Einsatzfahrzeuge für den Katastrophenschutz
Einsatzfahrzeuge für den Katastrophenschutz werden überwiegend gemeinschaftlich aus kommunalen Mitteln, Geldern des Landes und des Bundes finanziert. Die Mannschaften stellen die Gliederungen des Katastrophenschutzes vor Ort. Um die teuren Investitionen in der Lebensdauer optimal zu nutzen, gestatten Land und Bund der Kommune den Einsatz der Fahrzeuge auf der Grundlage ihrer Teilfinanzierung auch unterhalt des Katastrophen- oder gar Zivilschutzfalles. Für die meist ehrenamtlich tätigen Fahrzeugbesatzungen ist die Indienststellung eines neuen Großfahrzeugs (geschieht nur alle 20 bis 25 Jahre!) ein besonderes Ereignis, von dem auch Motivation für die weitere Arbeit ausgeht.
Notfall-Krankentransportwagen (KTW)
Notfall-Krankentransportwagen (KTW, Typ B1)
Die Besonderheit dieses Notfall-Kranken-transportwagen (KTW) Typ B(1) ist die Ausstattung mit zwei Patiententragen. Dies erlaubt den Transport und die Erstversorgung von zwei Verletzten oder Erkrankten.
Als KTW-2 ist das Fahrzeug Nachfolger des KTW-4.
Technische Daten
Der Notfall-KTW führt die Sanitätsausstattung nach EN 1789 mit: Fahrtrage Stollenwerk inklusive Nottrage, Schaufeltrage, Vakuummatratze und Krankentragestuhl sowie spezielle Katastrophenschutzausrüstung. Weiterhin befindet sich ein pneumatisch gedämpfter Ambulanztisch an Bord. Der Tragetisch ist bis zu 250 Kilogramm belastbar.
Blick in den Patientenraum des KTW
Amt für Katastrophenschutz, 2010
Die zweite Trage ist seitlich verstaut und kann bei Bedarf einfach heruntergeklappt werden. Das Dieselfahrzeug ist auf einem 3,88 Tonnen schweren Mercedes-Benz Sprinter 315 CDI mit verstärkter Vorderachse, einem 6-Gang Schaltgetriebe und einer Motorleistung von 110 KW aufgebaut. Das speziell für den ergänzenden Katastrophenschutz bzw. den Zivilschutz entwickelte, ca. 83.000,- Euro teure Fahrzeug gibt es auf dem Markt nicht als Serienfahrzeug zu kaufen.
Gerätewagen Sanitätsdienst (GW-San)
Die sechs Kräfte zählende Besatzung des neuen Gerätewagen Sanität sowie die Ausstattung des GW-San erlauben die Erstversorgung von Schwerverletzten mit der Möglichkeit weiterer Behandlung bei verzögerter oder kurzfristig fehlender Transportmöglichkeit in ein Krankenhaus.
Gerätewagen Sanitätsdienst (GW-San)
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Die hochwertige Ausstattung erlaubt eine sofortige eigenständige Versorgung von Verletzten, ohne dass weitere Ausstattung erforderlich wäre. Somit ist der Gerätewagen Sanität nicht nur bei der Behandlung von Patienten, sondern auch zum Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes mit Patientenablagen und Sichtungsstellen geeignet und einsetzbar. Das Fahrzeug ist mit einer Staffelkabine ausgestattet und kann 6 Personen Besatzung aufnehmen. Der Kofferaufbau ist mit jeweils zwei seitlich angeordneten Geräteräumen und einem heckseitigen Geräteraum ausgestattet.
Fachdienstbeladung
Der Gerätewagen führt ein 50 m² großes Zelt mit. Das Zelt wird als Schnelleinsatzzelt ausgeführt und mit Druckluft befüllt. Zum Zubehör gehören die Beleuchtung sowie eine Zeltheizung. Zur unabhängigen Stromversorgung wird ein tragbarer Stromerzeuger mitgeführt. Zur medizinischen Ausstattung gehören Beatmungsgeräte, Defibrillatoren, Medikamente und Infusionen. Krankentragen, Schienenmaterial sowie Rettungsbretter und Vakuummatratzen runden das Bild ab. Ein großer Teil der Ausstattung ist in Aluminiumkisten und Aluminiumkörben untergebracht und somit leicht zu transportieren.
Die großen und schweren Ausstattungsteile (Zelt und Stromerzeuger) sind auf Rollwagen verlastet. Auch die Zeltheizung ist fahrbar. Für die schweren, im Heck untergebrachten Ausrüstungsteile wird das Fahrzeug über eine Ladebordwand verfügen. Das Umfeld des Zeltes kann mit einem Flutlichtstrahler beleuchtet werden. Auch das Umfeld des Fahrzeuges wird beleuchtet und erlaubt so ein sicheres Arbeiten
Löschfahrzeug Katastrophenschutz (LF-KatS)
Am 28. Oktober 2010 stellte der Kreis Plön ein neues Einsatzfahrzeug für seine 9. Feuerwehrbereitschaft in Dienst. Das Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz (LF-KatS) wurde aus Mitteln des Zukunftsinvestitionsgesetzes (Konjunkturpaket II) des Bundes und des Landes Schleswig-Holstein finanziert. Auf dieser Grundlage haben auch die Städte Kiel (3), Neumünster (1) und Flensburg (1) Löschgruppenfahrzeuge dieses Typs bestellt.
