Demographischer Wandel in Schleswig-Holstein

Aktualisierte Bevölkerungsvorausberechnung 2010 bis 2025 für die Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein

Karte: "Voraussichtliche Einwohnerentwicklung bis 2025" Karte: "Voraussichtliche Einwohnerentwicklung bis 2025"

Der demographische Wandel ist eine der großen Herausforderungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten. Im Jahr 2025 werden in Schleswig-Holstein bereits 43.000 Menschen weniger leben als heute und rund 35% aller Einwohnerinnen und Einwohner werden 60 Jahre und älter sein. Auch danach werden sich Alterung und Schrumpfung fortsetzen. Im Jahr 2060 könnten in Schleswig-Holstein schon etwa 490.000 Menschen weniger leben als heute.

Die demographischen Veränderungen werden sich auf nahezu alle Lebensbereiche auswirken, d.h. auf Infrastruktur, Wirtschaft und Arbeitsmarkt, auf die Sozialversicherungssysteme, die Finanzen der Gebietskörperschaften, die Wohnungsmärkte, auf Einzelhandel und Tourismus, aber auch auf Migration, Integration und das gesellschaftliche Miteinander. Bereits heute müssen sich Staat, Wirtschaft und Gesellschaft auf die Veränderungen einstellen und Anpassungsstrategien entwickeln. Wer rechtzeitig handelt, wird im demographischen Wandel bestehen und ihn auch als Chance nutzen können.

Eine wichtige Grundlage, um für die Zukunft besser planen zu können, sind Bevölkerungsvorausberechnungen, die aufzeigen, wie sich Einwohnerzahlen und Altersstruktur unter bestimmten Voraussetzungen/Annahmen entwickeln werden. Darauf aufbauend liefern Berechnungen zur Entwicklung der Zahl der Haushalte und der Erwerbspersonen wichtige Informationen zum zukünftigen Wohnungsbedarf und zum Angebot an Arbeitskräften im Land.

Etwa alle drei bis vier Jahre erstellt das Statistikamt Nord im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium Schleswig-Holstein eine neue Bevölkerungsvorausberechnung. Die jetzt aktuelle Vorausberechnung wurde im März 2011 veröffentlicht. Sie liefert für alle Kreise und kreisfreien Städte Entwicklungsdaten bis 2025.
Hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • Bis 2025 wird die Einwohnerzahl in Schleswig-Holstein um 1,5% auf rund 2.789.000 zurückgehen.
  • Regional wird die Einwohnerveränderung sehr unterschiedlich ausfallen. Steigende Einwohnerzahlen werden noch für die kreisfreien Städte Flensburg (+6,7%) und Kiel (+4,2%) sowie für die Kreise Stormarn (+5,3%) und Pinneberg (+2,2%) erwartet. In allen anderen Kreisen und kreisfreien Städten werden die Einwohnerzahlen bis 2025 zurückgehen, am stärksten in Neumünster (-8,1%), Steinburg (-7,6%) und Dithmarschen (-7,1%).
  • Bis 2025 wird der Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner, die 60 Jahre und älter sind, von 27,3% auf 35% steigen und der Anteil der unter 20-Jährigen von 19,7% auf 16,7% zurückgehen. Das sind 93.000 Kinder und Jugendliche weniger im Land und 204.000 Menschen mehr über 60 Jahren. Besonders stark steigt dabei die Zahl der Hochbetagten ab 80 Jahren. Sie nimmt voraussichtlich um 101.000 zu.
  • Das größte Plus an älteren Menschen werden die Hamburg-Nachbarkreise haben sowie die Kreise im Umland der schleswig-holsteinischen Oberzentren. Die Rückgänge bei Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren werden am höchsten in den ländlichen Kreisen Steinburg (-30,2%), Nordfriesland (-26,7%), Ostholstein (-26,1%) und Plön (-25,8%) ausfallen.
  • Die Zahl der Erwerbspersonen, d.h. der Menschen, die zwischen 15 und 70 Jahren sind und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, wird bis 2025 um etwa 55.000 zurückgehen. Auch die Altersstruktur der Erwerbspersonen wird sich verändern. 2025 werden schon 38,1% 50 Jahre und älter sein und nur noch 19,5% unter 20 Jahren.
  • Trotz des erwarteten Einwohnerrückgangs wird es aufgrund der steigenden Zahl älterer Menschen 2025 in Schleswig-Holstein fast 43.000 Haushalte mehr geben, die eine Wohnung brauchen. Weil darüber hinaus Ersatz geschaffen werden muss für Wohnungen, die in den nächsten Jahren abgerissen oder zusammengelegt werden, sowie für eine Mobilitätsreserve, sollten bis 2025 in Schleswig-Holstein etwa 95.000 neue Wohnungen gebaut werden.

Weitere Ergebnisse sowie Informationen zu den getroffenen Annahmen der Vorausberechnung finden Sie hier: Datei ist nicht barrierefrei Annahmen und Ergebnisse im Überblick (PDF, 558 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Die neue Bevölkerungsvorausberechnung hat die wesentlichen Entwicklungstrends der Vorausberechnung von 2007 bestätigt. Allerdings werden die regionalen Entwicklungsunterschiede im Land zukünftig wohl größer sein. Die ländlichen Kreise werden die demographischen Veränderungen der nächsten Jahre am deutlichsten spüren, weil hier die Einwohnerzahlen am stärksten zurückgehen und weil das Durchschnittsalter der Bevölkerung stärker ansteigt als im übrigen Land. In den Kreisen in direkter Nachbarschaft zu Hamburg und in den kreisfreien Städten Kiel und Flensburg wird der demographische Wandel hingegen weniger stark sein. Hier steigen bis 2025 die Einwohnerzahlen sogar noch an bzw. gehen nur leicht zurück und das Durchschnittsalter der Bevölkerung nimmt nur leicht zu.

Tabellen und Diagramme mit den Ergebnissen der einzelnen Kreise und kreisfreien Städte finden Sie unter der Rubrik „Zum Herunterladen“. Weitere Daten können Sie über das Statistikamt Nord beziehen.

Ansprechpartner in der Landesplanung
Kristina Schuhoff
Innenministerium Schleswig-Holstein
Abteilung Landesplanung und Vermessungswesen
Düsternbrooker Weg 92
24105 Kiel
Tel. 0431 988-1836
E-Mail: Kristina.Schuhoff@im.landsh.de


Falls Sie darüber hinaus Daten haben möchten, wenden Sie sich bitte an das Statistikamt Nord.

Ihr Ansprechpartner ist Ulrich Hussing
Telefon 040 42831-1479
E-Mail: ulrich.hussing@statistik-nord.de
Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein



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