Kredite und Finanzderivate
Kredit- und Zinsmanagement, Schulden- und Derivatverwaltung
Grundsätzliches
Die Rahmenbedingungen für die Finanzierung der öffentlichen Hand haben sich in den beiden letzten Jahrzehnten erheblich verändert. Beigetragen haben hierzu
- die zunehmende Internationalisierung der Finanzmärkte und der verstärkte Wettbewerb um internationales Kapital,
- die Implementierung finanztheoretischer und finanzmathematischer Erkenntnisse für die Finanzierungspraxis.
Vor diesem Hintergrund und aufgrund der dramatisch gestiegenen Verschuldung hat die Optimierung der Folgekosten für das Kredit- und Zinsmanagement zunehmend an Bedeutung gewonnen. Insbesondere der Einsatz derivativer Finanzinstrumente hat zur Entwicklung bzw. Einführung von Methoden und Verfahren zur zielgerichteten Steuerung der Zinsausgaben beigetragen.
Umsetzung in Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein hat den Bereich des Kredit- und Zinsmanagements, der Schulden- und Derivatverwaltung bereits seit Beginn der 90er Jahre schrittweise modernisiert. So setzt Schleswig-Holstein als eines der ersten Länder in der Bundesrepublik seit dem Jahre 1992 Finanzderivate zur Optimierung der Kreditkonditionen und zur Begrenzung von Zinsänderungsrisiken ein. Auch das Spektrum der Kreditfinanzierungsformen wurde im Verlauf der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Zusammengefasst ergeben sich folgende Eckpunkte
Kernziele:
- Deckung des Liquiditätsbedarfs des Landeshaushaltes Schleswig-Holstein
- Optimierung der Zinsausgaben über einen längerfristigen Zeitraum unter Berücksichtigung der Zinsänderungsrisiken.
Kernaufgaben:
- Finanzierung des Landeshaushalts unter Einsatz der Steuerungsparameter in Abhängigkeit von der erwarteten Entwicklung der Kreditmarktzinsen (Bereich Aufnahme, Kredit- und Zinsmanagement).
- Abwicklung der abgeschlossenen Verträge im Rahmen einer leistungsfähigen Schulden- und Derivatverwaltung (Bereich Abwicklung, Schulden- und Derivatverwaltung).
Rahmenbedingungen
Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt des Referats ist die Entwicklung der organisatorischen Rahmenbedingungen für ein zielorientiertes Kredit- und Zinsmanagement im Bereich der öffentlichen Hand: Hintergrund ist, dass der Bereich auf der einen Seite in einem kapitalmarktnahen Umfeld agiert und sich zwangsläufig den entsprechenden marktseitigen Anforderungen stellen muss. Auf der anderen Seite ist der Aufgabenbereich Teil der öffentlichen Verwaltung. Das Handeln findet insbesondere Niederschlag im kameralen Rechnungswesen. Schleswig-Holstein hat sich der Synthese zwischen den markt- und verwaltungsseitigen Anforderungen gestellt und folgende Schritte umgesetzt:
- Erstellung der rechtlichen Grundlagen für das Kredit- und Zinsmanagement, Verankerung im Haushaltsgesetz (§ 3 Haushaltsgesetz) und in der Landeshaushaltsordnung (§ 18 Landeshaushaltsordnung).
- Das Referat ist als sogenannter Aufgabenbereich „Kredite, Finanzderivate, Schulden“ seit dem Jahre 2002 Modellprojekt für die „Outputorientierte Budgetierung“.
Das Referat VI 25 hat mit dem Gesamtprojekt „Ergebnisorientiertes Kredit- und Zinsmanagement, Konzeption und Einsatz im Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein“ in 2005 am 7. Speyerer Qualitätswettbewerb im Themenfeld „Innovative Formen des Haushalts- und Finanzmanagements“ teilgenommen und für die Leistungen eine Anerkennung erhalten.
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