Hilfe auf der Straße und im Gelände
Das einzelbereifte, rund 20 Tonnen schwere Löschfahrzeug bietet 9 Feuerwehrleuten, 1.000 Litern Löschwasser, einer eingebauten Feuerlöschkreiselpumpe, 600 Metern B-Schlauch und umfangreicher technischer Beladung Raum. Der moderne Fahrzeugaufbau umfasst darüber hinaus einen fest montierten Lichtmast, eine Schnellangriffseinrichtung und Beleuchtung für das unmittelbare Fahrzeugumfeld. Die B-Schläuche sind so verladen, dass sie aus dem langsam fahrenden Fahrzeug heraus verlegt werden können.
Die für wirksame Hilfe im Katastrophenfall obligatorische, tragbare Feuerlöschpumpe wird in einem Multifunktionsrahmen mitgeführt. Ohne technische Veränderungen kann hier statt der Tragkraftspritze (PFP) auch andere Ausstattung für einen speziellen Einsatzzweck eingeschoben werden. Das neue Fahrtzeug eignet sich daher optimal für die Aufgaben im Katastrophenschutz und für den Brandschutz vor Ort, in den Dörfern und Städten in Schleswig-Holstein.
Kooperation mit einheitlichen Fahrzeugen
Das Fahrzeug ist baugleich zum aktuellen Modell der vom Bund für den Brandschutzdienst im Verteidigungsfall (Zivilschutz) entwickelten Löschgruppenfahrzeuge. Das LF-KatS ist die dritte Generation dieser Reihe. Vom Vorgängertyp LF 16 TS versehen derzeit 79 Fahrzeuge Dienst bei Schleswig-Holsteinischen Feuerwehren. Nach dem aktuellen Zivilschutzkonzept wird der Bund 33 dieser LF 16 TS nach deren Aussonderung aus technischen Gründen durch neue LF-KatS ersetzen. Der Gesamtwert der bundesfinanzierten Fahrzeuge wird rund 7,4 Millionen Euro betragen. Die Feuerwehren bei denen die Fahrzeuge stationiert werden verpflichten sich im Gegenzug jederzeit ausgebildete Besatzungen, auch für überörtliche Einsätze über mehre Tage abzustellen.
Schlauchwagen Katastrophenschutz (SW-KatS)
Schlauchwagen für den Katastrophenschutz (SW-KatS)
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Zur Ausstattung der SW-KatS gehören unter anderem eine Ladebordwand, eine Tragkraftspritze sowie 2000m B-Schlauch zur Förderung von Löschwasser über eine lange Wegstrecke. Durch die Lagerung der B-Schläuche in Kassetten und der Verbindung der Schläuche von Kassette zu Kassette ist es möglich, die Schläuche im langsamen Fahrbetrieb auszubringen. Damit können bis zu 2000m Schlauchleitung in kürzester Zeit verlegt werden. Das Fahrgestell verfügt über eine Einzelbereifung und Allradantrieb.
Reaktorerkundstruppkraftwagen
Der neue Reaktorerkundungstruppkraftwagen
Kreisfeuerwehrverband Herzogtum Lauenburg, 2010
Der Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen bildete einen Schwerpunkt der Arbeit des damals zuständigen Amtes für Katastrophenschutz.
Unter Beteiligung der mit Messaufgaben beauftragten Hilfeleistungsorganisationen und den örtlich zuständigen Unteren Katastrophenschutz-behörden wurde daher eine Arbeitsgruppe für die Konzeption eines Nachfolgefahrzeugs des Reaktorerkundungstruppkraftwagens gebildet. Weitere Informationen zu diesem Fahrzeug finden Sie daher hier.
Führungskraftwagen Katastrophenschutz (FüKw)
Geländegängiger Führungskraftwagen Katastrophenschutz (FüKw)
Amt für Katastrophenschutz, 2010
Die Aufgaben eines FüKw bestehen in der Leitung eines Einsatzes oder Einsatzabschnittes, im Transport und der Unterstützung eines Einsatzleiters oder Einsatzstabes, im Transport von Führungsmaterialien und in der Abwicklung von Funkverkehr an der Einsatzstelle und zwischen der Einsatzstelle und einer höheren Führungseinrichtung.
Nach Norm und den entsprechenden Dienstvorschriften ist ein FüKw stets mit einem so genannten Zugtrupp besetzt, der dem Einsatzleiter bei der Abwicklung eines Einsatzes hilft. Dieser Trupp setzt sich aus einem Fahrer, einem Funker, einem Gruppenführer zur besonderen Verfügung und dem Zugführer bzw. Einsatzleiter selbst zusammen.
Weitere Informationen
Informationen des Bundesamts zum Ausstattungskonzept
Fahrzeuge der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW)
Hintergrund und Bilder
Typenblatt "LF - KatS" (PDF, 506 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Lentner - Firefighting & Rescue Vehicles
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