbH (FFHSH) ist die Stärkung des Medienstandorts Hamburg-Schleswig-Holstein durch die Bündelung von Kompetenzen und Initiierung neuer Projekte.
Die FFHSH unterstützt Kinofilme und außergewöhnliche Fernsehproduktionen aller Genres. Entscheidungskriterien für eine Förderung sind unter anderem die inhaltliche Qualität eines Projekts sowie ein umfassender Hamburg- beziehungsweise Schleswig-Holstein-Bezug.
Mit Veranstaltungen zu branchenrelevanten Themen wie Filmfinanzierung, Film und Recht oder Digitalisierung bietet die Filmförderung Hamburg / Schleswig-Holstein Produzenten und Filmemachern Orientierung und konkrete Hilfe. Auch international verfügt die FFHSH über ein breites Netzwerk und hilft Filmemachern bei der Kontaktaufnahme zu ausländischen Produzenten. Die FFHSH vergibt jährlich den Norddeutschen Filmpreis.
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Filmfestivals
Mehrere Filmfestivals mit unterschiedlichen Schwerpunkten haben sich in Lübeck, Kiel, Husum und Flensburg etabliert. Neben der Vorführung von Spiel-, Kurz-, Dokumentar- und Experimentalfilmen bieten die Rahmenprogramme auch Veranstaltungen für professionelle Film- und Medienschaffende an. Über das Filmforum Schleswig-Holstein, die internationale Plattform der Nordischen Filmtage Lübeck, gelangen schleswig-holsteinische Filmproduktionen in die Programme in- und ausländischer Festivals.
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Filmemacher
Schleswig-Holsteins Filmemacher und –macherinnen sind immer wieder aufs Neue erfolgreiche Festivalteilnehmer. So gewann der Spielfilm "Am Tag, als Bobby Ewing starb" von Lars Jessen 2005 den Hauptpreis des Max Ophüls-Wettbewerbs in Saarbrücken und begeisterte vor seiner TV-Auswertung weit über 100.000 Kino-Zuschauer. 2006 gewann Ines Thomsen mit "Mañana al mar" den Preis in der Sparte Dokumentarfilm (2007 auch den 1. Preis beim renommierten Doku-Festival in São Paulo). 2007 setzte sich die Erfolgsserie mit Sung-Hyung Chos "Full Metal Village" fort. Der Heimatfilm über das Dorf Wacken und sein Heavy Metal Festival hatte schon 2006 den Schleswig-Holstein Filmpreis für den besten Dokumentarfilm gewonnen.
Schauspieler Axel Milberg, Regisseur Wilfried Hauke und Filmteam
dmfilm und tv produktion
Auch bei anderen Festivals sind in Schleswig-Holstein geförderte Filme erfolgreich. So etwa der Studenten-Oscar für Toke Constantin Hebbelns "Nimmermeer". Hebbeln hat wie Lars Büchel, Lars Jessen, Antje Hubert, Till Franzen, Christian Theede oder Miguel Alexandre die klassische "Schleswig-Holstein Karriere" hinter sich – von der LAG Jugend und Film über die Förderung erster Kurzfilme bis hin zum Filmstudium. Nicht minder erfolgreich beim Deutschen Filmpreis, Teilnahme an der Berlinale oder dem Festival in Cannes waren Kurzfilme wie "Staplerfahrer Klaus", "Tödliche Roman(z)e" und "Motodrom".
Medienstiftung
Seit März 2007 gibt es die gemeinsame Medienstiftung der norddeutschen Länder Hamburg und Schleswig-Holstein. Hauptziel der Medienstiftung Hamburg/Schleswig-Holstein ist es, die Aus- und Weiterbildung junger Menschen im Medienbereich zu unterstützen. Institutionen, wie Hochschulen und andere pädagogische Einrichtungen, aber auch einzelne Personen können Förderanträge stellen. Dabei sind sowohl Aus- und Weiterbildungskonzepte im Bereich der klassischen und neuen Medien als auch Projekte der Medienforschung förderungsfähig. Nach der Fusion der Landesmedienanstalten und Filmfördereinrichtungen von Hamburg und Schleswig-Holstein trägt auch die gemeinsame Medienstiftung dazu bei, den norddeutschen Medienstandort weiter auszubauen.
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Hörfunk und Fernsehen
Zahlreiche öffentlich-rechtliche sowie private Rundfunk- und Fernsehanstalten haben einen Sitz in Schleswig-Holstein.
Hörfunk
Der NDR unterhält Landesfunkhäuser in Kiel und Heide sowie Studios in Lübeck, Flensburg und Norderstedt. Die Radiosender R.SH, deltaRadio und Radio Nora sind in Schleswig-Holstein ansässig. Darüber hinaus ist P.O.S.-Radio, ein Spartenprogramm für den Ladenfunk, von Kiel aus über Satellit bundesweit zu empfangen. Beim Offenen Kanal Lübeck, Westküste oder Kiel können Bürger eigene Radioprogramme gestalten.
Fernsehen
© Paul-Georg Meister/www.pixelio.de
Der Norddeutscher Rundfunk ist mit seinen Studios sowohl für das Radio- als auch für das Fernsehprogramm des NDR verantwortlich. Das ZDF unterhält ein Landesstudio in Kiel, ebenso wie die Privatsender RTL und Sat1, die die Regionalprogramme der Sender gestalten. Der Norderstedter Lokalsender noa4 sowie das Deutsche Gesundheitsfernsehen haben ebenfalls ihren Sitz in Schleswig-Holstein. Den Bürgern steht der Offene Kanal in Flensburg und Kiel zur Produktion eigener Fernsehsendungen offen.
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