Klaus Schlie warnt vor Bagatellisierung „weicher Drogen“ - Wirkstoffe werden stärker – Fremde Substanzen werden beigemischt
- Erscheinungsdatum:
- 07.02.2012
Cannabisprodukte wie Haschisch und Marihuana beherrschen nach wie vor den illegalen Drogenmarkt. Das geht aus einem Bericht der Landesregierung hervor, den das Innenministerium Ende Januar dem Landtag vorgelegt hat. Danach registrierte die Polizei im Jahre 2010 insgesamt 6.455 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, davon standen allein 4.622 Delikte im Zusammenhang mit Cannabis.
Innenminister Klaus Schlie warnte am Dienstag (7. Februar) in Kiel vor einer Bagatellisierung von Cannabisprodukten als so genannte weiche Drogen. „Der Wirkstoff in einem einzelnen Rauschgiftpäckchen wird permanent stärker
“, sagte der Minister unter Hinweis auf entsprechende Erkenntnisse der Polizei. Teilweise würden fremde Stoffe beigemischt, so dass die Konsumenten mitunter nicht wüssten, was sie da überhaupt zu sich nähmen.
Schlie kündigte an, Polizei und Staatsanwaltschaften würden ihre Ermittlungen weiter auf Hersteller und Händler illegaler Drogen konzentrieren. „Der Verfolgungsdruck muss konstant hoch bleiben
“, sagte der Minister. Die Kriminalisierung von Konsumenten stehe nicht im Vordergrund. Allerdings dürfe man über die Folgen einschlägiger Beschaffungskriminalität nicht einfach hinweggehen. Im Jahr 2010 haben schleswig-holsteinische Suchthilfeeinrichtungen rund 2.100 Cannabisklienten betreut.
Weitere Informationen
Landtagsdrucksache 17/2137 - Illegale Drogen in Schleswig-Holstein
Verantwortlich für diesen Pressetext:
Thomas Giebeler
Innenministerium
Düsternbrooker Weg 92
24105 Kiel
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